München

Kommentar: Wieso die Corona-Regeln immer so unbefriedigend sind

Die Corona-Politik in Bayern lässt sich vielfach kritisieren. Doch das Virus verschwindet nicht, nur weil wir unser altes Leben zurückhaben wollen, sagt unser Autor.
 Manche Corona-Regeln sind mitunter schwer nachvollziehbar. Doch die Sehnsucht nach mehr Freiheit trifft auf ein Virus, das nicht verschwindet, nur weil wir unser altes Leben zurückhaben wollen.
Foto: Roland Weihrauch, dpa |  Manche Corona-Regeln sind mitunter schwer nachvollziehbar. Doch die Sehnsucht nach mehr Freiheit trifft auf ein Virus, das nicht verschwindet, nur weil wir unser altes Leben zurückhaben wollen.

Die neuen Corona-Regeln für Bayern sind in vielerlei Hinsicht unbefriedigend. Es fängt schon damit an, dass sie inzwischen so kompliziert sind, dass viele Bürger längst aufgegeben haben, nachzuvollziehen, was genau denn jetzt wo gilt.

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Unbefriedigend ist aber etwa auch, Öffnungen an die fixe Inzidenz 50 zu binden. Eine Schwelle, die zwar zuletzt noch in fast der Hälfte Bayerns unterschritten wurde – just zum Beginn der angekündigten Lockerungen in vielen Regionen wohl aber wieder übersprungen wird. Den Menschen wird damit eine Karotte der Hoffnung vor die Nase gehalten, die dann doch nicht zu erreichen ist. Zur besseren Akzeptanz der Corona-Einschränkungen führt dies eher nicht.

Corona bleibt, auch wenn wir die Probleme nicht mehr ertragen 

So verständlich Ärger und Wut im Detail auch sind: Bei nüchterner Betrachtung bleibt die Frage nach der Alternative. Denn auch die Sehnsucht nach einer Rückkehr zum normalen Leben kann die Realität nicht überblenden, dass Corona nicht verschwindet, nur weil wir die damit verbundenen Probleme nicht länger ertragen.

Ohne Einschränkungen wird es auch die nächsten Monate nicht gehen. Dass dies so ist, liegt nicht zuletzt an der schleppenden Impfung, schwerfälligem Bürokratismus, Bedenkenträgertum und mangelndem Mut. Dafür kann und muss man auch die Politik in München, Berlin und Brüssel verantwortlich machen.

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Doch wie auch immer die aktuelle Corona-Politik aussähe: Sie wäre wohl immer unbefriedigend, widersprüchlich, ungerecht. Was bleibt, ist die Hoffnung auf den einzigen realistischen Ausweg: Möglichst viele Menschen möglichst schnell zu impfen.

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