MÜNCHEN

Entwicklung als Basis für Frieden

Erst einmal tief durchatmen! Gerd Müller weiß nur zu gut, wie es sich anfühlt, nicht Minister zu werden. Vor fünf Jahren, nach Horst Seehofers Wechsel in die bayerische Landespolitik, wurde er bereits als Favorit für dessen Nachfolge im Landwirtschaftsressort gehandelt, am Ende aber machte Ilse Aigner das Rennen. Nun kommt der 58-Jährige doch noch zu Ministerehren – und zwar im Entwicklungsressort, das ihm keineswegs so fremd ist, wie es auf den ersten Blick aussehen mag.

Als eine Art Außenbeauftragter hat er sich als Staatssekretär im Agrarministerium auch in den vergangenen acht Jahren schon viel mit der Welternährung und der Entwicklungspolitik beschäftigt. Unter anderem hat er in Äthiopien ein Projekt mit ins Leben gerufen, das Kleinbauern hilft, ihre Böden nachhaltiger und effizienter zu bewirtschaften. Wenn die Industrieländer sich in der Entwicklungspolitik nicht stärker engagierten, warnt Müller im Gespräch mit dieser Zeitung, „sind noch mehr Hunger, noch mehr Armut und noch größere Flüchtlingswellen die Alternativen“.

Das Ministerium solle niemand unterschätzen, betont Müller. Zum einen böte die Entwicklungszusammenarbeit auch den sogenannten Geberländern große wirtschaftliche Chancen. Zum anderen sei es ein Friedensministerium – man denke nur an die Aufbauarbeit, die in Afghanistan geleistet werden müsse.

Aufgewachsen auf dem elterlichen Hof im Landkreis Günzburg wurde Müller bereits mir 21 Jahren zweiter Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Unterbleichen. Das Geld für sein Studium verdiente er sich unter anderem als Mähdrescherfahrer. Gerd Müller, mit einer Niederländerin verheiratet und Vater zweier Söhne, ist einer der erfahrensten Abgeordneten seiner Partei. Der gelernte Wirtschaftspädagoge war vier Jahre Landesvorsitzender der Jungen Union und fünf Jahre Abgeordneter des Europäischen Parlaments, ehe es ihn 1994 in den Bundestag zog.

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