MÜNCHEN/GÖTTINGEN

Surfen fast wie daheim

WLAN am Meer: Der Reiserouter in der Strandtasche macht es möglich. Foto: Andrea Warnecke, dpa

Es gibt kaum einen praktischeren Weg, einen Internetzugang zu teilen, als WLAN. Theoretisch lässt sich fast jedes Smartphone zu einem Hotspot umfunktionieren. Mehr Freude machen sich Surfer mit einem UMTS- oder LTE-Hotspot.

Die handtellergroßen Geräte mit Mobilfunkmodem und SIM-Einschub werden wegen ihrer Abmessungen und ihres Akkus auch Reiserouter genannt. „Sie eignen sich vor allem für Tablets und Laptops, die kein UMTS-Modul haben, oder Smartphones ohne geeigneten Datentarif“, sagt Bettina Seute vom Telekommunikationsportal Teltarif.de. „Im Urlaub benötigt man so nur eine entsprechende Daten-SIM-Karte, und die ganze Familie kann im Internet surfen.“

Auch die telefonische Erreichbarkeit wird nicht eingeschränkt, wenn man Reiserouter statt Smartphone nutzt. „Man kann den Hotspot mit einer anderen SIM-Karte, etwa im Ausland, aus Kostengründen mit der eines lokalen Netzbetreibers nutzen und bleibt auf dem Handy mit seiner deutschen SIM-Karte erreichbar“, so Eckstein.

Drei Faktoren sind für schnelles Surfen besonders wichtig: Erstens die Mobilfunkstandards, die der Netzbetreiber am Einsatzort bietet. Zweitens, welche davon der Router unterstützt. Und drittens, wie es um Netzversorgung und Empfang bestellt ist. LTE-fähige Router, die Datenraten bis zu theoretisch 100 Mbit/s unterstützen, sind etwas teurer, aber auch zukunftssicherer, so die Experten.

Ein Reiserouter lässt sich auch von Laien einfach einrichten. „Oftmals ist ein Start-Passwort konfiguriert, mit dem das WLAN-Netz verschlüsselt ist“, erklärt Bettina Seute. Die Einstellungen werden dann meist über die Benutzeroberfläche des Reiserouters gemacht, die per Browser aufgerufen werden kann. Nutzer sollten das Passwort beim ersten Aufruf der Oberfläche ändern, rät Seute. Gleiches gilt für das Passwort, das die Oberfläche schützt.

Natürlich ist ein Reiserouter keine Garantie für Internet im Urlaub. Das gilt vor allem, wenn das ausländische Mobilfunknetz selbst schwach und überlastet ist oder mit Aussetzern sendet. Wer außerhalb der Europäischen Union reist, sollte sich über Probleme beim Empfang nicht wundern. „Da weltweit jeweils unterschiedliche Frequenzen für Mobilfunk genutzt werden, kann es sein, dass die in Deutschland gekauften Endgeräte im Auslandsnetz nicht funktionieren“, so Seute.

SIM-Karten von Anbietern in Reiseländern gibt es nicht nur vor Ort, sondern oftmals bereits vor der Abreise in Deutschland. „Dafür gibt es verschiedene Online-Shops “, sagt Eckstein. Bei Reisen innerhalb Europas könne – je nach Tarif – mittlerweile auch eine deutsche SIM-Karte eine günstige Lösung darstellen. „Teilweise kann man für ein paar Euro eine Tagesflatrate buchen.“

Am günstigsten surfen aber Urlauber im eigenen Land, sagt Bettina Seute. „Für die Nutzung innerhalb Deutschlands gibt es zum Beispiel reine Datentarife mit zwei Gigabyte Highspeed-Volumen bereits ab 13 Euro, fünf Gigabyte Datenvolumen gibt es ab etwa 15 Euro.“

Preislich bewegen sich Reiserouter bei zwischen 50 und 200 Euro. Anbieter sind zum Beispiel D-Link, Huawei, Netgear, TP-Link, TrekStor, ZTE oder Zyxel. Die günstigsten Hotspots mit LTE kosten derzeit um die 120 Euro.

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