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Gemeinsame Kirchweih-Freuden

  

Eine große Linde schmückt den Dorfplatz von Bischofsheim. Im Hintergrund das Alte Rathaus. FOTOS: CHRISTIANE REUTHER  

Die seit langer Zeit bestehende Tradition, dass die beiden Zeiler Stadtteile Ziegelanger und Bischofsheim ihre Kirchweih gemeinsam feiern, wird auch in diesem Jahr fortgeführt. In beiden Stadtteilen ist die örtliche Gastronomie mit einem reichhaltigen Speisenangebot bestens auf die Feierlichkeiten eingestellt.

Ziegelanger tritt laut Geschichtsaufzeichnungen im bischöflichen Urbar von 1348 als „Zigilanger“ auf. Der Name könnte sich auf eine Ziegelei Richtung Schmachtenberg im Zusammenhang mit dem Bau der Höhenburg beziehen.

In einer Schenkungsurkunde von 1398 ist festgehalten, dass Ulrich von Thüngfeld, Domherr zu Bamberg, den adligen Mitgliedern des Domstifts Weinberge und Keller vermachte. 1511 wird im „Urbarpuch ober das Ampft Zeyll“ die bis heute begehrte Lage „Ölschnabel“ genannt.

Ziegelanger: Schmucker Ort im Abt-Degen-Weintal

Heute ist Ziegelanger ein bekannter Weinbauort mitten im Abt-Degen-Weintal. Der Name erinnert an den Abt des ehemaligen Zisterzienserklosters Ebrach, der die Silvanerrebe von Österreich nach Franken brachte.

Oberhalb von Ziegelanger führt der Abt-Degen-Steig vom Zeiler Käppele und der am Weg liegenden Burgruine Schmachtenberg mitten durch den Frankenwein und zu ihm hin. Kulturgeschichtliches rund um den Wein wird lebendig beschrieben. Standorttafeln weisen auf die Geologie, die Weinsorten und auf den Weinbau in den Orten Schmachtenberg, Ziegelanger und Steinbach hin. Die St.-Kilians-Kirche, die 1955/56 erbaut wurde, bringt den heimischen Sandstein zur Geltung.

Zur Sicherung der Exklave Zeil und ihres großen Forstes mitten im Würzburger Hoheitsgebiet gegründet, wird der noch immer ganz von Höhenwald umgebene Ort Bischofsheim erstmals urkundlich 1313 und 1344 erwähnt, wie es in Geschichtsbüchern zu lesen ist.

Renaissance-Bau ist heute Gasthof

Der Grund der urkundlichen Erwähnung liegt darin, dass Ritter, die in Bamberger Diensten standen, helfen sollten, von Bischofsheim aus die hochstiftische Amtsburg Zeil zu verteidigen. Zugleich entstand nordöstlich des Dorfes das „Hohe Haus“, ein Wach- oder Kontrollturm, von dem heute nur noch Mauerreste erhalten sind.

Laut Zeiler Chronik saßen von 1422 an die Ritter Fuchs von Bimbach in Bischofsheim. Unter ihrer lutherischen Anhängerschaft wurde Bischofsheim zur „fest in sich ruhenden“ protestantischen Gemeinde.

Ein Relief einer stattlichen Grabplatte mit gotischer Umschrift von Georg Fuchs, dem 1591 verstorbenen letzten Spross der Bischofslinie dieser Familie, schmückt das Alte Rathaus am Dorfplatz. Der ländliche Renaissance-Edelsitz von 1567 ist seit 1978 der Gasthof „Zum Forsthaus“. cr

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