Bad Windsheim

Schwarzbrenner produzierte Zwetschgenschnaps im Wohnzimmer

Seinen eigenen "Stoff" braute sich ein Mann in Bad Windsheim – bis ihm der Zoll auf die Schliche kam. Der Schwarzbrenner hatte nicht nur für den Eigenbedarf produziert.
Nach einem Tipp von der Polizei hob der Zoll in Bad Windsheim eine geheime Schwarzbrennerei im Wohnzimmer aus (Symbolbild) Foto: Carsten Rehde, dpa

Die Angst vor Terroristen und Amokläufern ist einem Schwarzbrenner in Bad Windsheim (Mittelfranken) zum Verderben geworden: Ein aufmerksamer Bürger hatte bemerkt, wie der Mann Gasflaschen in seine Wohnung schleppte. Das kam ihm verdächtig vor, er informierte die Polizei.

Die Polizisten klingelten vorsichtshalber an der Tür einer Ein-Zimmer-Wohnung, um sich das zur Gefahrenabwehr genauer anzuschauen – und fanden eine Brennanlage. Sie unterrichteten das Zollfahndungsamt München zur Übernahme der weiteren Ermittlungen. 

Diese Brennblase stellten die Zollfahnder bei dem Schwarzbrenner sicher. Foto: Zoll

Die stellten fest: Seine kleine Ein-Zimmer-Wohnung hatte der Mann in Bad Windsheim zur Schnapsbrennerei umgebaut. In der Anlage stellte er Zwetschgenschnaps her – offenbar nicht nur zum Eigenbedarf.

Den Fund seiner Nürnberger Kollegen meldet jetzt Christian Schüttenkopf vom Zollfahndungsamt München. "Daneben beschlagnahmten sie bei dem Mieter der Wohnung ein 200-Liter-Fass mit Roggenmaische, die in der Brennanlage zu Alkohol weiterverarbeitet werden sollte."

200-Liter-Fass mit Roggenmaische

In dem Zimmer nahm die Anlage breiten Platz ein: In weiteren Behältnissen aus Edelstahl und bereits in Flaschen abgefüllt befand sich zudem bereits selbst hergestellter Zwetschgenschnaps. Der muss nun laut Zoll zur Bestimmung von Menge und Alkoholgehalt genauer untersucht werden.

Sowohl Brennblase als auch die übrigen Gerätschaften hat der 37-Jährige teils fertig gekauft, aber teils auch in Eigenleistung gefertigt, "um den selbst gebrannten Schnaps bei Feierlichkeiten ausschenken zu können", sagt der Pressesprecher.

Fässerweise hatte der Schwarzbrenner Maische im Wohnzimmer. Foto: Zoll

Was für den Verdächtigen schlecht ist: Bei der Wohnungsdurchsuchung wurden auch Etiketten für Schnapsflaschen gefunden. Deshalb "könnte man auch davon ausgehen, dass der selbst und illegal hergestellte Trinkbranntwein ohne Entrichtung der Alkoholsteuer zum lukrativen Weiterverkauf bestimmt gewesen sein dürfte", so der Zollsprecher.

Gegen den Schwarzbrenner ist noch am Tage der Durchsuchung ein Verfahren wegen Verdachts der Steuerhinterziehung eingeleitet worden. Seine Anlage, sämtliche Gerätschaften sowie Roh- und Fertigerzeugnisse wurden durch die Zollfahnder beschlagnahmt. Nun liegt der Fall bei der zentralen Straf- und Bußgeldstelle Nordbayern beim Hauptzollamt Schweinfurt.

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