MÜNCHEN

Wie der Staat Hebammen locken will

Werdende Eltern mit Geburtstermin um die Weihnachtsfeiertage brauchen gute Nerven. Denn außer im St. Josef Krankenhaus in Schweinfurt müssen auch andere Kreißsäle in Bayern vorübergehend schließen. Der Grund: akuter Personalmangel. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml will nun im Kampf gegen den Fachkräftemangel Hebammen aus anderen Bundesländern in den Freistaat locken. Mit Geld.

Wer als Hebamme oder Entbindungspfleger mindestens vier Geburten pro Jahr betreut, kann einen Bonus von 1000 Euro pro Jahr beantragen. „Ab dem 1. Januar können auch Hebammen den Bonus beantragen, die in Bayern arbeiten, aber nicht in Bayern wohnen“, kündigte die CSU-Politikerin jetzt an. Das gelte auch rückwirkend für heuer betreute Geburten. Seit der Einführung im September vergangenen Jahres sind knapp 1800 Anträge eingegangen.

Wird das Problem nur verlagert?

Das Ministerium hofft mit der Ausweitung auf „zahlreiche“ zusätzliche Hebammen für Bayern, etwa aus Sachsen und Thüringen. Der Bonus setze zudem einen Anreiz für einen Verbleib in der Geburtshilfe, sagte Huml. Tatsächlich arbeiten nicht wenige Hebammen in anderen Berufen – auch aus finanziellen Gründen.

Dass dieses Problem mit 1000 Euro im Jahr zu lösen ist, glaubt Susanne Weyherter, zweite Vorsitzende des Bayerischen Hebammen Landesverbandes, nicht. Denn Hebammen fehlten in ganz Deutschland. Das Problem werde durch die Pläne der bayerischen Staatsregierung nur verlagert.

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