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Freilichtmuseum der Erdgeschichte: Das Nördlinger Ries

     

Ein Stück Mondgestein im Rieskratermuseum: Das durch einen Meteoriteneinschlag entstandene Nördlinger Ries weist ähnliche Gesteinsstrukturen auf, wie sie auf dem Mond zu finden sind. Deswegen schickte die NASA ihre Astronauten zur Vorbereitung der Mondlademissionen nach Nordschwaben. FOTO: STEFAN PUCHNER, MAG

Mit 70 000 km/h raste der Asteroid auf das heutige Bayern zu. Er prallte auf und löschte alles Leben in dieser Gegend aus. Er hinterließ einen Krater mit einem Durchmesser von 25 Kilometern, das Nördlinger Ries. Seit dem Einschlag sind fast fünfzehn Millionen Jahre vergangen. Heute bereitet der fruchtbare Riesenkrater im Westen des Freistaats den Boden für Aktivitäten wie Wandern und Radeln.

Deutlich zeichnen sich die Kraterränder ab, während sich im flachen Becken ein Flickenteppich aus Dörfern und Feldern ausbreitet, Weißstörche aufsteigen, Fuchsien blühen und in einer Kirche tatsächlich ein Brunnen plätschert.

Die Spuren des Kratersees

Die beste Wanderrunde im Ries ist der knapp 20 Kilometer lange Schäferweg mit Start am Nördlinger Freibad Marienhöhe.

Mitten im Wald auf dem Galgenberg, der vor Jahrhunderten seinen Namen als Richtstätte bekam, ist der Hexenfelsen die erste Station dieser Wanderung. Der isoliert stehende Dolomitklotz zählt zum inneren Kraterring und dürfte zeitweise als Insel aus dem längst verschwundenen Kratersee geragt haben.

Nur fachkundige Augen entdecken auf dem Sockel Ablagerungen des Gewässers, ebenso wie ein Stück weiter auf den Gesteinsmassen des Adlersbergs. Unterwegs hilft Geoparkführerin Carolin Schober-Mittring, die Blicke zu schärfen. „Wir bewegen uns hier durch ein Freilichtmuseum der Erdgeschichte“, sagt sie. Der Einschlagkrater gilt als einer der weltweit am besten erhaltenen und erforschten.

Unterwegs führt eine Sonderschleife auf dem Lehrpfad Geotop Lindle ins Feuchtgebiet eines einstigen Steinbruchs. Es ist der Lebensraum von Gelbbauchunken. Nebenan gibt eine Aussichtsplattform den Blick auf den Astronauten-Steinbruch frei, inzwischen ein Privatgelände.

Wo Astronauten für die Mondmission trainierten

„Im August 1970 waren die Astronauten der geplanten Apollo-14-Mission zum Feldtraining im Ries, um im Krater zu lernen, was sie auf dem Mond können müssen“, erzählt Carolin Schober-Mittring. „Astronauten waren ja keine Geologen, deshalb mussten sie hier einen Crashkurs in Geologie kriegen.“ Noch heute absolvieren Astronauten der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) hin und wieder geologische Übungseinheiten im Ries, wie es auf der Website des Geoparks heißt.

Ein Unikat am Wanderweg ist der Suevit-Steinbruch von Altenbürg. Suevit war das wichtigste Impaktgestein im Ries und Baumaterial für viele Gebäude in Nördlingen. Die Glasbomben im Gestein, „Flädle“ genannt, entstanden durch die extreme Hitzeeinwirkung beim Einschlag. „Das waren bis zu 30.000 Grad“, sagt Schober-Mittring. Ob zu Fuß oder per Rad – bei der Rückkehr nach Nördlingen setzt der „Daniel“ eine Landmarke. So heißt der Turm der St. Georgskirche, auf den 350 Treppenstufen führen. Er ist der Thron über dem Ries.

Prachtblick über die ganze Gegend

Tritt man dort hinaus, bieten sich Prachtblicke über das Ziegeldächermeer der Stadt und auf die waldreichen Kraterränder in der Ferne.

Die kosmische Katastrophe, aus der vor Millionen Jahren neues Leben entstand, ist für die Gegend und deren Besucher ein Glücksfall. tmn


Aktiv-Urlaub für Familien

Von Action über Kultur und Natur bis hin zur Entspannung – und dabei stets im Mittelpunkt: die Familie. Spaß, Abenteuer, Genuss und Entspannung – vor allem für aktive Familien hat die Römische Weinstraße ein vielseitiges Angebot. Naturliebhaber freuen sich auf das gut ausgebaute Wanderwegenetz. Besonders familienfreundlich lassen sich die Mosel und ihre idyllischen Seitentäler auch auf zwei Rädern erkunden.

Wer sich jedoch am liebsten direkt auf dem Fluss austoben möchte, kann das mit abenteuerlustigen Wassersportarten tun. Egal ob Wasserski oder Wakeboard, selbst Reiten auf dem Bananaboat ist möglich! Etwas ruhiger lässt sich die Mosel mit dem Kajak oder Ruderboot erkunden. Das ist ein Top-Ausflug für die ganze Familie. Noch bequemer geht es auf einem Ausflugsschiff – hier braucht man nur die Aussicht zu genießen. Neben den zahlreichen sportlichen Aktivitäten bietet die Römische Weinstraße als historisch geprägte Region auch interessante Sehenswürdigkeiten. Ein Blick auf die gut erhaltenen, architektonisch eindrucksvollen Römervillen lohnt sich genauso wie ein Besuch der nahegelegenen Römerstadt Trier. epr

Infos: www.roemische-weinstrasse.de

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