München

Kaniber will Bayerns Bauern den Rücken stärken

Eine fünf Millionen Euro schwere Imagekampagne soll für regionale Produkte werben. Vor allem eine Bevölkerungsgruppe soll so über die heimische Landwirtschaft aufklären.
Will mit einer großen Imagekampagne für die regionale Landwirtschaft werben und damit den Bauern in Bayern den Rücken stärken: Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) Foto: Nicolas Armer, dpa

Mit einer provokanten Imagekampagne für heimische Lebensmittel will Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) kritische Verbraucher in Bayern dazu bringen, über ihr eigenes Komsumverhalten nachzudenken: Denn über den brennenden Urwald im Amazonas klagen, aber gleichzeitig beim Discounter billige Steaks aus Argentinien kaufen – "das passt nicht zusammen", findet die Ministerin.

Bauern sind hart getroffen

Die Fünf-Millionen-Euro-Kampagne soll deshalb für regionale und saisonale Produkte werben – aber auch die im Zuge des Bienen-Volksbegehrens sichtbar gewordenen Gräben zwischen Stadt und Land schließen: "Viele Städter verstehen gar nicht mehr, was in der heimischen Landwirtschaft gemacht wird", glaubt Kaniber. Auf der anderen Seite fühlten sich viele Bauern zu Unrecht am Öko-Pranger, "weil in unserer Landwirtschaft Natur- und Tierschutz schon lange intensiv gelebt werden". Das Gefühl, von weiten Teilen der Bevölkerung trotzdem "als Tierquäler, Bodenvernichter und Subvetionseinstreicher abgestempelt" zu werden, treffe viele Bauern hart.

Die PR-Offensive habe deshalb auch den Zweck, "ein Zeichen zu setzen gegen die Verunsicherung der Bauern", so Kaniber. Denn obwohl etwa der Bauernverband im Frühjahr am "Runden Tisch" zur Umsetzung des Volksbegehrens beteiligt war, gibt es weiter heftige Proteste der Bauernschaft gegen die "grüne Wende" der Söder-Regierung.

"Die Bauern wollen zu Recht wissen, wie es weitergeht", sagt die Ministerin dazu. "Missverständnisse" – etwa bei der Reduzierung von Pestiziden – müssten noch ausgeräumt werden. Am eingeschlagenen Kurs werde die CSU/FW-Koalition aber nicht rütteln, beteuert Kaniber: "Wir stehen ganz klar hinter dem, was wir beschlossen haben."

"Schau-Bauernhof" und "Bayern-Regal"

Verändern soll sich dagegen die Wahrnehmung der heimischen Landwirtschaft in den Städten: So soll etwa "mitten in München" im kommenden Jahr ein "Schau-Bauernhof" entstehen. In Bayerns Supermärkten kann sich Kaniber ein "Bayern-Regal" mit regionalen Produkten vorstellen. Bauern sollen zudem staatlich gefördert mit Metzgern, Bäckern oder Gastronomen in der Region enger kooperieren. Und selbst Betriebskantinen will Kaniber regionale und saisonale Waren schmackhaft machen.

Die Offenheit und das Interesse für Produkte aus der eigenen Region sei schon jetzt sehr groß, glaubt die Ministerin. Letztlich sei es aber die Aufgabe der Bauern in Bayern selbst, diese Chance zu nutzen und "ihre Produkte positiv zu bewerben".

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