MÜNCHEN

Schattenseiten des Bayern-Booms

Symbolbild
Symbolbild Foto: dpa

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO), findet der Kabarettist Georg Ringsgwandl, „ist maximal uncool“. Was sich nicht unbedingt wie ein Lob anhört, sei aber eine gute Sache: Weil in den Einrichtungen der AWO viele Menschen – meist ohne angemessene öffentliche Wertschätzung – sehr gute Arbeit leisteten. „Großen Respekt“ habe er vor dieser Arbeit. Auch weil sie Bayerns Wohlstand überhaupt erst möglich mache.

Ringsgwandl ist auch deshalb bayerischer Schirmherr der laufenden AWO-Aktionswoche, die auf soziale Missstände im Freistaat aufmerksam machen will. „Wir müssen den Finger immer wieder in die Wunde legen“, findet nämlich AWO-Landeschef Thomas Beyer: „Denn Bayern ist ein reiches Land.“ Und gerade deshalb sei es so bitter, die Schattenseiten zu sehen.

Mehr als 14 Prozent der Bevölkerung sind armutsgefährdet, jeder dritte Erwerbstätige hat psychische Probleme, 120 000 Kinder unter 15 Jahren sind Hartz-IV-Empfänger, ein Drittel der Altenheimbewohner ist auf Sozialhilfe angewiesen: „Viele Menschen bezahlen für den wirtschaftlichen Boom in Bayern mit persönlichen Konsequenzen“, klagt Beyer. Die AWO fordert deshalb politische Konsequenzen – eine Kindergrundsicherung, sozialen Wohnungsbau, Barrierefreiheit, Mindestrente. „Wir brauchen eine soziale Inklusion für alle Menschen in Bayern“, so der AWO-Chef.

Dass Franken stärker von Armut betroffen wäre als etwa Südbayern, kann der Nürnberger Beyer jedoch nicht bestätigen. Armut sei überall in Bayern ein Problem: „Ich würde deshalb nicht sagen, dass wir hier ein generelles Nord-Süd-Gefälle haben.“

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Arbeiterwohlfahrt
  • Armut
  • Georg Ringsgwandl
  • Wohlstand
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!