WÜRZBURG

Glatteis-Bilanz: Rund 120 Unfälle

Spiegelglatte Straßen haben ganz Unterfranken am Montagvormittag zu einem gefährlichen Pflaster gemacht: Mehrere Menschen wurden verletzt, ein Autofahrer starb.
Plötzlich einsetzender Eisregen führte am Montagvormittag zu zahlreichen Unfällen. Die Polizei zählt rund 120 Verkehrsunfällen, bei rund zwölf Verkehrsunfällen kam es zu Verletzten. Im Main-Tauber-Kreis musste ein Autofahrer sein Leben lassen. Die Räum,- Rettungs- und Abschleppdienste sowie die Polizei waren laut einer Pressemitteilung mit einem Großaufgebot unterwegs.

Schwerverletzter nach Unfall auf der A3
 
Die ersten Mitteilungen über Glatteisunfälle gingen laut des Polizeipräsidiums Unterfranken um kurz vor 7 Uhr bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken ein. So ereignete sich auf der A3 an der Anschlussstelle Helmstadt ein Auffahrunfall zwischen zwei Autos. Daraufhin fuhren auf der vereisten Fahrbahn zwölf weitere Autos aufeinander und sorgten für eine mehrstündige Vollsperrung der A3 in Richtung Würzburg. Ein Schwerverletzter wurde mit einem Rettungshubschrauber abtransportiert.

Autofahrer stirbt noch an Unfallstelle

Bei Königheim im Main-Tauber-Kreis rutschte ein Auto in den Gegenverkehr. Ein Autofahrer starb am Unfallort, ein anderer wurde verletzt, teilt das Polizeipräsidium Heilbronn mit. Ein 36-Jähriger geriet ins Schleudern und auf die Gegenfahrbahn, wo er mit der Fahrerseite gegen die Front eines entgegen kommenden Autos einer 46-Jährigen prallte. Der 36-Jährige wurde eingeklemmt und verstarb aufgrund der Schwere seiner Verletzungen noch an der Unfallstelle. Die 46-Jährige wurde schwer verletzt. Die B 27 war zeitweise voll gesperrt.

Die Regenfront zog am Vormittag weiter über Spessart und Rhön in Richtung Main-Franken. Dort kam es zu weiteren Unfällen, die jedoch größtenteils glimpflich mit Blechschaden ausgingen.

Zahlreiche Stürze

In Würzburg stürzten mehrere Fußgänger und mussten durch den Rettungsdienst in Krankenhäuser eingeliefert werden. Ein Radfahrer stürzte auf dem Radweg zwischen Retzbach und Thüngersheim und musste ebenfalls mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden.  Aber auch Räumfahrzeuge und Polizeifahrzeuge blieben vom Glatteises nicht verschont. So kam es allein in Würzburg zu zwei Verkehrsunfällen mit Räumfahrzeugen. In einem Fall konnte auch das Räumfahrzeug nicht mehr bremsen und fuhr auf einen Auto auf. Auch ein Polizeibeamter konnte in Würzburg nicht mehr anhalten und rutschte in die Unfallstelle. Verletzt wurde niemand.
 
An diesem Vormittag waren die Räumfahrzeuge, der Rettungsdienst, die Feuerwehren, die Abschleppdienste und die Polizei im Großeinsatz. Zu Verzögerungen sorgten die vielen Fahrzeuge, die abgeschleppt werden mussten, woraufhin die Abschleppdienste an ihre Kapazitätsgrenzen stießen.

Die Johanniter, das Bayerische Rote Kreuz, die Malteser und die Feuerwehr Würzburg waren laut der Integrierten Leitstelle pausenlos im Einsatz. Innerhalb von zwei Stunden gingen 240 Anrufe ein. In Würzburg kam es zu 84 Rettungsdienst- und Feuerwehreinsätzen sowie Krankentransporte – mehr als doppelt so viele Einsätze im Vergleich zu einem gewöhnlichen Montagmorgen.

Zusätzliche Schnelleinsatzgruppen

Zur Unterstützung des regulären Rettungsdienstes waren zusätzlich die Schnelleinsatzgruppen aus Stadt und Landkreis Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart im Einsatz. Die Fahrzeuge wurden teilweise mit Schneeketten ausgerüstet werden, um sicher die Einsatzstellen zu erreichen. Ab 9.45 beruhigte sich die Situation laut der Leitstelle und die Verstärkungskräfte konnten nach und nach ihre Einsätze beenden und an ihre Standorte zurückkehren.

Zu Blitz- oder Glatteis komme es, wenn frischer Niederschlag auf kalte Bodenluft trifft und daraufhin gefriert, erklärt Paul Brüser, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. Der Regen treffe zwar zunächst flüssig auf den Boden auf, gefriere aber innerhalb kurzer Zeit. Von Blitzeis sei die Rede, wenn es dabei schlagartig zu Glatteis komme. Damit es zum Glatteis komme, müsse sich laut Brüser eine wärmere Luftschicht über kalte, bodennahen Luft schieben.

Wie kam es zu dem Glatteis?

Aufgrund der vergangenen zweiwöchigen Hochdruckperiode konnte sich besonders gut kalte Luft ansammeln. Dazu kamen Temperaturen um den Gefrierpunkt und Windstille – „beste Voraussetzungen für das Glatteis“, so Brüser. Für den Raum Würzburg gibt der Deutsche Wetterdienst für Dienstag, 31. Januar, Glatteis-Entwarnung, entlang der Donau könne es aber weiterhin zu vereisten Straßen kommen.

Rettungsgasse einhalten

Die Unterfränkische Polizei erinnert noch einmal an eine Änderung in der Straßenverkehrsordnung: "Sobald sich ein Stau bildet, ist eine Rettungsgasse zu bilden. Nur so kommen Polizei, Rettungsdienste und weitere Hilfsdienste schnell zur Unfallstelle", lautet es in der Pressemeldung.

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