MÜNCHEN

Zukunftstechnik soll aus Würzburg kommen

Vor knapp vier Wochen wurden die Würzburger Hochschulen von der Ankündigung der CSU-Staatsregierung überrascht, beide Einrichtungen mit Millioneninvestitionen zu einem weltweit führenden Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (KI) ausbauen zu wollen.

Der Standort Würzburg habe dafür schlicht die besten Voraussetzungen, erklärt nun Bayerns Digitalminister Georg Eisenreich (CSU) den staatlichen Überraschungscoup: Sowohl die Julius-Maximilians-Universität wie auch die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) Würzburg-Schweinfurt „sind in diesem Bereich schon jetzt sehr stark“, lobt der Minister. Die Entscheidung für Würzburg als ein Zentrum für diese Zukunftstechnologie sei deshalb einfach gewesen: „Man kann Kompetenzen nur da bündeln, wo Kompetenzen schon da sind.“

Zentrale Zukunftstechnologie

Die KI-Forschung sei von zentraler Bedeutung für die Zukunft des Industriestandorts Bayern, glaubt Eisenreich: „Und wir müssen die Zukunftstechnologien entwickeln, mit denen wir weltweit an der Spitze sein können.“ So mache es wenig Sinn, sich an einem bayerischen Facebook, Google oder Amazon zu versuchen: „Da sind uns die Amerikaner und auch die Chinesen meilenweit voraus.“ Weltweit führend sein könne Bayern aber in der Digitalisierung der Industrie – Schlagwort „Industrie 4.0“.

In diesem Bereich gebe es schon jetzt nicht nur weltweite Spitzenforschung in Bayern, sondern auch eine breite industrielle Basis, die die neue Technik nutzen kann. „Künstliche Intelligenz in der Industrie ist deshalb für uns in Bayern eine Riesenchance“, wirbt der CSU-Politiker. Dies gelte umso mehr, als die Entwicklung erst am Anfang stehe. „Wer sich aber einer solchen Entwicklung verweigert, der wird auch unsere Werte, unseren Lebensstandart auf Dauer nicht erhalten können“, warnt der Digitalminister.

Milliarden-Investitionen des Freistaats

Im Kern gehe es bei der Künstlichen Intelligenz darum, Computern das selbstständige Lösen auch komplexer Probleme beizubringen, erklärt Eisenreich. Die Grundlagenforschung dafür sei aufwändig und müsse deshalb auch vom Staat vorangetrieben werden. Bayern werde deshalb bis 2022 mehr als drei Milliarden Euro in die Digitalisierung investieren. Wichtig sei ihm dabei, dass alle Landesteile profitieren, beteuert der Münchner: „Und Unterfranken als starker Wissenschaftsstandort profitiert besonders.“

Wie bereits berichtet soll an der Würzburger Uni ab 2020 für rund 50 Millionen Euro ein KI-Forschungsneubau entstehen, dazu sechs neue Professorenstellen plus Forschungsgruppen. An der HAW ist unter dem Namen „KAIRO“ ein Bayern weites „KI-Kompetenznetzwerk“ geplant. Aber auch die bayerischen Unternehmen müssten die Digitalisierung „endlich zur Chefsache machen“, fordert Eisenreich. Zu viele Firmen seien hier immer noch viel zu zurückhaltend, findet er: „Da ist noch Potenzial nach oben.“

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