MÜNCHEN/LANDSBERG

Nach Pressetermin im Fall Hoeneß: Seehofer ärgert sich über JVA

Riesenärger in der Staatsregierung wegen Uli Hoeneß und der Justizvollzugsanstalt Landsberg: Weil das Gefängnis am Montag Journalisten aus ganz Deutschland die Tür geöffnet und das Filmen und Fotografieren gestattet hatte, musste Justizminister Winfried Bausback (CSU) gestern in der Kabinettssitzung einen scharfen Rüffel von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) einstecken. Dies berichteten Teilnehmer der Sitzung.

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung in der offiziellen Pressekonferenz, es habe im Kabinett „eine kurze Aussprache“ gegeben. Dabei habe Seehofer klargestellt, dass für den ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München, der nach Ostern in Landsberg seine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung antreten muss, „die gleichen Persönlichkeitsrechte gelten, wie für andere Bürger auch“. Am Ende der Debatte stand nach Aussage Aigners „die Bitte des Ministerpräsidenten, dass in Zukunft staatliche Stellen nicht dazu beitragen, hier Tür und Tor zu öffnen“.

Teilnehmer der Kabinettssitzung schilderten den Vorgang etwas drastischer. Seehofer sei schon „sehr, sehr sauer“ zur Tür hereingekommen und habe gleich zu Beginn der Sitzung Bausback zur Rede gestellt. Hintergrund war angeblich eine Beschwerde des FC Bayern über die Fotos und Filme sowie die Live-Reportagen von Fernsehsendern aus der Justizvollzugsanstalt. Dabei wurden nicht nur Gebäude, Gänge und der Fußballplatz der Anstalt gezeigt, sondern auch das Innenleben der Zellen. Dies wurde beim FC Bayern und dann auch vom Ministerpräsidenten offenkundig als Verletzung der Intimsphäre gewertet und soll sich künftig nicht wiederholen. Seehofer wurde mit den Worten zitiert: „Das hört sich auf!“ Bausback habe sich im Kabinett, wie es gestern hieß, mit Hinweis auf das große Medieninteresse verteidigt.

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