Als Philosophen Stars waren

Vor 50 Jahren trug man schwer verständliche theoretische Schriften in der Jackentasche mit sich herum wie heutzutage das Smartphone. Wer mit Begriffen wie „Hermeneutik” und „Dialektik” jonglierte, hatte Sex-Appeal. Aber dann kam das „Busen-Attentat”.
Theodor W. Adorno       -  Philosoph, Gourmet, Pianist und Tierfreund:  Theodor W. Adorno. Foto: dpa
Foto: dpa | Philosoph, Gourmet, Pianist und Tierfreund:  Theodor W. Adorno. Foto: dpa

Theodor Adorno war einer der großen Theoretiker der 68er. Er war ein Star, aber kein unerreichbarer. Auf Wunsch erteilte er Rat in allen Lebenslagen. „Sehr geehrter Herr Professor Adorno”, wandte sich 1968 ein Kunststudent an ihn, „bitte schreiben Sie mir Namen und Anschrift einer guten homosexuellen Zeitschrift, damit ich sie abonnieren könne.” In seiner Antwort bestärkte Adorno den Hilfesuchenden darin, nicht „vorm Konformismus” zu kapitulieren. Da er selbst aber „nicht die leisesten Neigungen nach dieser Richtung” verspüre, könne er ihm beim besten Willen ...

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