INGOLSTADT

Reines Bier und kleine Spitzen

Festakt zu 500 Jahre Reinheitsgebot für Bier
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gönnt sich zum Jubiläum des Reinheitsgebotes einen Schluck Bier. Foto: DPA

Eine kleine indirekte Spitze auf CSU-Chef Horst Seehofer wollte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Seehofers Heimatstadt Ingolstadt dann doch nicht verkneifen: „Es ist ein Grundbedürfnis der Deutschen, beim Biere schlecht über die Regierung zu reden“, zitierte sie in ihrer Rede beim Festakt „500 Jahre Reinheitsgebot“ den alten Reichskanzler Otto von Bismarck.

Dieses Grundbedürfnis habe sich bis heute erhalten, fügte die Kanzlerin schelmisch an: „Außer natürlich, wenn es um die Bayerische Staatsregierung geht.“ Seehofer, selbst bekanntlich nie einem Spaß abgeneigt, konnte nicht mitlachen – weil er ausgerechnet zu einer Ministerpräsidenten-Konferenz nach Berlin musste, als Merkel zur Feier des dort im Jahr 1516 verkündeten Reinheitsgebotes zu ihm nach Ingolstadt kam.

Auch Ochsenfurter Bier wurde ausgeschenkt

So lag es an Vize-Ministerpräsidentin Ilse Aigner (CSU), den bayerischen Teil der Jubiläumsveranstaltung zu übernehmen: „Bier ist für uns Bayern mehr, als ein Lebensmittel“, sagte sie vor den gut 800 geladenen Gästen aus ganz Deutschland, denen neben heimischen Ingolstädter Bieren auch „Kauzen Premium Pils“ aus Ochsenfurt serviert wurde. Bier sei in Bayern vor allem ein Lebensgefühl, findet Aigner.

Der Freistaat werde deshalb unter anderem seine „Stellung als Weltmarktführer“ in der Bier-Forschung durch einen Ausbau der Brauwissenschaften an der Uni Weihenstephan festigen, kündigte Aigner unter großem Applaus an.

Bierpreise oder Bierqualität gehörten zudem zu den wenigen Dingen, die einen Bayern aus der Ruhe bringen könnten, erklärte sie zudem der Bundeskanzlerin: „Auch wenn Du es vielleicht nicht gleich glauben wirst, liebe Angela: Der Bayer ist im Grunde seines Herzens sehr gleichmütig.“

Absatzchancen für deutsches Bier durch TTIP

Ein bisschen ernster wurde es beim Festakt dann aber doch noch: Merkel nutzte die Gelegenheit, vor den vielen mittelständischen Brauern im Publikum für mögliche neue Absatzchancen in den USA durch das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP zu werben.

Vor dem Festzelt demonstrierten zudem Umweltschützer für ein Verbot des Pflanzenschutzmittels Glyphosat, das kürzlich auch im Bier gefunden wurde. Man müsste schon täglich sehr große Mengen Bier konsumieren, „bevor eine Gefährdung bedenkenswert wird“, hielt Merkel im Festzelt dagegen: „Ich glaube, dass da vorher andere gesundheitsschädliche Wirkungen auftreten würden.“

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