MÜNCHEN

Pronold soll Bayerns SPD retten

(lby) Ludwig Stiegler bringt es auf den Punkt. „Herzlichen Glückwunsch zu dieser Aufgabe, zu dieser wunderbaren Aufgabe, manchmal schrecklichen Aufgabe“, sagt der scheidende SPD-Landeschef am Samstag an die Adresse seines designierten Nachfolgers Florian Pronold.
Der 36-jährige Florian Pronold (links) soll SPD-Landeschef Ludwig Stiegler (65) beerben.
Der 36-jährige Florian Pronold (links) soll SPD-Landeschef Ludwig Stiegler (65) beerben. Foto: FOTO dpa

Eben hat der SPD-Landesvorstand den 36-jährigen Niederbayer als neuen Landesvorsitzenden vorgeschlagen, da macht ihm sein Ziehvater Stiegler schon die Bürde des Amtes bewusst: Sollte ihn der große Parteitag am 11. Juli zum neuen Landeschef wählen, ist es Pronolds Aufgabe, die bayerischen Sozialdemokraten aus dem tiefen Tal der Tränen zu führen, in dem sie sich seit Jahren befinden.

Denn schaut man sich die jüngsten SPD-Wahlergebnisse im Freistaat an, wird schnell klar: Vergnügungssteuerpflichtig ist der Job des Landesvorsitzenden wohl kaum. Bei der Landtagswahl im vergangenen Herbst stürzte die SPD auf 18,6 Prozent der Stimmen und damit auf das schlechteste Landtagswahlergebnis ihrer Geschichte in Bayern – und das, obwohl die CSU Rekordverluste einfuhr und die absolute Mehrheit einbüßte. Unterboten wurde dieser Wert nur bei der Europawahl 2004: Damals kam die bayerische SPD gerade mal auf 15,3 Prozent.

Pronold weiß, auf was er sich einlässt. „Nötig sind viel Fleiß und eine Menge harter Arbeit“, sagt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Ich will, dass der Pfeil wieder nach oben zeigt. Die SPD darf nicht weiter bei unter 20 Prozent vor sich hindümpeln.“

Die Kür des jugendlich wirkenden 36-Jährigen zum Nachfolger des „alten Hasen“ Stiegler ist keineswegs eine Überraschung. So ist Pronold ein Ziehsohn des Mannes mit dem roten Pullunder, und auch SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget hatte sich wiederholt für den Niederbayer starkgemacht. Es gab für den SPD-Landesvorstand aber auch gar keine Alternative: Ein weiterer potenzieller Kandidat, Vize-Partei- und Fraktionschef Thomas Beyer, wollte nicht. Und die stellvertretende Landesvorsitzende Adelheid Rupp, die eine eigene Kandidatur zwischenzeitlich nicht ausgeschlossen hatte, wäre auf dem Parteitag wohl nicht mehrheitsfähig gewesen. Zu umstritten ist die Landtagsabgeordnete – auch wegen eines Frontalangriffs auf Maget bei der ansonsten idyllischen SPD-Fraktionsklausur im Januar.

Nun soll es also Pronold richten, ein Mann, der gerne provoziert. In der CSU gilt er als „politisches Leichtgewicht“. Er selbst will nicht nur Landeschef seiner Partei, sondern auch Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2013 werden.

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