Würzburg

Verständlich erklärt: Was ist die Riester-Rente?

Es gibt Geld vom Staat: Die Riester-Rente ist nicht nur deshalb eine beliebte private Vorsorgeoption. Doch für wen rentiert sie sich?
Mittlerweile haben über 16 Millionen Menschen in Deutschland einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Trotz vieler Verbesserungen gibt es auch Kritik an Riester.  Foto: Christin Klose

Die Riester-Rente wurde am 1. Januar 2002 in Deutschland als eine zusätzliche Art der privaten Altersvorsorge initiiert. Ihren Namen verdankt sie ihrem Erfinder: Walter Riester, dem damaligen Bundesarbeitsminister. Anlass zur Einführung der Riester-Rente war die Altersvorsorgereform in den Jahren 2000 und 2001, welche die Durchschnittsrente von 70 Prozent auf 67 Prozent reduzierte. Zu teuer, unflexibel und unrentabel – seit Jahren steht die staatlich geförderte Altersvorsorge in der Kritik. Dennoch haben mittlerweile über 16 Millionen Menschen einen Riester-Vertrag abgeschlossen.

Die Riester-Förderung besteht aus Zulagen und Steuervorteilen. Die jährliche Grundzulage beträgt seit 2018 pro Person 175 Euro, die Kinderzulage 185 Euro für bis Ende 2007 geborene und 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder. Die Riester-Beiträge kann man zusätzlich als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Voraussetzung für eine volle Förderung ist, dass der Sparer jährlich vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens in den Riester-Vertrag einzahlt. Maximal können mittlerweile 2100 Euro als Sonderausgaben steuerlich abgesetzt werden.

Auch für junge Berufseinsteiger unter 25 Jahren ist die Riester-Rente attraktiver geworden. Bei einem Neuabschluss eines Vertrages winken 200 Euro als Einsteigerbonus. Außerdem kann die Riester-Rente jetzt wesentlich flexibler für den Eigenheimbau oder -erwerb genutzt werden. Doch es gab wieder Kritik: Wohn-Riester sei ein bürokratisches Monster, welches den Sparer eher von der Immobilie abhält, als ihn ins Eigenheim zu bringen, so die Kritiker.

Walter Riester, ehemaliger Bundesarbeitsminister, ist Namensgeber der Riester-Rente. Foto: Alexander Kaya

Ziel der Riester-Rente war und ist es, die private Altersvorsorge in den Fokus zu rücken. Denn: "Allein mit der gesetzlichen Rente lässt sich der Ruhestand finanziell nicht mehr absichern. Daher wird die private Vorsorge immer wichtiger", so das Bundesarbeitsministerium, das die Internetseite www.riester-rente.netbetreibt. Ein häufiger Kritikpunkt ist die Kompliziertheit von Riester-Verträgen und die hohen Gebühren einzelner Produkte.

Laut einer Bilanz des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik ist die Riester-Rente weder gescheitert noch mit Lorbeeren zu überhäufen. "Die Abschaffung der Riester-Rente wäre jedenfalls eine falsche Entscheidung", so die Experten des Max-Planck-Instituts. Zu wertvoll seien die bereits erzielten Erfolge, etwa dass die staatlich geförderte Altersvorsorge von der breiten Bevölkerungsschicht als notwendig erkannt wurde.

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