München

Bayern lockert Corona-Einschränkungen

Ministerpräsident Markus Söder legt einen Plan für den stufenweisen Abbau der Beschränkungen vor. Die Umsetzung steht aber unter dem Vorbehalt weiter niedriger Corona-Infektionen.
Hat einen Fahrplan für die Lockerung der Corona-Maßnahmen in Bayern vorgelegt: Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Hat einen Fahrplan für die Lockerung der Corona-Maßnahmen in Bayern vorgelegt: Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Foto: Sven Hoppe, dpa

Bayerns Staatsregierung hat einen "Bayern-Plan" für weitreichende Lockungen der Corona-Einschränkungen beschlossen: So sollen etwa Kitas und Schulen stufenweise wieder ihren Betrieb aufnehmen. Ab 25. Mai können etwa Vorschulkinder in die Kitas zurückkehren. Weitere Kinder sollen nach Pfingsten folgen.

Viertklässler ab kommendem Montag wieder in den Schulen

In die Schulen sollen bis Pfingsten rund die Hälfte der Kinder zurück. Nach den Abschlussklassen, die seit 27. April wieder in den Schulen sind, sind zunächst ab 11. Mai die Vor-Abschlussklassen plus die vierten Klassen der Grundschulen dran. Am 18. und 25. Mai sollen die fünften und sechsten Klassen in Gymnasien und Realschulen sowie die fünften Klassen in Mittelschulen folgen, nach den Pfingstferien Mitte Juni dann die restlichen Jahrgangsstufen. Geplant sind Kleingruppen von maximal 15 Schülern sowie ein Wechsel zwischen Präsenz-Unterricht in der Schule und digitalem Unterricht zuhause. 

Besuch von Familienangehörigen ist ab sofort wieder erlaubt

Bereits ab diesem Mittwoch sollen Spielplätze wieder öffnen. Auch der Besuch von Familienangehörigen außerhalb des eigenen Haushalts ist ab sofort wieder erlaubt. Außerhalb der Familie bleibt es jedoch dabei, nur eine weitere Person im Freien treffen zu dürfen. "Partys sind weiter nicht möglich", betonte Söder. Auch Museen, Bibliotheken oder Tierparks sollen ab kommender Woche wieder öffnen. Erlaubt ist dann auch "kontaktfreier Individualsport mit Abstand", beispielsweise Tennis oder Golf.

Ab dem Wochenende wird unter strengen Hygiene-Vorgaben der Besuch von Angehörigen in Alten- und Pflegeheimen sowie Behinderteneinrichtungen und Krankenhäusern wieder möglich. Trotz der besonderen Gefährdung der Patienten und Bewohner gelte es gerade hier, "die Isolation der Menschen zu durchbrechen", so Söder.

Gaststätten sollen unter Auflagen ab 18. Mai im Außenbereich und ab 25. Mai auch im Innenbereich wieder öffnen. Die Zahl der Gäste wird begrenzt. Eine Maskenpflicht gilt für das Personal und Gäste auf dem Weg zum Tisch.

Hotels und Campingplätze dürfen ab 30. Mai wieder öffnen

Ab 30. Mai sollen Hotels, Pensionen und Campingplätze unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Wellnessbereiche und Schwimmbäder bleiben zu. Bereits ab kommenden Montag können zudem alle Geschäfte unabhängig von der Verkaufsfläche wieder öffnen, auch Kaufhäuser und Einkaufszentren.

Jetzt sei die richtige Zeit für weitere Lockerungen, erklärte Söder: "Die Zahlen lassen den Mut zu, vorsichtige Schritte zur Öffnung zu gehen." Derzeit seien noch rund 6400 Menschen in Bayern am Coronavirus erkrankt – 0,05 Prozent der Bevölkerung. Vorsicht bleibe aber oberste Maxime der bayerischen Politik. Es handle sich zudem um eine "atmende Strategie", die unter dem Vorbehalt auf Dauer niedriger Infektionen steht. "Wir machen einen Pfad der Vernunft", beteuerte Söder.

In Sachen Urlaubsplanung erklärte Söder, er unterstütze bei der Frage der Grenzöffnungen den restriktiven Kurs von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Auch in Bayern sei ein Urlaub möglich. Zudem habe die Bundesregierung unter großem Aufwand erst viele Bürger aus dem Ausland zurückgeholt: "Jetzt sind alle da. Und jetzt sollten alle auch mal dableiben", findet er.

Am Mittwoch sprechen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder abermals über den weiteren Corona-Kurs. Laut Söder soll es unter anderem um Großveranstaltungen, Kultur und Sport gehen. So könnte etwa der Weg für Geisterspiele der Fußball-Bundesliga freigemacht werden.

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