WÜRZBURG/MÜNCHEN

Vorfreude auf den Mainfranken-„Tatort“

Dagmar Manzel (von links), Andreas L. Schadt und Eli Wasserscheid beim „Filmbrunch“. Foto: M. Czygan

12,11 Millionen Fernsehzuschauer haben im April die Premiere des Franken-„Tatorts“ gesehen. Jetzt soll die Erfolgsgeschichte weitergehen. In München zeigte der Bayerische Rundfunk (BR) erste Szenen aus der zweiten Folge, gedreht unter anderem in Würzburg und Mainfranken. Die Ausstrahlung ist für das Frühjahr geplant, der genaue Termin steht laut BR-Angaben noch nicht fest.

 

Yippeh! Wir zeigen Euch erste Ausschnitte aus dem Franken-Tatort Nr. 2:

Posted by Franken-Tatort on Friday, January 15, 2016

 

„Es war einfach ein Supersommer.“ So erinnert sich Eli Wasserscheid, die die Kommissarin Wanda Goldwasser spielt, an die Dreharbeiten im August. „Das tolle Wetter, die Atmosphäre im Team – und dann Würzburg mit dem Main, es hat einfach alles gepasst“, berichtet die Schauspielerin. So oft es ging habe sie sich mit den Kollegen zum Schoppen auf der Alten Mainbrücke getroffen. „Es war großartig.“ Zumal sich die Kommissarin laut Drehbuch in Würzburg auch noch in einen Doktoranden der Medizin verliebt …

Beim „Film-Brunch“ im Münchner Literaturhaus präsentierte der BR erste Ausschnitte. Sie lassen einen spannenden Krimi erwarten, mit viel Melancholie und trockenem fränkischem Humor. „Das Recht sich zu sorgen“, so lautet der Titel der Folge. Regisseur Andreas Senn hat gleich drei Verbrechen miteinander verwoben. Im Mittelpunkt steht die unerfüllte Sehnsucht vieler Menschen, ihrer Einsamkeit zu entfliehen.

Begeistert von der Aufnahme in Würzburg zeigte sich im Gespräch mit der Redaktion auch Dagmar Manzel. Die Berlinerin spielt Hauptkommissarin Paula Ringelhahn, eine der beiden Chefermittler. „Würzburg ist eine wunderbare Stadt, eine junge lebendige Stadt, mit den vielen Straßencafés, dem Main und dem Festungsblick.“ Besonders angetan hat es Manzel der Dom „mit dem Zusammenspiel zwischen romanischer und barocker Architektur sowie der zeitgenössischen Kunst im Innenraum.“ Sie könne sich gut vorstellen, so Manzel, hier weitere „Tatort“-Folgen zu drehen.

 

In München gab's heute die ersten Bilder aus dem zweiten Franken-Tatort zu sehen. Bisschen düster, aber sehr spannend. Im Video verraten die Franken-Kommissare den Mörder. Fast.

Posted by Michael Czygan on Friday, January 15, 2016

 

Die Gastfreundschaft in Franken und das große Interesse der Menschen am „Tatort“ hat neben Regisseur Senn auch Produzentin Uli Putz beeindruckt. „In Berlin oder München haben die Leute die Nase voll von Fernseh- und Filmaufnahmen, hier werden wir fast ausnahmslos mit offenen Armen empfangen.“ Zum Dank plant der BR wie schon zur Premiere in Nürnberg diesmal vermutlich in Würzburg eine öffentliche (Kino-)Vorführung.

Eine besondere Rolle im Franken-„Tatort“ spielt das altehrwürdige Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Würzburg in der Koellikerstraße. Die Architektur des Gründerzeit-Baus und das Wissen um die Nutzung, nämlich fürs Sezieren menschlicher Körper, habe Wirkung gezeigt. „Die Stimmung war richtig andächtig, wir haben kaum gealbert“, schildert Eli Wasserscheid die Dreharbeiten.

Wasserscheid und Andreas Leopold Schadt, neben Kabarettist Matthias Egersdörfer, die Franken im Ermittler-Team, genießen derweil die Popularität seit der Ausstrahlung des ersten Franken-„Tatorts“. „Es kommt schon vor, dass sich die Leute umdrehen und nach dem Kommissar rufen“, sagt Schadt, der den Ermittler Sebastian Fleischer verkörpert. „Manche wollen sogar Autogramme.“ „In Bamberg sind sie richtig stolz auf mich“, freut sich Eli Wasserscheid über das Echo in ihrer Heimatstadt. Aber auch anderswo in Deutschland kennt man die Franken-Ermittler. „Ey, Du bist echt super“, habe ihr ein Mann in einem Supermarkt in Brandenburg nachgerufen, berichtet Dagmar Manzel. „Da habe ich mich einfach gefreut.“

Weniger gefreut haben sich „Tatort“-Macher und Schauspieler derweil über die viel diskutierten Äußerungen von Til Schweiger. Letzterer hatte nach dem letzten Tschiller-„Tatort“ via Facebook über Kritiker, aber auch die Kollegen („moppelige Kommissare, die ne Currywurst verspeisen ...“) gelästert. „Kein Kommentar“, sagt Eli Wasserscheid. „Nein“, er beantworte Schweigers Bashing jetzt nicht mit einem Gegen-Bashing, sagt Regisseur Senn.

Die Vielfalt mache doch den Reiz der „Tatort“-Reihe aus, so Senn. „Jeder ist anders, jeder hat seine Fans.“

Andreas Leopold Schadt will sich auch nicht weiter über Schweigers Schauspielkunst auslassen. Gewurmt habe ihn allerdings, sagt er, dass Schlagerstar Helene Fischer mitspielte. „Kein Wunder“, lacht er, „dass Lemmy Kilmister und David Bowie da nicht mehr leben wollten.“

Nur Fußball ist ähnlich beliebt wie der „Tatort“

Es ist selten geworden, dass sich die Nation vor dem Fernseher versammelt in Zeiten von Mediatheken, YouTube oder Netflix. Nur beim Fußball und beim „Tatort“ passiert das von Zeit zu Zeit. Unter den Top 10 der meistgesehenen TV-Sendungen im vergangenen Jahr sind sieben Fußballspiele und drei „Tatort“-Folgen. Platz eins der Rangliste belegt der Münster-„Tatort“ „Schwanensee“ mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl vom 8. November mit 13,69 Millionen Zuschauern. Dahinter folgt das Champions-League-Halbfinale Barcelona gegen FC Bayern am 6. Mai mit 13,46 Millionen vor dem Münster-Tatort vom 31. Mai mit 13,03 Millionen. „Der Himmel ist ein Platz auf Erden“, die Premiere des Franken-„Tatort“, sahen am 12. April 12,11 Millionen Zuschauer. Das ist Platz sieben in der TV-Hitparade 2015.

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