München

Söder verlangt mehr Offenheit für neue Technik

Markus Söder fürchtet einen globalen "Kalten Krieg" um technologische Dominanz. Damit Bayern sich behaupten kann, soll sich auch die Bevölkerung für neue Technik öffnen.
Offenbar nicht sehr begeistert von einer 3D-Figur von sich selbst: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf dem "Hightech-Summit" in Garching bei München.  Foto: Peter Kneffel, dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Bevölkerung zu mehr Offenheit für neue Technik aufgefordert: "Forschung und Technik haben das Leben in der Regel immer besser gemacht", sagte er vor Wissenschaftlern auf einem "Hightech-Gipfel" in Garching bei München. Söder will mit seiner Hightech-Agenda in Bayern zwei Milliarden Euro in Zukunftstechnik investieren.

Söder fürchtet einen "kleinen kalten technischen Krieg"

Es gebe keinen Grund etwa vor Künstlicher Intelligenz Angst zu haben, findet er. Im globalen Wettkampf der Wissenschaft gehe es aber auch um die Zukunft des Landes: "Es gibt einen Wettbewerb nicht wie früher ums Wettrüsten, sondern um Technologie und Forschung, und – ich befürchte auch – um technologische Dominanz", sagte Söder. Die entscheidende Zukunftsfrage sei, wer künftig technische Standards setze und wer Produkte herstelle, die weltweit verkauft werden können.

Seine Sorge sei, dass Technik und Forschung künftig globalen Machtinteressen untergeordnet werden könnten, warnte Söder: Wenn man sehe, wie etwa zwischen den USA und China um technische Standards gekämpft werde, stelle man fest, dass daraus nicht mehr Freiheit für alle Menschen, sondern "ein kleiner kalter technischer Krieg" entstehen könne.

Künftig nur noch Konsumenten von Technik, die anderswo hergestellt wird?

"Künstliche Intelligenz wird langfristig die Weichen stellen", glaubt auch der Münchner Robotik-Professor Sami Haddadin: "Sind wir nur noch Konsumenten von Technologie, die anderswo hergestellt wird? Oder sind wir selbst Treiber von Technologie - von der Forschung bis zur Produktion?"

Prof. Yasmin Weiß von der TU Nürnberg beklagte eine "Saturiertheit" in Deutschland, die den wirtschaftlichen Wohlstand gefährde: Notwendig für den Erfolg eines Landes seien aber nicht nur Spitzenforscher, sondern auch eine "Offenheit und Begeisterung in der Bevölkerung für neue digitale Anwendungen und Veränderungen".

Auch Siemens-Chef Joe Kaeser beklagte auf dem Gipfel eine wachsende Technik-Feindlichkeit in Deutschland: Wenn etwa im bayerischen Irsching das beste Gaskraftwerk der Welt gebaut, dann aber nicht benutzt werde, sei dies keine Werbung für den Hightech-Standort Bayern, warnte er.

"Ich glaube einfach daran, dass Forschung die Welt besser machen kann."
Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident

"Ich glaube einfach daran, dass Forschung die Welt besser machen kann", erklärte Söder. Schon heute seien die Fortschritte durch Künstliche Intelligenz etwa in der Medizintechnik gewaltig. Notwendig sei aber mehr politische Unterstützung aus Berlin - und mehr Tempo bei Bayerns Universitäten: Die Welt warte nicht auf bürokratische Bedenken in Deutschland, so Söder: "Das Geld ist da - wir brauchen jetzt mehr Speed in der Umsetzung."

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