BERLIN

In fünf Schritten zum passenden Tablet

Medienkompetenz von jungen Menschen
Spielgerät oder Arbeitsgerät oder beides? Wer sich ein Tablet anschaffen will, sollte sich über den Einsatzzweck im Klaren sein. Denn der bestimmt auch über das aufzuwendende Budget. Foto: Hans-Jürgen Widl, dpa

Vor fast zehn Jahren, im Frühjahr 2010, stellte Apple mit dem iPad das erste Tablet vor, wie wir es heute kennen und nutzen: ein großer Bildschirm, der zugleich der Ein- und Ausgabe dient. Über Wireless-LAN oder Mobilfunknetz mit dem Internet verbunden, ermöglicht es Kommunikation, Unterhaltung mit Videos oder Spielen und auch das Erledigen von Arbeit. Wer sich heute ein Tablet anschaffen will, kann dafür unter 100 und weit über 1000 Euro ausgeben. Umso wichtiger ist es, sich vor dem Kauf in wenigen Schritten an das richtige Gerät heranzutasten.

Schritt 1: Der Einsatzzweck

Soll das neue Tablet einzig dem Abruf und dem Beantworten von E-Mails auf der Couch dienen? Oder soll es sich mit Zeigestift, Tastatur und Maus ergänzt zum vollwertigen Arbeitsgerät und damit auch Laptop-Ersatz entwickeln können? So unterschiedlich die Einsatzbereiche, so unterschiedlich sind die Preise.

Denn während die Grundfunktionen wie das Abrufen von Informationen im Internet oder das Schreiben von Texten schon mit Geräten unter 100 Euro funktionieren, verlangen beispielsweise Videobearbeitung oder 3D-Anwendungen viel mehr Rechenleistung, wie sie nur teure Modelle bieten. Daher ist der wichtigste Schritt, dass sich Verbraucher zunächst darüber klar werden, zu welchem Zweck sie das Tablet anschaffen.

Schritt 2: Das Budget

Spielt Geld keine Rolle? Dann geht es von hier aus direkt zu Schritt 3. Aber meist dürfte ein finanzieller Rahmen vorhanden sein, wie viel das neue Tablet kosten darf. Ein zu enges Budget könnte allerdings zu Problemen führen. Wer ein professionelles Gerät mit schneller Rechenleistung erwartet und gleichzeitig nur 100 Euro ausgeben kann oder will, wird kein passendes Gerät finden.

Ab rund 300 Euro sind Tablets heute aber so leistungsstark, dass sie sich für die meisten Einsatzbereiche gut eignen. Selbst wer die Möglichkeiten eines solchen Gerätes zunächst nicht ausnutzt, hat genug Reserven für künftige Anwendungen.

Das vorhandene Budget setzt also schnell Grenzen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des Tablets - und seiner Zukunftssicherheit. Denn wer mit Blick auf das vorhandene Budget auf eine ältere Gerätegeneration setzt, muss oft nach wenigen Jahren erleben, dass es kein Update des Betriebssystems mehr gibt.

Schritt 3: Die Bildschirmgröße

Da bei einem Tablet der Bildschirm sowohl der Eingabe – mittels Stift oder Finger – dient als auch der Ausgabe, ist dessen Größe besonders entscheidend. Mit Blick auf die Mobilität scheint oft ein kleines Tablet reizvoll, doch Schreiben lässt sich auf der virtuellen Tastatur eines kleinen Bildschirms eher schlecht.

Bildschirmgrößen zwischen acht und zehn Zoll Diagonale gelten daher als klein und sind nur dann zu empfehlen, wenn die Mobilität im Vordergrund steht. Wer sein Tablet primär zu Hause nutzt, der sollte ein Gerät mit einer Diagonalen zwischen zehn und zwölf Zoll anschaffen. Der Preis spielt hier eine untergeordnete Rolle. Zwar gibt es für rund 100 Euro ausschließlich kleine Bildschirme, ab rund 250 Euro spielt die Bildschirmgröße aber keine Rolle mehr. Dann sind andere Faktoren, wie der verbaute Prozessor oder der integrierte Arbeitsspeicher, wichtiger.

Schritt 4: Die Ausstattung

Womit wir beim vierten Schritt sind – dem Blick auf die Hardware. Hinter dem Bildschirm sitzen nämlich unter anderem Prozessor und Arbeitsspeicher. Und hier gibt es besonders große Unterschiede. Der Prozessor und die verbaute Grafikelektronik entscheiden darüber, wie schnell das Tablet arbeitet.

Auch hier gilt: Für einfachste Anwendungen wie E-Mail-Abruf oder Texte schreiben, ist die Ausstattung nicht wichtig. Wer aber auch mal ein schnelles Renn- oder Ballerspiel auf dem Tablet sehen möchte oder komplexe Berechnungen plant, der kommt um einen schnellen Prozessor nicht herum.

Mindestens so wichtig: der integrierte Speicherplatz. Oft ist eine Erweiterung mittels Speicherkarte möglich, sodass die Entscheidung beim Kauf nicht ganz so entscheidend ist. Bei Apple-Geräten ist das allerdings anders: Hier ist eine Speichererweiterung nicht möglich! Und dann geht der Platz für Videos, Bilder und Anwendungen schnell zur Neige, wenn das Gerät nur über 32 GByte Speicherplatz verfügt.

Schritt 5: Das Betriebssystem

Windows spielt nur bei ganz teuren Tablets eine Rolle. Es kommt auf den Surface-Modellen von Microsoft zum Einsatz. Ansonsten gibt es mit Android und iPadOS nur zwei Betriebssysteme, die um die Gunst der Anwender buhlen. Apple hat iPadOS vor wenigen Wochen auf den Markt gebracht. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung von iOS, das auch weiterhin auf iPhones von Apple zum Einsatz kommt.

Auf den ersten Blick unterscheiden sich Android und iPadOS nur wenig. Die Unterschiede liegen im Detail und nur teilweise in der Handhabung. Alle wichtigen Apps sind für beide Systeme erhältlich. Meist entscheiden sich Tablet-Käufer daher anhand ihres Smartphones für das eine oder das andere System. Wer ein Smartphone mit Android besitzt, will sich beim Tablet nicht umgewöhnen müssen. Und das gilt so auch für Apple-Nutzer.

Vier typische Tablets im Detail

Lenovo Tab E7: Mit unter 70 Euro eines der preiswertesten Tablets auf dem deutschen Markt. Es verfügt über einen 7-Zoll-Bildschirm mit mäßiger Auflösung von 1024 mal 576 Bildpunkten, spärliche 8 GByte Speicherplatz und dem veralteten Android 7.0 als Betriebssystem. Das alles reicht für die Informationsbeschaffung im Internet. So hat ein solches Gerät zweifellos seine Daseinsberechtigung.

Samsung Galaxy Tab A: Ein ausgewachsenes Tablet zum günstigen Preis. Der Bildschirm misst 10,1 Zoll in der Diagonalen und zeigt eine Full-HD-Auflösung mit 1920 mal 1200 Bildpunkten. 32 GByte Speicherplatz stehen standardmäßig zur Verfügung. Eine Aufrüstung mittels SD-Card ist möglich. Samsung setzt Android 9.0 als Betriebssystem ein. Aktuell gibt es das Gerät für rund 200 Euro im Handel. Apple iPad (2019): Es gibt größere, kleinere und vor allem teurere Varianten des iPad. Der gerade erst wieder neu überarbeitete Klassiker ist jetzt mit einem 10,2-Zoll-Bildschirm mit sehr hoher Auflösung (2160 mal 1620 Bildpunkte), 32 GByte (oder gegen Aufpreis 128 GByte) Speicherplatz und dem neuen iPadOS-Betriebssystem ausgestattet. Mit 379 Euro zwar nicht ganz billig, dafür aber ein Gerät mit viel Potenzial.

Microsoft Surface Pro 7: Dieses Tablet zielt auf Profi-Anwender. Eine Tastatur gibt es gegen Aufpreis. Zur Ausstattung gehören ein 12,3-Zoll-Bildschirm mit 2736 mal 1824 Bildpunkten, ein Solid-State-Drive als Massenspeicher mit mindestens 128 GByte, und ein Laptop-typischer Prozessor von Intel. Windows 10 Home ist installiert. Der Preis: schon in der Grundausstattung stolze 889 Euro. (owi)

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