Dresden

Grandiose Elisabetta - Netrebko feiert Debüt in Dresden

Dresdner Semperoper       -  Besucher spenden der russischen Sopranistin Anna Netrebko Applaus.
Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa | Besucher spenden der russischen Sopranistin Anna Netrebko Applaus.

Grandios, bezaubernd, besonders: Majestätisch betritt sie die Bühne der Dresdner Semperoper, in einer schwarzen, im Graffito-Stil bestickten Taftrobe. Anna Netrebko ist Elisabetta, Königin von Spanien - ohne Kostüm und Perücke.

Mit dem ersten Ton des Duetts „Io vengo a domandar” aus Giuseppe Verdis „Don Carlo” nimmt ihre Stimme die rund 330 Zuhörer gefangen, die später die russische Sopranistin, eine der prominentesten Sängerinnen der Gegenwart, feiern.

Elisabetta ist für Netrebko musikalisch und psychologisch eine Herausforderung. „Diese Rolle hat viele niedrige Tessitura und sehr lange Phrasen im mittleren Register”, sagte sie der dpa. „Meiner Meinung nach wurde es für Sopran-Spinto geschrieben, was ich im Prinzip nicht bin.” Sie habe hart daran arbeiten müssen. Auch ohne Kulissen, Requisiten und großes Orchester ist Verdis Oper präsent.

Wegen der Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie ist es ein fast exklusives Konzert in dem weltberühmten Opernhaus, das eigentlich 1250 Plätze hat und sich nach gut dreimonatiger Zwangspause nun spektakulär zurückmeldet. Mit „Aufklang! Don Carlo” hat das weltberühmte Opernhaus den Spielbetrieb wieder aufgenommen - mit Einschränkungen aufgrund der Hygieneregeln.

Solisten, Musiker und Chorsänger hielten Abstand auf der Bühne. Nur Netrebko und ihr Mann, Tenor Yusif Eyvazov als Don Carlo, kamen sich bei den Duetten ganz nah. Beide hatten für die „Don Carlo”-Inszenierung in der Semperoper geprobt, aber die Aufführung im Mai musste abgesagt werden. Der Musikalische Leiter Johannes Wulff-Woesten arrangierte nun eine konzertante Fassung für Kammerensemble.

Neben Netrebko und Eyvazov überzeugten auch die russische Mezzosopranistin Elena Maximova als Prinzessin Eboli sowie die Bässe Tillmann Rönnebeck als Philipp II. und Alexandros Stavrakakis als Mönch. Sie alle spielten ihre Rollen, obwohl es eine konzertante Präsentation war. „Man spürte Leidenschaft und auch Freude, dass sie wieder auftreten können”, sagte eine Mitfünfzigerin.

2016 hatte Netrebko schon einmal ein gefeiertes Rollendebüt an der Sächsischen Staatsoper, als Elsa in Richard Wagners „Lohengrin”. Auch damals hatte sie sich akribisch auf ihre erste deutschsprachige Partie vorbereitet - und mit dem erwarteten Wohlklang ebenso wie mit Textverständlichkeit brilliert. Für die 48-Jährige war es eine Freude, „wieder in Dresden und in diesem wunderbaren Theater zu sein”. Sie habe nur positive Erinnerungen an das erste Debüt, „die mir sehr am Herzen liegen”.

Semperoper-Intendant Peter Theiler sprach von „Segen und Glück”, dass „die weltberühmteste Sängerin” auch in der konzertanten Version singt. Die drei noch folgenden Abende sind ebenso ausverkauft. „Einfach wunderbar!”, sagte ein junger Kölner mit Leidenschaft für die Oper und Anna Netrebko. „Sie hat heute besonders große Dynamik in ihrer Stimme gehabt, der Kontrast zwischen Piano und Forte”, schwärmte er.

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