Berlin

Das Oneplus 8T im Praxistest

Das Oneplus 8T im Praxistest       -  Das Oneplus 8T wird mit Android 11 ausgeliefert.
Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn | Das Oneplus 8T wird mit Android 11 ausgeliefert.

Die Smartphone-Welt besteht nicht nur aus Apple, Samsung und Huawei. Lange als Geheimtipp gehandelt, erobert gerade Oneplus die Top-Fünf der europäischen Verkaufscharts.

Der chinesische Hersteller wirbt mit Top-Technik zum fairen Preis - ein Versprechen, das wir im mehrwöchigen Praxistest auf die Probe gestellt haben.

Schon auf den ersten Blick wirkt das Oneplus 8T modern und gut gestylt, denn der Bildschirmrand ist äußerst dünn ausgefallen. Das Gerät ist mit einem hochwertigen Aluminiumrahmen eingefasst, die Hauptkamera ragt jetzt wie bei dem meisten anderen Smartphones als Rechteck oben links an der Rückseite heraus - zuvor hatte Oneplus die Kamera immer mittig platziert. Der Hersteller begründet die Änderung nun mit einer verbesserten Kühlung und Antennentechnik.

Das Gerät ist sehr gut verarbeitet und fühlt sich gut an. Mit 188 Gramm ist es auch relativ leicht. Das Display selbst ist 6,55 Zoll groß und bietet eine Full-HD-Plus-Auflösung (2400 mal 1080 Bildpunkte mit 402 ppi Pixeldichte). Oneplus verwendet ein flexibles und äußerst dünnes AMOLED-Display-Panel, was sich im Alltag bemerkbar macht.

Dünnes Gerät, dicker Akku

Zum einen ist das Gerät dadurch insgesamt angenehm dünn geraten, obwohl hinter dem Display auch noch die elektronischen Komponenten zur Bildschirmansteuerung verstaut werden. Diese Bauweise trägt aber auch dazu bei, dass der untere Bildschirmrand - das „Kinn” - beim 8T nicht mehr so breit ausfällt wie beim Vorgängermodell. Und schließlich stellt der AMOLED-Bildschirm die Farben schön wie akkurat dar - und nicht übertrieben bunt, wie etliche Konkurrenten aus China.

Das 8T kann auch mit einem anderen Spitzenwert auftrumpfen: der Bildwiederholrate von 120 Hertz - da kommt nicht einmal das aktuelle iPhone-Modell heran. Webseiten im Browser und Szenen im Computerspiel scrollen damit ruckelfrei über den Bildschirm. Zur Performance tragen auch der Hauptprozessor Snapdragon 865 und der acht oder zwölf Gigabyte (GB) große, neuartige UFS-3.1-Arbeitsspeicher (RAM) bei.

Viel Licht, aber auch ein wenig Schatten gibt es bei der Ladetechnik: Zu einem hat Oneplus dem 8T einen großen Akku mit 4500 Milliamperestunden (mAh) spendiert. Damit kommt man locker über den Tag. Der eigentliche Clou ist aber das Ladeteil „Warp Charge 65”, das das 8T in 10 Minuten zu 35 Prozent und in knapp 40 Minuten komplett auflädt. Das ist sensationell gut und zeigt, dass beim Thema Ladetechnik noch viel Raum für Innovation ist.

Vierfachkamera ohne Tele

Das aktuelle 8T verfügt über eine Vierfachkamera. Dessen Weitwinkel bietet eine Auflösung von maximal 48 Megapixeln und wird optisch stabilisiert. Die Optik des Ultraweitwinkels erfasst Bildinformationen mit einer Auflösung von 16 Megapixeln. Soweit hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell nichts geändert. Etwas verbessert wurde die Makro-Kamera, die nun 5 Megapixel bietet. Neu ist eine monochrome Kamera, die Bildinformationen für den Tiefensensor sammelt. Dafür fehlt eine Tele-Optik.

Bei gutem Tageslicht fängt das 8T hervorragende Fotos und Videos ein, bei wenig Licht beginnt die Hauptkamera aber ein wenig zu rauschen. Da sehen Bilder und Videos, die man in gleicher Umgebung mit einem Pixel 5 oder einem iPhone 12 aufnimmt, besser aus. Einen gemischten Eindruck hinterlässt der Bokeh-Effekt des 8T. Bei Fotos entstehen damit in der Regel professionell aussehende Porträt-Aufnahmen, bei Videos fransen damit aber gelegentlich die Ränder aus.

Android 11 an Bord

Ähnlich wie die Käufer eines Pixel 5 von Google profitieren Oneplus-Kunden von der aktuellen Android-Software. Das 8T wird vom Werk aus mit dem neuen Android 11 ausgeliefert. Eigene Akzente setzt Oneplus mit der eigenen Benutzeroberfläche Oxygen OS, die modern, aufgeräumt und nicht „verbastelt” wirkt. Auch bei der Funktechnik erfüllt das 8T die aktuellen Anforderungen. 5G-Mobilfunk, Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.1 werden unterstützt. Von den Punkten auf der Wunschliste fehlt aber ein zertifizierter IP-Schutz vor Wasser und Staub.

Das Oneplus 8T wird in Grün und Silber verkauft. In der Variante mit acht GB RAM und 128 GB Speicher kostet es 600 Euro. Die Version mit zwölf GB RAM und 256 GB Speicher (nur in Grün) ist 100 Euro teurer.

Fazit: Das Oneplus 8T ist interessant für Smartphone-Anwender, die nicht bereit sind, 1000 Euro oder mehr für ein Mobiltelefon auszugeben. Zum Teil findet man hier Spitzentechnik, die nicht einmal bei High-End-Modellen zu finden sind. Wer das Smartphone vor allem als Fotokamera nutzt, sollte aber besser zu Googles Pixel 5 greifen.

© dpa-infocom, dpa:201214-99-686384/4

„Warp”-Telefon       -  In der Variante mit acht Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM) und 128 GB Speicher kostet das 8T 600 Euro. Die Version mit zwölf GB RAM und 256 GB Speicher (nur in Grün) ist 100 Euro teurer.
Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn | In der Variante mit acht Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM) und 128 GB Speicher kostet das 8T 600 Euro. Die Version mit zwölf GB RAM und 256 GB Speicher (nur in Grün) ist 100 Euro teurer.
In Silber       -  Das Oneplus 8T wird neben Silber (Bild) auch in Grün verkauft.
Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn | Das Oneplus 8T wird neben Silber (Bild) auch in Grün verkauft.
Gut gestylt       -  Modern und gut gestylt: Das Oneplus 8T.
Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn | Modern und gut gestylt: Das Oneplus 8T.
Aluminiumrahmen       -  Das Oneplus 8T ist in einen hochwertigen Aluminiumrahmen eingefasst. Auf der Rückseite oben links ragt das rechteckige Modul der Hauptkamera ein wenig heraus.
Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn | Das Oneplus 8T ist in einen hochwertigen Aluminiumrahmen eingefasst. Auf der Rückseite oben links ragt das rechteckige Modul der Hauptkamera ein wenig heraus.
Oneplus 8T       -  Das Oneplus 8T in Silber.
Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn | Das Oneplus 8T in Silber.
Kamera-Augen       -  Unter den Kamera-Augen ist ein optisch stabilisiertes Weitwinkel mit einer Auflösung von bis 48 Megapixeln.
Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn | Unter den Kamera-Augen ist ein optisch stabilisiertes Weitwinkel mit einer Auflösung von bis 48 Megapixeln.
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