MÜNCHEN

Olympia würde drei Milliarden Euro kosten

(rys) Die geplanten Olympische Winterspiele 2018 in München könnten knapp drei Milliarden Euro kosten. Diese Kostenschätzung nannte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) nach einem Spitzentreffen der Bewerbergesellschaft mit Vertretern von Stadt und Land in der Münchener Staatskanzlei.

Was auf den ersten Blick wie eine „Horrorzahl“ aussehe, könne allerdings mit guten Argumenten erklärt werden, so der Münchener OB: So seien rund 1,3 Milliarden Euro als ortsunabhängige „Durchführungskosten“ der Spiele durch Sponsoren und Fernsehgelder bereits gedeckt. Bei den restlichen gut 1,6 Milliarden Euro „geht es um große Infrastrukturmaßnahmen, die ohnehin seit Jahren gefordert werden“, sagte Ude. So soll unter anderem die Alpenregion durch Straßen- und Schienenprojekte besser an die Landeshauptstadt angebunden werden.

Die Stadt München selbst müsse etwa 205 Millionen Euro aufbringen, davon 70 Millionen Euro für das Olympische Dorf, das nach den Spielen als Wohnraum für rund 1600 Menschen genutzt werden soll. So ein Großprojekt „geht nur mit Olympia“, findet Ude. „Keine Macht der Welt könnte dies sonst schaffen.“

Der Freistaat Bayern müsste laut Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) im Falle einer Olympiade in München eine Nettobelastung von rund 115 Millionen Euro schultern. Für ein „Weltereignis mit ungeheurer Sogwirkung“ sei dieser Einsatz nicht zu hoch, findet Seehofer. Er hoffe deshalb auf eine „Pro-Bewegung“ für die Münchener Spiele in ganz Bayern: Die Menschen sollten „eine Art Patriotismus entwickeln, weil Olympia in unser aller Interesse ist“, fordert der Ministerpräsident.

Die Negativschlagzeilen des Sommers mit Personalquerelen in der Bewerbergesellschaft und dem Streit mit Garmischer Bauern um die Nutzung ihrer Grundstücken sollen zudem endgültig Geschichte sein: „Ich habe das Gefühl, wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken“, gibt sich Ude selbstbewusst. „Ich bin in hohem Maße zuversichtlich“, sagt auch Seehofer.

München bewirbt sich mit dem alpinen Partner Garmisch-Partenkirchen um die Austragung der Winterspiele 2018. Die Entscheidung über den Austragungsort fällt das IOC im kommenden Juli. Weitere Bewerber sind Pyeongchang in Südkorea und Annecy in Frankreich.

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