Berlin

Regeln für Mieter rund ums Herbstlaub

Laub fegen
Liegt zu viel Laub auf dem Bürgersteig muss dieses umgehend entfernt werden. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Bei feuchtem Herbstwetter kann es leicht rutschig werden. Auch auf den Gehwegen besteht erhöhte Unfallgefahr für Bewohner und Passanten. Eigentümer und Vermieter sind grundsätzlich dazu verpflichtet, Laub auf dem Zugang zum Gebäude zu beseitigen.

Vielerorts müssen sie auch den Gehweg vor dem Grundstück freihalten. Wie oft zum Besen zu greifen ist, hängt nach Angaben des Deutschen Mieterbundes (DMB) davon ab, wie viele Blätter abfallen.

Wenn der gesamte Bürgersteig voller Laub oder es nach starkem Regen sehr rutschig ist, ist Harken und Fegen jedenfalls angesagt. Ohne weiteres kann der Vermieter diese Aufgabe nicht auf die Mieter des Hauses abwälzen. Eine Regelung in der Hausordnung reicht dafür nicht aus, stellt der DMB klar. Stattdessen müssen Mieter nur Laub fegen, wenn dies im Mietvertrag ausdrücklich vereinbart ist. Es gebe auch nicht etwa ein Gewohnheitsrecht, dass immer der Mieter im Erdgeschoss fegen muss.

Vermieter muss Wege kontrollieren

Eine andere Lösung: Der Vermieter kann die Arbeiten durch einen Hausmeister erledigen lassen oder andere beauftragen. Die Kosten dürfen als Betriebskosten auf den Mieter umgelegt werden, wenn dies im Mietvertrag geregelt wurde. Aus der Verantwortung ziehen kann sich der Vermieter aber nicht so schnell: Auch wenn der Mieter kehren muss, muss der Vermieter kontrollieren, ob ordnungsgemäß geharkt wurde. Unter Umständen haftet er im Schadensfall.

Egal, ob das Haus vermietet wird oder nicht: Werden Laubsammler oder Laubbläser eingesetzt, gilt laut DMB die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung. Danach dürfen diese Geräte an Sonn- und Feiertagen nicht eingesetzt werden. An Werktagen dürfen sie in Wohngebieten nur zwischen 9.00 und 13.00 Uhr sowie von 15.00 bis 17.00 Uhr benutzt werden.

Auch Laub von Bäumen des Nachbarn ist zu kehren

Zum Streit kann es kommen, wenn das Laub aus dem benachbarten Garten stammt. Auch diese Blätter müssen aber weggekehrt werden. Zumindest, wenn die Bäume in dem nach Landesrecht verordneten Abstand zur Grundstücksgrenze stehen und die Laubmengen nicht so groß sind, dass das Fegen unzumutbar ist, erklärt der Mieterbund. Entschädigung kann dann nicht gefordert werden.

Nachbarn können einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs zufolge auch nicht verlangen, dass die Bäume gefällt werden (Az.: V ZR 218/18). Anders ist die Situation laut Rechtsprechung, wenn das Laub von Zweigen und Ästen stammt, die über die Grundstücksgrenze hinausgewachsen sind. Hier kann der Nachbar aufgefordert werden, die Äste und Zweige zurückzuschneiden ( Az.: BG V ZR 102/18 ).

Rückblick

  1. Woran Unverheiratete vor Geburt ihres Kindes denken müssen
  2. Lohnt eine BU-Versicherung für Kinder?
  3. Wachdienst-Kosten nicht ohne weiteres auf Mieter umlegbar
  4. Immer mehr Menschen besitzen eine Schreckschusspistole
  5. Recht bekommen auch mit wenig Geld
  6. Schatzmeister hüten im Verein das Geld
  7. Warum im Netz immer mehr Marktplätze entstehen
  8. Einkommensschwache beantragen Wohngeld
  9. Keine Steuervorteile durch Erststudium
  10. Was Sie zum Kleinen Waffenschein wissen sollten
  11. Privatinsolvenz befreit von Schulden
  12. Automatisch zum besten Stromtarif
  13. Mietwohnungen brauchen einen Briefkasten
  14. Inflation dürfte sich abgeschwächt haben
  15. Sammler zahlen für seltene Münzen
  16. Was bleibt 2020 im Portemonnaie?
  17. Was ändert sich für Verbraucher 2020?
  18. Spartipps für die Hochzeit
  19. Internationale Trauungen in Deutschland
  20. Macht Kündigen leichter
  21. Mülltrennung ist Aufgabe der Mieter
  22. Was bringt die Musterfeststellungsklage?
  23. Warum eine Steuererklärung Azubis mehr Geld bringt
  24. Haustierbesitzer müssen für Schäden meist selbst aufkommen
  25. Keine Mieterhöhung bei sittenwidriger Abrechnung
  26. Mit fünf Tipps vor Jahresende Steuern sparen
  27. Wie viel Silvesterparty ist drin?
  28. Händler verzichten auf Silvesterböller
  29. Die drei Fragezeichen und die Gesundheitsmilliarden
  30. Was sich 2020 für Steuerzahler ändert
  31. Mythen ums Schenken im Realitäts-Check
  32. Was die Bonpflicht für Händler und Verbraucher bedeutet
  33. Diskriminierung bei der Wohnungssuche stark verbreitet
  34. So werden Kunden im Geschäft heimlich gezählt
  35. Betriebskostenabrechnung muss bis Silvester vorliegen
  36. Haustiere dürfen Nachbarn nicht zu sehr stören
  37. Regeln rund ums Feuerwerk
  38. Millionenschwerer Betrug beim Online-Autokauf
  39. So kommt die Weihnachtspost sicher an
  40. Was bringt 2020 Anlegern?
  41. Die Luft für Lebensversicherungen wird wieder dünner
  42. Mieter darf weihnachtlich dekorieren
  43. Wird Nachhaltigkeit beim Einkaufen wichtiger?
  44. Kunden zahlen mit dem Smartphone verschlüsselt
  45. So schützen Verbraucher ihren Ausweis
  46. Welchen Sinn erfüllt noch der Adventskalender?
  47. Black-Friday-Rummel zieht sich in die Länge
  48. Ehepartner brauchen für Einzug keine Vermieter-Erlaubnis
  49. Mieter müssen Wasserleitungen schützen
  50. Womit Outlet-Center beim Kunden punkten

Schlagworte

  • dpa
  • Debakel
  • Deutscher Mieterbund
  • Finanzen
  • Gebäude
  • Gerät
  • Harken
  • Herbstwetter
  • Laubbläser
  • Mieterinnen und Mieter
  • Mietverträge
  • Nachbarn
  • Vermieter
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!