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Das ändert sich 2018

Das hält das neue Jahr 2018 bereit
Mit dem neuen Jahr kommen 2018 auch einige Änderungen auf uns zu. Foto: marchmeena29 (iStockphoto)

Dürfen Dieselautos noch in Stuttgart fahren? Welche Winterreifen sind erlaubt? Was wird teurer? Das neue Jahr bringt einige Änderungen mit sich. Darauf müssen Sie sich einstellen:

Hartz IV und Rente

Erhöhung der Hartz IV-Sätze: Alleinstehende Hartz IV-Empfänger bekommen ab 1. Januar 2018 künftig 416 Euro pro Monat (bisher 409 Euro). Paare erhalten pro Partner 374 Euro (bisher 368 Euro) im Monat.

Beitrag zur gesetzlichen Rente sinkt: Eine Entlastung erhalten Arbeitnehmer beim Bezahlen der Rentenbeiträge. Sie fällt allerdings minimal aus: Die Deutsche Rentenversicherung erwartet, dass die Beiträge von 18,7 Prozent auf 18,6 Prozent sinken. Wenn sich die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht ändern wird der Satz erst wieder 2023 auf 18,7 Prozent erhöht.

Rente
Um rund drei Prozent sollen die Rentenbezüge im Juli steigen. Foto: Marijan Murat/Symbol

Rentenbezüge steigen: Ebenfalls erfreulich ist die Nachricht, dass die Rentenbezüge am 1. Juli 2018 um rund drei Prozent steigen. Dafür müssen sich Löhne und Gehälter aber wie derzeit prognostiziert entwickeln. Laut Deutscher Rentenversicherung soll die Entscheidung im Frühjahr fallen

Arbeitslosengeld im Supermarkt: In Jobcentern und Arbeitsagenturen soll kein Bargeld mehr über den Tisch gehen. Das hat die Bundesagentur für Arbeit angekündigt. Stattdessen sollen Bezieher ihr Arbeitslosengeld an der Supermarktkasse bar ausgezahlt bekommen. Jedoch ist das Vorhaben umstritten, weil Bezieher bloßgestellt werden könnten.

Rentenangleichung: Der Rentenwert Ost wird in sieben Schritten an die entsprechenden Westwerte angeglichen. Das regelt das Gesetz zur Rentenangleichung. Start ist am 1. Juli 2018. Ab 2025 wird in Deutschland die Rente dann einheitlich berechnet.

Höhere Erwerbsminderungsrente: Wenn Arbeitnehmer wegen einer Krankheit nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten können, reicht die bis dahin eingezahlte Rente oft nicht aus. Dann kommt die Erwerbsminderungsrente ins Spiel. Diese wurde bisher so berechnet, als hätte der Arbeitnehmer bis zum 62. Lebensjahr voll gearbeitet. Doch ab 1. Januar 2018 wird die Zurechnungszeit bis 2024 schrittweise um drei Jahre verlängert: von 62 auf 65 Jahre.

Förderung für Riester-Sparer steigt: Ab 2018 werden Riester-Sparer vom Staat mehr gefördert. Die Zulage steigt im Januar von 154 Euro auf 175 Euro. Die Zulagen für Kinder bleiben unverändert.

Geld und Banken

500-Euro-Scheine
Sie gehören bald der Vergangenheit an: Die EZB lässt keine 500-Euro-Scheine mehr drucken. Foto: Patrick Seeger (dpa)

500-Euro-Schein verabschiedet sich: Er ist der größte Euro-Schein. Viele Geschäfte nehmen ihn gar nicht an und hat man ihn doch einmal im Geldbeutel, fühlt man sich ein bisschen reich. Doch Ende 2018 ist damit Schluss. Die Europäische Zentralbank stoppt den Druck. Der Schein soll nicht mehr ausgegeben werden.

Banken-AGB wird geändert: Ab 13. Januar treten neue europaweit einheitliche Regelungen zum Zahlungsverkehr in Kraft. Wegen einer EU-Richtlinie passen Banken ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen an. Eine Neuerung ist beispielsweise, dass Bankkunden bei Missbrauch der EC- oder Kreditkarte oder des Online-Bankings nur noch bis maximal 50 Euro haften. Die geänderten AGB sind ebenfalls das Aus für Aufschläge beim Bezahlen mit Kreditkarte.

Strompreise können steigen: Laut dem Check24-Strompreisindex passt jeder achte Grundversorger seine Preise an. Das heißt, die Stromkosten können steigen. Vor allem ziehen Grundversorger in Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg an. Von Senkungen profitieren laut Check24.de hingegen Verbraucher in Sachsen und Bayern. Verbraucherschützer aus Brandenburg empfehlen, Preise zu vergleichen und unter Umständen den Anbieter zu wechseln.

Steuern

Steuerfreibeträge steigen: Sowohl der Grund- und Kinderfreibetrag als auch das Kindergeld steigen im neuen Jahr. Der Grundfreibetrag beträgt künftig 9000 Euro (8820 Euro) und der Kinderfreibetrag liegt bei 4788 Euro (4716 Euro). Das Kindergeld erhöht sich jeweils um zwei Euro. Die Beträge: 194 Euro Kindergeld für das erste und zweite Kind, 200 Euro für das dritte Kind und 225 Euro für das vierte und jedes weitere Kind.

Strand auf Mallorca
Auf der Insel Mallorca wird es im Jahr 2018 für Urlauber teurer. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Investmentfonds: Besitzer von in- und ausländischen Fonds sollen steuerlich gleichgestellt werden. Deshalb haben Investmentfonds ab Januar 2018 15 Prozent Körperschaftssteuer.

Höherer Betrag für Arbeitsmittel: Für Arbeitskleidung und Büroausstattung können bei der Steuer 800 Euro netto (vorher 410 Euro) geltend gemacht werden. Das gilt für Arbeitnehmer wie Selbstständige.

Mallorca Touristensteuer: Sonne, Strand und Ballermann – Urlauber müssen ab 2018 auf den Balearen die doppelte Touristensteuer zahlen. Beispielsweise steigt der Tagessatz in Fünf-Sterne-Hotels von zwei auf vier Euro an.

Geänderte Gesetze

Drittes Geschlecht: Nachdem das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ein drittes Geschlecht gefordert hatte, ist nun der Gesetzgeber an der Reihe. Bis Ende 2018 muss er neben „männlich“ und „weiblich“ eine weitere Bezeichnung für intersexuelle Menschen beschließen.

Schwanger
Im neuen Jahr werden auch Praktikanten vom gesetzlichen Mutterschutz berücksichtigt. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn

Mehr Schutz für Mütter: Ob in der Schule, Ausbildung oder im Studium - ab 1. Januar profitieren künftig mehr Frauen vom Mutterschutzgesetz. Unter anderem gibt es einen besseren Kündigungsschutz für Frauen nach einer Fehlgeburt. Außerdem wird der Arbeitgeber nun deutlicher dazu verpflichtet, den Arbeitsplatz so zu gestalten, dass eine Schwangerschaft nicht das Ende der Berufstätigkeit bedeutet. Auch wurde ein neues Genehmigungsverfahren für die Arbeit nach 20 bis 22 Uhr eingeführt.

Änderungen für UrlauberDas neue Pauschalreiserecht bietet Urlaubern ab 1. Juli 2018 mehr Verbraucherschutz beim Buchen von Reisen in Online-Portalen und Reisebüros. Jedoch gibt es auch Nachteile. Den Reisevertrag kündigen, kann der Kunde nur, wenn der Veranstalter den Preis nach der Buchung um mindestens acht Prozent anhebt. Vorher war die Grenze bei fünf Prozent.

Autos, Laster und Formel 1

Winterreifen: Bislang konnte man in Deutschland im Winter entweder Ganzjahresreifen mit M+S-Symbol  oder Winterreifen mit Alpine-Symbol fahren. Ab 1. Januar reichen Reifen mit M+S-Symbol allerdings nicht mehr aus. Dann sind nur noch Winter- oder Ganzjahresreifen mit Alpine-Zeichen erlaubt. Das gilt nur für Neureifen, die ab diesem Tag hergestellt werden. Reifen ohne Alpine-Zeichen, die bis zum 31.Dezember 2017 produziert wurden, müssen erst ab dem 30. September 2024 von den Straßen verschwinden.

Winterreifen
Winterreifen sind ab 1. Januar nur noch mit dem Alpine-Symbol (ein Berg mit einer Schneeflocke) erlaubt. Das gilt auch für Ganzjahresreifen mit M+S-Kennzeichen. Foto: GTÜ/dpa-tmn

Strafe für Halter des Autos: Ist jemand mit ungeeigneten Reifen unterwegs, musste bisher nur der Fahrer 60 Euro Strafe bezahlen. Ab Januar wird dann auch der Halter des Wagens zur Kasse gebeten. Das Bußgeld erhöht sich außerdem auf 75 Euro.

Kfz-Versicherungstarife: Zum Jahreswechsel gelten neue Typ- und Regionalklassen und damit verändern sich die Kfz-Versicherungstarife. Manche Autofahrer müssen sich also auf höhere oder niedrigere Beiträge einstellen.

Kfz-Steuer: Ab 1. September 2018 wird die Kfz-Steuer neu berechnet und könnte bei einigen Modellen um ein Vielfaches ansteigen. Sogar bis zu 292 Prozent, berichtet Auto Bild. Betroffen sind Automodelle, die ab diesem Stichtag eine neue Typenzulassung erhalten.

Lkw-Maut: Ab dem 1. Juli müssen Lkw-Fahrer auf fast allen Bundesstraßen etwas abdrücken. Bisher wurden Brummis ab 7,5 Tonnen neben den Autobahnen nur auf 2300 Kilometern Bundesstraße zur Kasse gebeten. Mitte des Jahres sind es dann 39.000 Kilometer. Außerdem kann die Maut mit der Neuregelung auch auf kleineren Landstraßen kassiert werden.

Entscheidung über Fahrverbote: Werden ältere Dieselautos aus Stuttgart verbannt? Darüber entscheidet am 22. Februar 2018 das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Formel 1: Am 26. Februar meldet sich die Formel 1 aus der Winterpause zurück. In der kommenden Saison gibt es unter anderem den neuen Cockpit-Schutz „Halo“ für die Fahrer. Ein ringförmiger Stahlbügel über dem Helm, der verhindern soll, dass die Profis von Objekten am Kopf getroffen werden. Außerdem müssen die Fahrer mit drei statt vier Motoreinheiten auskommen.

Sonstige Änderungen

Alkoholverbot in Zügen: Auf einigen Regionalstrecken der Deutschen Bahn in Niedersachsen und Bremen dürfen Fahrgäste künftig nicht mehr zum Alkohol greifen. Anfangs sollen die Passagiere in einer zweimonatigen Einführungsphase darauf hingewiesen werden. Ab 1. März erwartet Zugreisende bei einem Verstoß ein Bußgeld von 40 Euro, teilt die Bahn mit.

Streaming in der EU: Streaming-Kunden können sich freuen: Ab 20. März 2018 können kostenpflichtige Streaming-Dienste für Filme, Sport oder Musik auch im EU-Ausland genutzt werden. Die Anbieter dürfen keine zusätzlichen Gebühren verlangen.

Ein besonderer Burger
Insekten im Essen? 2018 sind Insekten als Nahrungsmittel in der EU erlaubt. Foto: Ingo Wagner (dpa)

Insekten als Nahrung: Ein Insekten-Burger? Ein Gericht, das für die meisten an Ekel nicht zu überbieten ist. Doch im kommenden Jahr dürften Insekten häufiger auf der Speisekarte in Restaurants in der EU stehen. Denn die Novel-Food-Verordnung aus dem Jahr 1997 für neuartige Lebensmittel erhält eine Nachfolge-Regelung. Sie lässt Teile von Insekten auch für den menschlichen Speiseplan zu. Natürlich müssen die Krabbeltiere erste eine spezielle Prüfung durchlaufen. In der Schweiz sind Insekten auf dem Teller schon seit Mai 2017 legal.

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