Hach, ein Archie!

Prinz Harry und seine Frau Meghan haben ihr Kind in Windsor der Öffentlichkeit präsentiert. Foto: Dominic Lipinski, afp

Auf diesen Moment hat nicht nur das Königreich, nein, will man dem Boulevard glauben, die ganze Welt hingefiebert, seit am Montag das erste große Warten ein Ende fand. Seit Prinz Harry freudestrahlend und sehr bewegt die Geburt des ersten Kindes der Herzogin von Sussex verkündet hatte. Endlich. Ein Junge. Und nun, zwei Tage später, präsentierte sich die Familie zum ersten Mal zu dritt auf Schloss Windsor zum Fototermin vor erlesenen Kameraleuten.

Voller Stolz hielt Prinz Harry seinen zwei Tage alten Sohn in den Armen, Herzogin Meghan strich immer wieder behutsam über die farblich zu ihrem ärmellosen Kleid passende weiße Wolldecke, in die das schlafende Neugeborene mit dem Strickmützchen auf dem Kopf eingewickelt war. „Es ist magisch“, sagte die 37-Jährige fast ein wenig schüchtern und er sei „ein Traum“. Sie habe „die zwei besten Jungs auf der Welt“. Ein Seufzer der Entzückung hallte über die Insel.

Das erste Kind des „Rockstar-Paars“, wie die beiden oft genannt werden, habe „ein wunderbares Temperament und ist ganz ruhig“. Das stellte das Baby bei seinem ersten Auftritt in der Öffentlichkeit denn auch unter Beweis. Kein Muckser war in den drei Minuten zu hören. Auf die Frage, welchem Elternteil es ähnele, meinte Prinz Harry nach einem Blick auf seinen Sohn: „Er sieht jeden Tag anders aus, deshalb wer weiß?“

Medienfreundlich nicht nur für die Heimat der Royals auf der Insel, sondern auch den US-Markt, zeigten sich die Herzogin und der Herzog von Sussex zur Mittagszeit – bei aller Privatheit, die das Paar gerne einfordert, wollte der Kurzauftritt doch perfekt inszeniert werden.

So wachten die Amerikaner auf der anderen Seite des großen Teichs mit Bildern ihres in die Königsfamilie eingeheirateten Exports auf und die Briten freuten sich über mehr Zeit, um Spekulationen anzuheizen. Die ebbten auch nach dem Termin nicht ab, der sich doch sehr von den Medien-Spektakeln in London unterschied, die die Geburten der Kinder von Herzogin Catherine und Prinz William dargestellt haben. Den Namen der Nummer Sieben in der Thronfolge nämlich verriet das Paar zunächst nicht.

Erst nachdem der neueste Zuwachs der „Firma“ seiner Ur-Großmutter Königin Elizabeth II. und Prinz Philip vorgestellt wurde, sollte der Palast dieses Geheimnis lüften: Archie Harrison Mountbatten-Windsor heißt der jüngste Sprössling der Royals.

Kein Prinzentitel, kein Lordtitel. Wieder einmal brechen Herzogin Meghan und Prinz Harry mit den mitunter verstaubten Traditionen der Royals.

Die Namenswahl kommentierten viele Beobachter als ungewöhnlich, frisch – und doch klassisch. Archie stammt ursprünglich aus dem Deutschen und stellt die Kurzform von Archibald dar. Harrison dagegen bedeutet „Sohn von Harry“ – was sonst.

Herzogin Meghan zeigt zusammen mit Prinz Harry ihren Sohn Archie Harrison Mountbatten-Windsor der Queen Elizabeth II., d... Foto: Chris Allerton/SussexRoyal NEWS/PA Wire, dpa

Die größte Überraschung war jedoch das „historische“ Bild, das das Paar am frühen Abend auf Instagram veröffentlichte. Es zeigt das Baby und die frischgebackenen Eltern im Kreise der Queen und des Prinzgemahls sowie Meghans Mutter Doria Ragland. Ein Novum.

Es wird davon ausgegangen, dass sich die Familie nun erst einmal wieder in die Privatheit ihres Hauses Frogmore Cottage auf dem Gelände von Schloss Windsor zurückziehen wird. Das hatten die beiden vor einigen Wochen als Wohnort auserkoren – doch für wie lange noch?

Laut Medienberichten steht in naher Zukunft ein Umzug nach Afrika an. Manche sprechen von einem mehrmonatigen Aufenthalt, andere gehen von bis zu zwei Jahren aus, die das Paar unter Umständen im südafrikanischen Kapstadt verbringen könnte. Es ist ein Kontinent, dem Prinz Harry und Herzogin Meghan gleichermaßen eng verbunden sind.

In Botswana verbrachten sie ihren ersten Liebesurlaub und der 34-Jährige gründete in der Tradition seiner Mutter Diana schon vor 13 Jahren in Lesotho seine eigene Hilfsorganisation, die HIV-infizierte und Aids-kranke Kinder unterstützt. Regelmäßig reist er in die Region, genauso wie die ehemalige Schauspielerin. Beobachtern zufolge könnte das Paar fern der britischen Heimat seine Wohltätigkeitsarbeit mit der Rolle als Botschafter für das Commonwealth verbinden. Und würde sich zudem etwas aus dem Fokus der Aufmerksamkeit nehmen.

Auch die Gerüchte, wonach die beiden wegen Streitereien mit Harrys älterem Bruder, Prinz William, und dessen Frau, Herzogin Catherine, das Königreich verlassen wollen, halten sich hartnäckig – obwohl sich Schwager und Schwägerin, selbst Eltern von drei Kindern, einen Tag nach dem freudigen Ereignis begeistert über den Familienzuwachs gezeigt haben. „Ich freue mich, meinen Bruder im Schlafentzugs-Verein willkommen zu heißen, den das Elterndasein mit sich bringt", witzelte etwa Prinz William.

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