Johannesburg

Herzogin Meghan sucht das Gespräch mit Studenten

Herzogin Meghan auf Afrikareise
Einsatz für Frauenrechte: Herzogin Meghan in Johannesburg. Foto: Christiaan Kotze/PA Wire/dpa

Die Queen dürfte mit ihrem Enkel zufrieden sein. Während zu Hause die Schlagzeilen rund ums leidige Brexit-Thema kaum abreißen, punkten Prinz Harry und seine kleine Familie im fernen Afrika als Sympathieträger.

Wenn sie sich an diesem Mittwoch in den Sitzen eines Linienflugzeugs für die lange Rückreise nach London niederlassen, dürfte die Zeit der Bilanzen schlagen. Glaubt man dem überwiegenden Tenor der Medienberichte am Kap, haben sich die Royals auf ihrer ersten Auslandstour als Familie durchaus wacker geschlagen. Bescheiden, natürlich und auch inspirierend kamen sie demnach daher.

Doch es fehlte auch nicht an kritischen Stimmen. „Erinnerung: Südafrika ist keine britische Kolonie mehr”, hieß es etwa beim „Daily Maverick”, der dann etwas befremdet bilanzierte: „Aber beim kollektiven Jubel der Medien, die Prinz Harry und Meghan Markle an unsere Gestade begleitet haben, war das nur schwer zu erkennen.”

Tanzend, lachend und mitunter auch emotional schärfte vor allem Meghan ihr Profil als ebenso engagierte wie unkomplizierte Frauenrechtlerin. Auch bei anderen Auftritten wirkte sie locker und trat den Anlässen entsprechend auf: Mal saß sie mit Kindern spielend auf dem Boden, mal züchtig mit einem um den Kopf gewickelten Schal in Südafrikas ältester Moschee neben Harry sitzend. Und von Akademikern und Studenten gab es am Dienstag in Johannesburg wohlwollenden Beifall.

Während mitreisende Journalisten die exakten Preise für die von den Royals getragenen Kleider ermittelten - selbst für Baby Archies Strampler gab es dabei genau Angaben - widmete sich die Herzogin ihrer Herzensangelegenheit: der Förderung junger Frauen und Mädchen. Meghan profilierte sich dabei mit einem bewusst bescheidenen Auftreten. „Ich bin eure Schwester”, hatte sie bei ihrem ersten Projektbesuch in Kapstadt vor jungen Südafrikanerinnen betont.

Harry begab sich vor allem in Angola erfolgreich in die Fußstapfen seiner Mutter Prinzessin Diana - die auch einst mit unkompliziertem Auftreten in der Öffentlichkeit punktete. Als er am gleichen Ort wie sie vor 22 Jahren bei ihrem Engagement gegen Angolas Landminen über die gleiche Strecke schritt, gestand er mit der Hand auf dem Herzen vor Journalisten: „Es ist emotional.” Bei seinem Umwelt- und Naturschutz-Engagement wirkte er glaubwürdig, als er verschiedener Projekte in Malawi und Botsuana besuchte.

Selbst Baby Archie hatte nach wochenlanger Abwesenheit in der Öffentlichkeit endlich seinen viel beachteten Auftritt - und das gleich beim großen alten Mann der Anti-Apartheid-Bewegung, dem ehemaligen Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu. Der knapp fünfmonatige Adelsspross Archie reist zudem mit einem neuen Kosenamen nach Hause: Ntsika. In der Sprache des Xhosa-Volkes - dem auch Nelson Mandela angehörte - steht er für „Säule der Stärke”.

Allein aus Großbritannien kamen nach inoffiziellen Angaben rund 80 Berichterstatter, um über den royalen Besuch zu berichten. Südafrikas Tourismusbüro sah ihn daher auch als Chance. Den Blick der vielen Journalisten aus aller Welt versuchte es für die landschaftlichen und kulturellen Schönheiten der Region zu schärfen - weg von den Negativ-Schlagzeilen rund um die Gewalt in Kapstadts Armenvierteln.

Herzogin Meghan auf Afrikareise
Herzogin Meghan besuchte die Universität von Johannesburg. Foto: Christiaan Kotze/PA Wire/dpa

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