Gute Trauzeugen sind Gold wert Image 1
Anzeige

Gute Trauzeugen sind Gold wert

Die ideale Trauzeugin hilft dabei, dass die Feier nach den Wünschen der Brautleute läuft, und vermittelt zwischen ihnen und den Gästen. FOTO: OKSANA BONDAR/GETTY IMAGES

Wenn der angeblich schönste Tag des Lebens ansteht, liegen die Nerven blank. Vor allem beim Brautpaar. Denn das will nicht nur ein emotionales Highlight erleben, sondern auch eine perfekte Feier. Da ist es gut, wenn es Menschen hat, die ihm zur Seite stehen: emotional und organisatorisch. Anders formuliert: die richtigen Trauzeugen.

Der Hamburger Autor Thomas Sünder hat als DJ schon mehr als 500 Hochzeiten erlebt und weiß, was wichtig ist, damit das Fest nicht in eine Katastrophe mündet: „Kommunikation – in jeder Hinsicht!“ Die beginnt schon in dem Moment, in dem man gefragt wird. Klar ist das eine große Ehre. Doch gleichzeitig verknüpft sich für die Trauzeugen in spe damit das Gefühl „Was heißt das? Kann ich das?“ Dann hilft es, gleich nachzufragen: „Was erwartet ihr von mir?“

Antje Abeska Fashion

Die deutschen Standesämter verlangen seit 1998 keine Trauzeugen mehr. Ansonsten geht die Schere auf der Wunschliste weit auseinander. Vom Nichtstun beim Essen im kleinen Kreis bis zur Organisation eines kompletten Überraschungsprogramms mit Torte und Musik inklusive Junggesellenabschied.

Für Sünder ist es heute meist Aufgabe der Trauzeugen sicherzustellen, dass die Feier nach Wünschen des Brautpaars läuft. Hochzeitsplanerin Judith Ihl-Lange aus dem Nürnberger Land hat jedoch schon erlebt, dass Brautleute mitunter zu viel verlangen. „Einige sind dann wirklich überfordert.“

Sünder rät, die Trauzeugen nicht nur danach auszusuchen, wie eng sie zu Braut oder Bräutigam stehen, sondern auch nach ihrer Persönlichkeit: „Wer total verklemmt ist, sollte diesen Job nicht annehmen.“

Was sollte ein Trauzeuge also an Voraussetzungen mitbringen? „Kommunikationsfähigkeit, Souveränität, Organisationstalent, Entscheidungsfreude und nicht übertriebene Konfliktvermeidung. Und Empathie“, sagt der Autor. Denn es gilt, sich ins Brautpaar hineinzufühlen: Was will es wirklich, was nicht? Peinliche Spiele vielleicht. Dann heißt es, die Reißleine zu ziehen und sich gegenüber anderen Gästen zu behaupten.

Nur wenn alle Stricke reißen und etwa die Schwiegereltern etwas durchsetzen wollen, was den Brautleuten gar nicht liegt, sollte man diese darüber informieren. „Lieber ein paar familiäre Spannungen vor der Feier riskieren, als eine Hochzeitskatastrophe enttäuschter Erwartungen heraufzubeschwören“, sagt Sünder.

Trauzeugen brauchen also das richtige Händchen. Und zugleich gibt es bei ihrer Auswahl durchaus K.o.-Kriterien. Wer zu chaotisch ist oder gar unter Aufschieberitis leidet, ist nicht die perfekte Wahl. Es muss vieles koordiniert werden.

Die Zeiten, in denen man ewig lang einen Baumstamm durchsägen oder mit stumpfer Schere ein Herz ins Bettlaken schneiden soll, sind jedenfalls vorbei – wie auch die Tradition der Brautjungfern. mag

Weitere Themen