LANDSHUT

Zum Missbrauch nach Haiti

Ein 58-jähriger Deutscher soll in Haiti mehrfach einen Buben sexuell missbraucht und das Kind schließlich nach Deutschland verschleppt haben. Von diesem Mittwoch an stehen er und ein 27 Jahre alter Mitangeklagter vor dem Landgericht Landshut.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten schweren sexuellen Kindesmissbrauch, Vergewaltigung und Menschenhandel vor. Er soll noch weitere Jungen in Haiti missbraucht haben.

Der mutmaßliche Missbrauch geschah nach den Erkenntnissen der Ermittler unter dem Deckmantel einer angeblichen Hilfsorganisation, die der 58-Jährige in Berlin gegründet haben soll. Er soll erstmals im März 2010 nach Haiti gereist sein. In seinem Auftrag sei damals ein Straßenkind angesprochen und in einem angeblichen Kinderheim untergebracht worden. Dort soll der Angeklagte den Buben mehrfach sexuell missbraucht haben – und später auch andere Kinder.

Dem Mann wird vorgeworfen, den Verein nur gegründet zu haben, um Kontakte zu Kindern zu knüpfen und so seine pädophilen Neigungen auszuleben. Zuletzt soll der Mann im Januar 2011 nach Haiti geflogen sein, gemeinsam mit dem 27-Jährigen, dem Beihilfe zum Menschenhandel vorgeworfen wird. Als die beiden einen Buben schließlich nach Deutschland einschleusen wollten, wurden die Männer am Flughafen München geschnappt. Der Mitangeklagte soll das Kind als seinen Sohn ausgegeben haben.

Die Polizei stellte bei dem vorbestraften 58 Jahre alten Berliner auch kinderpornografische Bilder sicher. Da die Landshuter Justiz für Straftaten am Münchner Airport zuständig ist, wird der Fall nun in Landshut verhandelt. Auch gegen ein weiteres Mitglied der mutmaßlichen Pädophilen-Bande wird ermittelt – allerdings in Stockholm, da der Lehrer schwedischer Staatsbürger sei und die Tat im Ausland stattgefunden habe. Auf die Spur des Schweden kam die Polizei, als sie die Wohnung des Hauptangeklagten durchsuchte.

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