MÜNCHEN

Erneut mehr Einbrüche in Bayern

Deutliche Zunahme: In Bayern wurden 2014 rund 8000 Einbrüche registriert.
Foto: SymbolAndreas Gebert, dpa | Deutliche Zunahme: In Bayern wurden 2014 rund 8000 Einbrüche registriert.

Trotz verstärkter Bemühungen der Polizei ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Bayern auch im vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. Endgültige Zahlen für 2014 gibt es zwar noch nicht. Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) sprach nach einer Kabinettssitzung am Dienstag aber von einer deutlichen Zunahme auf rund 8000 registrierte Fälle. 2013 waren 6000 Einbrüche gemeldet worden, 2010 waren es 4500.

„Das ist ein Aufwärtstrend, der uns Sorgen macht“, räumte Huber ein. Zwar sei in Bayern das Einbruchsrisiko mit 51 Einbrüchen pro 100 000 Einwohner weiter deutlich geringer als im Bundesschnitt mit einer Quote von 185 Einbrüchen. Doch selbst eine verstärkte Fahndungs- und Ermittlungsarbeit der Polizei habe die Entwicklung nicht stoppen können.

Test einer Prognose-Software

„Wir setzen alles daran, bei der Einbruchskriminalität endlich eine Trendwende zu erreichen“, beteuerte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in einer Pressemitteilung. So sei etwa die Zahl der Polizeistreifen in Wohnvierteln verstärkt worden. Auch eine aus der Schweiz stammende Prognose-Software, die Ort und Zeitpunkt möglicher Einbrüche vorhersagen soll, wird getestet. Im Griff sei die Einbruchswelle aber trotzdem noch nicht, räumt die Staatsregierung ein.

Auch die Ursachen des Anstiegs der Fallzahlen ist laut Staatskanzleichef Huber noch nicht endgültig geklärt. Mehrere Faktoren spielten dabei eine Rolle: Von europaweit agierenden professionellen Banden über örtliche Gelegenheitseinbrecher bis hin zur Beschaffungskriminalität von Drogenabhängigen reiche das Spektrum. „Wir kümmern uns deshalb weniger darum, woher die Täter kommen, sondern darum, wie wir die Taten verhindern und verfolgen können“, sagte Huber. Auch sei der Anstieg der Einbrüche „kein bayerisches Phänomen“, sondern in ganz Deutschland festzustellen.

Als Konsequenz aus dieser Entwicklung will die CSU-Staatsregierung nun in Berlin auf eine Verschärfung des Strafrechts drängen. So soll eine Telefon- und Internetüberwachung nicht mehr nur bei schwersten Straftaten wie Mord, Terrorverdacht oder organisierter Kriminalität, sondern auch bei Serieneinbrüchen möglich werden.

Auch sollen Einbrüche ohne Waffen und eine direkte Bedrohung der Opfer nicht mehr als „minderschwere Fälle“ eingestuft werden können.

„Bei einem Wohnungseinbruch dringen die Täter in den intimen Privatbereich ein“, erklärte Justizminister Winfried Bausback (CSU). Das Sicherheitsgefühl der Opfer werde im Kern erschüttert: „Es ist nicht angemessen, dass das Strafgesetzbuch dafür die Möglichkeit eines minderschweren Falls mit einem deutlich milderen Strafrahmen vorsieht.“

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