München

Neue Schul-Komödie von Sönke Wortmann

Eingeschlossene Gesellschaft       -  Prominente Besetzung: Torben Kessler (v.l.n.r.), Nilam Farooq, Anke Engelke, Justus von Dohnányi, Thomas Loibl und Florian David Fitz.
Foto: Wolfgang Ennenbach/Sony Pictures/BantryBay Productions GmbH/Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion GmbH/Degeto Film GmbH/dpa | Prominente Besetzung: Torben Kessler (v.l.n.r.), Nilam Farooq, Anke Engelke, Justus von Dohnányi, Thomas Loibl und Florian David Fitz.

Schule ist für Sönke Wortmann ein Reizthema. Das oft angespannte Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern untersuchte er schon in der Komödie „Frau Müller muss weg!”, in der er amüsant den Wahnsinn rund um den Übertritt von der Grundschule aufs Gymnasium karikierte.

In seinem neuen Streifen „Eingeschlossene Gesellschaft” geht es nun um einen Vater, der für die Abiturzulassung seines Sohnes bereit ist, ans Äußerste zu gehen. Eine bitterböse Abrechnung mit dem System Schule, prominent besetzt mit Schauspielern wie Florian David Fitz, Anke Engelke oder Justus von Dohnányi.

Ein Vater rastet aus

Ein Notenpunkt in einer Klausur fehlt Fabian für die Abiturzulassung, sonst muss er die Schule ohne Abschluss verlassen. Verzweifelt stürmt der Vater am Freitagnachmittag das Lehrerzimmer, wo sich noch sechs Männer und Frauen aufhalten. Erst will er nur Druck machen, doch dann gerät alles außer Kontrolle und der Vater nimmt die Lehrer gewaltsam als Geiseln, um sie zu einer Konferenz über Fabians Noten zu zwingen.

Wortmann („Contra”) zeichnet verschiedene Lehrertypen, die jeder aus seiner Schulzeit kennen dürfte. Die frustrierten Zyniker, die junge Leute nicht ausstehen können. Die Coolen, die auf einem schmalen Grat zwischen Beliebtheit und Anbiederung balancieren. Die Netten, die keiner ernst nimmt. Oder die Entspannten, die bei der Jugend beliebt sind und deshalb von den Frustrierten missgünstig beäugt werden.

Die Komödie strotzt vor bissigen Dialogen und reiht ein Klischee ans andere. Das ist oft lustig, zumal die Lehrertypen gut getroffen sind. Auf die Dauer ermüdet es aber auch, da die Figuren vor allem um sich selbst kreisen. Als unterhaltsamer Beleg für das oft uninspirierte, konservative deutsche Schulsystem taugt der Film aber allemal, und sei es auch nur, um entlarvende Sätze wie diesen zu hören, den die allerseits verhasste Frau Lohmann (Engelke) ausspricht: „Ich hasse die Jugend nicht. Ich kann sie nur nicht ausstehen.”

Eingeschlossene Gesellschaft, Deutschland 2021, 97 Min., FSK ab 12, von Sönke Wortmann, mit Anke Engelke, Justus von Dohnányi, Florian David Fitz und Nilam Farooq

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