München

Freistaat hat kein Geld für Würzburger Spitzenforschung

Künstliche Intelligenz, Mini-Satelliten, Kunststoff-Technik: Gleich mehrere Aushängeschilder der Wissenschaftsregion Würzburg kämpfen mit unzureichender Finanzierung.
Am Zentrum für Telematik in Würzburg wird etwa erforscht, wie man Satelliten erst im All zusammenbauen kann. Der SPD-MdL Volkmar Halbleib beklagt eine mangelhaft Finanzierung des Freistaats für das erfolgreiche Forschungsinstitut.
Am Zentrum für Telematik in Würzburg wird etwa erforscht, wie man Satelliten erst im All zusammenbauen kann. Der SPD-MdL Volkmar Halbleib beklagt eine mangelhaft Finanzierung des Freistaats für das erfolgreiche Forschungsinstitut. Foto: Angelika Kleinhenz

Ein Franke als Ministerpräsident, dazu eine Regierungsagenda, die Bayern - von der Weltraum-Forschung bis zur Künstlichen Intelligenz - zum international führenden Standort machen will: Eigentlich müsste die Finanzierung der Spitzenforschung in Würzburg durch den Freistaat gesichert sein. Doch beim Blick in den neuen Haushalt für 2019/2020, der derzeit im Landtag diskutiert wird, findet man ausgerechnet bei einigen Würzburger Prestige-Projekten überraschende Finanzierungslücken.

Beispiel Künstliche Intelligenz: Noch kurz vor der Landtagswahl versprach Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit einem Milliarden schweren Förderprogramm unter anderem Würzburg zu einem weltweit führenden Forschungszentrum zu machen: "Wir haben das Ziel, in dieser Zukunftstechnologie der absolut führende Standort in Deutschland zu sein und weltweit auf Augenhöhe mit den Besten", sagte Söder damals. Völlig überraschend  kündigte er für Würzburg gleich sechs neue Professuren, vier Nachwuchsgruppen, ein Kompetenzzentrum sowie einen Forschungsneubau an.

Im Haushaltsplan finden sich nun aber bis Ende 2020 nur zwei neue Professuren sowie sechs Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter. Dies sei "als erster Schritt und Einstieg in diesen Forschungsbereich zu sehen", teilt das Wissenschaftsministerium auf Nachfrage mit. "Festes Ziel" sei es, ab 2021 "weitere Ressourcen für den Ausbau dieses Forschungsfeldes zu gewinnen".

SPD-Mann Halbleib: So kommt man nicht an die Spitze des Fortschritts

"Ernüchternd" nennt der mainfränkische SPD-MdL Volkmar Halbleib diese Finanzausstattung: Jeder wisse doch, dass es gerade bei Zukunftstechnologien "darauf ankommt an der Spitze des Fortschritts zu stehen". Dies sei aber "mit dieser Verzögerungspolitik nur schwer erreichbar", kritisiert Halbleib.

Zumal der SPD-Mann noch weitere staatliche Finanzierungsdefizite für Würzburg entdeckt hat: So gebe es etwa für das renommierte Zentrum für Telematik (ZfT) nach dem Auslaufen der Anschubfinanzierung keine gesicherte Finanzierungsgrundlage. Selbst für das am ZfT angesiedelte Aushängeschild des Wissenschaftsstandorts Würzburg, die Mini-Satelliten von Professor Klaus Schilling, fehle damit im Haushalt die finanzielle Absicherung.

Auch beim Süddeutschen Kunststoffzentrum (SKZ) sieht Halbleib trotz großer Erfolge am Standort Würzburg weder die Grundfinanzierung, noch den angekündigten Bau einer Modellfabrik gesichert: "Mit ihrer fehlenden Unterstützung erschwert die Staatsregierung die zukünftige Spitzenforschung."

Weitere Artikel

Schlagworte

  • München
  • Henry Stern
  • CSU
  • Finanzierungen
  • Intelligenz
  • Künstliche Intelligenz
  • Markus Söder
  • Ministerpräsidenten
  • Spitzenforschung
  • Standorte
  • Volkmar Halbleib
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
2 2
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!