DIMBACH

Pläne für Düne liegen nur auf Eis

„Wäldchen kann weiterwachsen“: Die Jubelüberschrift im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler, der den Kahlschlag eines großen Gehölzes und die Aufschüttung einer Riesendüne bei Dimbach (Lkr. Kitzingen) für gekippt hält, ist verfrüht. Die Regierung von Unterfranken, die das Vorhaben seit gut drei Jahren betreibt, hat die geplante Flugsanddüne lediglich auf Eis gelegt.
Sorgt immer noch für Irritationen: die Sanddüne bei Dimbach im Landkreis Kitzingen. Foto: FOTO dpa

Der vorgesehene Kahlschlag und die Aufschüttung einer Acht-Meter-Düne hatten 2006 viel Staub aufgewirbelt. Auch beim Bund der Steuerzahler. Der geißelte damals das 40 000 Euro teure Vorhaben als „Steuergeldverschwendung“. Und die sei nun verhindert, da das staatliche Bauamt Würzburg nach eigener Darstellung die „Renaturierung der Flugsanddüne“ nicht mehr betreibe, heißt es im aktuellen Schwarzbuch.

Die Aussage ist korrekt. Das Bauamt, das das Dünenprojekt als Ausgleichsfläche für einen Straßenbau in Angriff genommen hatte, stieg vor Monaten aus dem Dünenprojekt aus. Seither verschwand der Naturschutz-Aufreger in der Versenkung.

Allerdings: Gestrichen sind die Pläne keineswegs, wie Johannes Hardenacke, Pressesprecher der Regierung, betont. Das Projekt „ist und bleibt naturschutzfachlich sinnvoll“. Es liege aber „faktisch“ auf Eis, da mit dem Ausstieg des Bauamts ein Projektträger fehle – und damit die Finanzierung der Neo-Dünen-Geschichte ungesichert sei.

Das in der Amtsschublade schlummernde Vorhaben kam nie richtig in die Gänge, trotz allen Ehrgeizes der Naturschützer in der Regierung: Die wollen eine Flugsanddüne von 1941 wiedererstehen lassen – acht Meter hoch, mit Sand aus dem Mainausbau aufgeschüttet.

Allerdings ist von der Ex-Düne nur noch ein größerer Sandhaufen übrig, den Mutter Natur zurückeroberte. Ergebnis ist ein gut ein Hektar großes Wäldchen, das vor allem von Robinien, aber auch von Kiefern, Birken, Erlen und Weiden beherrscht wird. Die wären nach den bisherigen Plänen alle abgeholzt, der Boden einen halben Meter tief abgegraben worden. Danach sollte das Areal mit Mainsand aufgeschüttet werden und als Flugsanddüne „Sandbewohnern“ eine neue Heimat bescheren.

Der erste Nackenschlag für das Kahlschlag-Biotop kam vom Kitzinger Landschaftspflegeverband: Der stieg im Frühjahr 2006 als Projektbetreiber aus. Danach gab's Saueres vom Bund der Steuerzahler. Der sprach in seinem Schwarzbuch 2006 davon, dass bei Dimbach 40 000 Euro buchstäblich in den Sand gesetzt würden. Danach lag die Ex-Düne auf Eis. Das taute kurz, als das Straßenbauamt eine Ausgleichsfläche für den Straßenbau bei Hörblach suchte. Nachdem die Behörde anderswo fündig wurde und sich von dem Projekt verabschiedete, steht vorerst laut Regierung niemand mehr auf der Matte. Trotzdem bleibt die Düne laut Sprecher Hardenacke „weiter in der Überlegung“. Damit das niemand vergisst, finden sich an dem Wäldchen nahe der Staatsstraße zwischen Schwarzach und Volkach seit etwa einem Jahr große Hinweistafeln, auf denen sich die EU, die Regierung, der Landkreis, Schwarzach, Sommerach und Volkach als Bewahrer der seltenen Flugsanddüne(n) sonnen.

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