Dank kleiner Tricks frieren Sie weniger
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Dank kleiner Tricks frieren Sie weniger

Dank kleiner Tricks frieren Sie weniger

Während die eine fröstelt, fühlt sich der andere wohl: Das Kälteempfinden ist von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich. FOTO: CHRISTIN KLOSE, MAG

Wo sich die eine richtig wohlfühlt, zieht sich der andere lieber einen dicken Pullover über. „Bei der Kälteempfindlichkeit gibt es individuell sehr große Unterschiede", sagt Ralf Brandes, Professor für Physiologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Damit vertritt er einen Bereich der Medizin, der sich mit den normalen Funktionen des Körpers beschäftigt.

Gibt es Tricks, mit denen wir unser Kälteempfinden verändern können? Gerade mit Blick auf die Wintermonate, in denen viele aufgrund der hohen Kosten die Heizung nicht voll aufdrehen wollen.

Ja, diese Tricks gibt es. Und sie haben mit Thermorezeptoren im Körper zu tun, die dafür sorgen, dass wir Wärme und Kälte wahrnehmen. Sie erzeugen Nervenimpulse in Abhängigkeit von der Temperatur. So melden sie unserem Gehirn, ob unsere Umgebung - oder etwas, das wir berühren - kalt oder warm ist. Die Thermorezeptoren sitzen aber nicht nur in der Haut, sondern auch in unserem Körper. Und das kann man sich zunutze machen.

Den Körper mit Tee, Salben und Schärfe austricksen

„Wenn man etwas Heißes trinkt, bedeutet das nicht, dass sich der gesamte Körper aufwärmt", sagt Brandes, der auch Generalsekretär der Deutschen Physiologischen Gesellschaft ist. „Sondern nur, dass Wärmerezeptoren im Bauch angesprochen werden, unser Gehirn reizen und eine Reaktion auslösen." So bekommen wir das Gefühl, unser Körper sei warm. Doch in Wirklichkeit haben wir nur warme Flüssigkeit im Magen.

Dasselbe Prinzip gilt, wenn man sich mit einer Wärmesalbe einschmiert oder ein scharfes Curry isst. Denn die Hitzerezeptoren reagieren auch auf Pfeffer und Chili. Als Folge vermelden sie Wärme, obwohl sich an der Kerntemperatur des Körpers nicht wirklich etwas getan hat.

Manchmal ist es auch unsere Umgebung, die für Unterschiede in unserem Temperaturempfinden sorgt. „Alles, was dafür sorgt, dass wir mehr Wärme verlieren, lässt uns dann schneller frieren", sagt Brandes.

Ein Beispiel dafür ist Zugluft. In einer windstillen Umgebung bildet sich um den Körper eine Wärmeschicht. Kommt nun Wind auf, weht die warme Luft um den Körper - ganz plakativ gesagt - weg. Wir frieren schneller. Dieses Phänomen ist auch als Windchill-Effekt bekannt.

Zumindest zu Hause kann man versuchen, diesen Effekt einzudämmen. So kann man zum Beispiel ein undichtes Fenster abdichten, durch das ein kaum bemerkbarer Luftstrom die Haut kühlt. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft „co2online" rät etwa, die Spalten zwischen Fenster und Rahmen mit einem Schaumdichtungsband oder Gummidichtung aufzufüllen.

Auch Haustüren lassen oft kalte Luft durch. Ein Türstopper, etwa eine Stoffschlange, ist eine Lösung. Sie muss aber immer wieder hin- und weggelegt werden. Eine Gummilippe, die man unten an der Tür anbringt, oder der sogenannte Kältefeind, sind praktischere Alternativen.

Manchmal kann es schon helfen, sich an einen anderen Ort im Zimmer zu setzen: Laut Umweltbundesamt fühlt sich ein Mensch wohler, je näher die eigene Körpertemperatur der Temperatur der Raumflächen um ihn herum ist. Das fühlt man im Winter zum Beispiel, wenn man neben einem kalten Fenster sitzt: Hier fühlt man sich schnell unbehaglicher als im Rest des Raumes.

Können wir uns an kühlere Temperaturen gewöhnen?

Übrigens: Man kann sein Kälteempfinden durchaus trainieren. Ein Tipp, den man in diesem Zusammenhang oft liest: kalt duschen. „Das härtet sicherlich ab und hat auch verschiedene positive Effekte auf die Gesundheit", sagt Brandes. Ob jedoch kurzes, kaltes Duschen das Kälteempfinden nachhaltig reduziert, ist nicht untersucht.

An Kälte kann sich der Körper nur gewöhnen, wenn er ihr regelmäßig ausgesetzt ist. Aber es gibt Grenzen. „Wenn die Temperatur im Körperkern absinkt, müssen wir unweigerlich frieren, damit wir nicht erfrieren", sagt er. Das zeigt sich etwa in Form von Muskelzittern, durch das der Körper Wärme produziert.

Wichtig ist deshalb auch, den Wärmeverlust des Körpers in Grenzen zu halten. Und dabei hilft schon eine Mütze entscheidend. Denn: Die Temperatur des Gehirns ist mit durchschnittlich 38,5 Grad etwas höher als die durchschnittliche Körpertemperatur. Eine Mütze ist schnell aufgesetzt- und sorgt dafür, dass wir weniger Wärme über den Kopf verlieren. tmn


Woher Glühwein ursprünglich kommt

Im Winter gibt es neben Schlittenfahren, Plätzchenduft und Kerzenschein wohl kaum etwas, das unsere Gemüter mehr erheitert als wärmender Genuss. 

Ob mit oder ohne Alkohol, weiß oder rot, vollmundig oder fruchtig - besonders der Glühwein ist hierzulande sprichwörtlich in aller Munde, wärmt Körper und Herzen. 

Doch wo kommt er her? Eine Spur führt ins Elbtal und fast 190 Jahre zurück. 

Im sächsischen Elbtal liegt eine der kleinsten Weinregionen Deutschlands. Seit mehr als 850 Jahren prägt der Wein hier die Landschaft und das Leben. Und bringt dabei so manch genussvolle Entdeckung hervor. Auf Schloss Wackerbarth, im Herzen der Sächsischen Weinstraße gelegen, entstand aus Ideenreichtum und Geschick das älteste bekannte Glühweinrezept Deutschlands.

Rezept war lange verschollen und wurde 2013 entdeckt

Im Dezember 1834 suchte August Raugraf von Wackerbarth nach einem Getränk, das die Kälte vergessen macht und das Herz erwärmt. Er fügte unter anderem Safran, Anis und Granatapfel in weißen Wein und erhitzte die Flüssigkeit. Ein Geistesblitz, der uns heute noch beglückt.

Lange verschollen, wurde das historische Rezept erst Ende 2013 im Nachlass des Raugrafen im Sächsischen Hauptstaatsarchiv in Dresden wiederentdeckt. Nach eingehender Prüfung durch Historikerinnen und Historiker war klar, dass es sich um ein besonderes Getränk handelt, das man heute als Glühwein bezeichnen würde.

Um diese vergessene Tradition mit neuem Leben zu erfüllen, passten die Winzer von Schloss Wackerbarth die alte Rezeptur behutsam an den heutigen Geschmack an. Das Ergebnis ist heute unter dem Namen „Wackerbarths Weiß & Heiß" bekannt. djd

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