München

So sieht künftig der Weg zum Abitur aus

Ein frei wählbares Leistungsfach, Vertiefung und Wiederholung in Mathematik und Deutsch, ein neues Fach Politik. Das Abitur im neunstufigen Gymnasium nimmt Konturen an.
Mehr Wahlmöglichkeiten, mehr Vertiefung und Wiederholung und ein Pflichtfach Politik: Der Weg zum Abitur im neuen neunstufigen Gymnasium ab 2024 nimmt Konturen an. Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Der Weg zum Abitur im neuen neunstufigen Gymnasium nimmt Konturen an: Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) stellte nun mit Vertretern von Lehrern, Eltern, Schülern und Direktoren zentrale Eckpunkte der neuen Oberstufe vor, die ab 2024 an Bayerns Gymnasien gelten sollen. Demnach können die Schüler künftig aus allen Fächern von Mathematik bis Geschichte nach eigenen Interessen ein vertiefendes "Leistungsfach" wählen, das zusätzlich zwei Wochenstunden bekommt.

Vertiefung und Differenzierung in Mathematik und Deutsch

Als "Kernkompetenzfächer" müssen Deutsch und Mathematik zudem von allen Schülern mit jeweils mindestens vier Wochenstunden belegt werden. Besonders leistungsstarke Schüler sollen in diesen beiden Fächern zudem in der zwölften Klasse einen "Vertiefungskurs" belegen können. Schwächere Schüler wiederum können sich in Deutsch und Mathematik mit zusätzlichen "Differenzierungsstunden" in der 13. Klasse speziell auf das Abitur vorbereiten.

Darüber hinaus müssen alle Schüler zwingend eine Fremdsprache und ein naturwissenschaftliches Fach belegen. Zwischen einer zweiten Fremdsprache, einer weiteren Naturwissenschaft und Informatik kann hingegen gewählt werden. Mit je zwei Wochenstunden verpflichtend vorgesehen sind Geschichte, Religion, Musik/Kunst sowie Sport. Zwischen Wirtschaft/Recht und Geografie kann gewählt werden.

"Kein Bundesland hat künftig so viel politische Bildung wie Bayern."
Kultusminister Michael Piazolo

Komplett neu ist das in der zwölften Klasse verpflichtende Fach "Politik und Gesellschaft". In der 13. Klasse kann dann zwischen Politik, Wirtschaft/Recht und Geografie gewählt werden. "Kein Bundesland hat künftig so viel politische Bildung wie Bayern", erklärte Piazolo dennoch.

Zwingende Abiturprüfung in Mathematik noch umstritten

Noch offen ist hingegen die Ausgestaltung der abschließenden Abiturprüfung. Umstritten scheint vor allem, ob die schriftliche Prüfung neben dem Leistungsfach und dem Fach Deutsch auch zwingend in Mathematik abgelegt werden muss – oder ob hier die Wahlmöglichkeit eines anderen MINT-Faches wie etwa Biologie oder Physik geschaffen werden soll. Darüber hinaus sind zwei mündliche Prüfungsfächer geplant.

Das neue Abitur werde mehr Raum für Vertiefung und Wiederholung, aber auch für Experimente, Neigungskurse oder Exkursionen schaffen, hofft Michael Schwägerl vom Lehrerverband bpv. Die Wahlmöglichkeiten der Schüler würden zudem auch an kleineren Schulen deutlich steigen, glaubt Walter Baier, der Vorsitzende der Direktoren-Vereinigung: "Trotzdem werden wir auch in dem neuen System nicht jeden Schülerwunsch erfüllen können."

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