MÜNCHEN

Agrarminister Brunner will Öko-Verordnung kippen

Bayerns Agrarminister Helmut Brunner.
Bayerns Agrarminister Helmut Brunner. Foto: Timm Schamberger, dpa

Bayerns Agrarminister Helmut Brunner will die bayerischen Biobauern vor zusätzlichem Papierkrieg schützen: Der CSU-Politiker kündigt Widerstand gegen die geplante neue Öko-Verordnung der EU an. Denn er sieht sein Ziel gefährdet, den bayerischen Bedarf mit heimischen Bioprodukten zu decken. „Es kann nicht sein, dass gerade die kleineren Betriebe noch mehr gepiesackt werden, somit vor einer Umstellung auf Öko-Landbau zurückschrecken – und wir die Märkte vor unserer Haustür nicht nützen können“, sagte Brunner. „Es muss doch unser Ziel sein, den Bedarf unserer bayerischen Verbraucher mit bayerischen Produkten zu decken.“

Biokartoffeln aus Ägypten

Fakt sei, dass es in Deutschland beim Öko-Landbau national höhere Standards gebe als in der EU. „Und richtig ist auch, dass uns weiteres Ungemach droht aus Brüssel durch die neue EU-Ökoverordnung“, sagte Brunner. Notfalls müsse die Öko-Verordnung zurückgewiesen und dann neu formuliert werden.

Brunner will eigentlich die Bioproduktion in Bayern bis 2020 verdoppeln. Derzeit sind nach seinen Angaben rund 6,5 Prozent der bayerischen Bauern Biolandwirte – ungefähr 6500. „Momentan ist eher eine Stagnation eingetreten“, sagte der niederbayerische CSU-Politiker, von Beruf selbst Landwirt.

Brunner begründete seine Öko-Initiative: „50 Prozent der Biokartoffeln werden aus Ägypten importiert. Es wird nicht nur aus Holland, aus Österreich, aus Polen Bioware importiert, sondern sogar aus China“, sagte der Minister. „Es ist für mich unbefriedigend, wenn Bioprodukte tausende von Kilometern herangeschafft werden. Das passt für mich mit der Philosophie und Geisteshaltung 'Bio' nicht zusammen“, meinte er.

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