Los Angeles

Arte zeigt Doku über Joni Mitchell

„Joni Mitchell - Hippie Folk Goddess”       -  Joni Mitchell beim Isle of Wight Festival 1970.
Foto: -/UPI/dpa | Joni Mitchell beim Isle of Wight Festival 1970.

Zahlreiche Welthits hat die Liedermacherin Joni Mitchell geschrieben. Ende der 60er Jahre trat die Kanadierin mit den Alben „Song To A Seagull” und „Clouds” ins Rampenlicht.

Sie wurde von Weggefährten verehrt, und auch heute noch lassen sich Künstler von Joni Mitchell inspirieren. Das Musikmagazin „Rolling Stone” sieht sie auf Platz 9 der 100 besten Songwriterinnen. Der Sender Arte zeigt am Freitag um 21.45 Uhr das gut 50-minütige Porträt „Joni Mitchell - Hippie Folk Goddess” über die Musikerin, die sich im Laufe ihrer Karriere immer wieder selbst erfunden hat.

„Wenn Du mit einem Pinsel malen kannst, dann kannst Du auch mit Worten malen.” Diesen Satz habe ihr einst ein Lehrer mit auf den Weg gegeben, erinnert sich Mitchell. Und gerade die Qualität ihrer Texte, in denen sie auf poetische Weise ihr Inneres nach außen kehrt, ist das, was ganze Generationen von Musikfans beeindruckt. Ihr Gitarrenspiel ihr glockenheller Sopran gelten als unverwechselbar.

Von sich selbst sagt Mitchell, sie sei „keine Folk-Sängerin”, auch wenn sie oft als solche bezeichnet wird. Folkmusik war es auch, mit der sie Ende der 60er Jahre ihre Karriere begann. Doch im Laufe der 70er Jahre kam - in zunehmend tieferer Stimmlage - Jazz hinzu, noch später Rock und Pop. In den 2000er Jahren kehrte sie zu ihren musikalischen Wurzeln zurück. In eine Schublade lässt sich die Frau jedenfalls schwer stecken, zumal sie sich auch als Malerin einen Namen machte. Zahlreiche Cover ihrer Alben gestaltete sie selbst.

Mit Anfang 20 war sie aus Kanada in die USA gegangen, um Musik zu machen. Schnell zählten Größen wie Neil Young und Eric Clapton zu ihrem Umfeld. Mit David Crosby war sie liiert, später mit dessen Bandkollegen Graham Nash. Mit Crosby, Stills, Nash and Young stand sie gemeinsam auf der Bühne.

Nicht auf der Bühne stand sie als eine der wenigen Größen ihrer Generation ausgerechnet beim legendären Woodstock-Festival 1969. Sie hatte am nächsten Tag einen TV-Auftritt, den sie nicht verpassen wollte. Das Festival verfolgte sie vor dem Fernsehapparat. Es schmerzte sie, nicht dabei gewesen zu sein - im Nachhinein schrieb sie das Lied „Woodstock”. Es gilt als Festival-Hymne.

Das große private Drama der Joni Mitchell ist der Verlust ihrer Tochter. Als sie 1964 schwanger wurde, gab sie das Kind zur Adoption frei, weil sie glaubte, es nicht versorgen zu können. Die Frage, wo das Mädchen sei, beschäftigte sie stets. Erst mehr als 30 Jahre später traf sie ihre Tochter wieder.

Die Regisseurinnen Klara und Julia Kuperberg tragen für das Porträt viel Archivmaterial zusammen und zeichnen ein sehenswertes Bild einer vielschichtigen Künstlerin. Diese hatte sich in den vergangenen 20 Jahren von der Bühne weitgehend zurückgezogen. Bis sie - was für den Arte-Beitrag zu spät kam - im Juli 2022, im Alter von 78 Jahren und von schwerer Krankheit gezeichnet, überraschend beim „Newport Folk Festival” auftrat. Beeindruckend und bewegend.

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