Berlin (dpa/tmn)

Berufsberaterin über schräge Treffen und nervige Ausreden

„Wie arbeiten Sie denn?” - Jeder Berufstätige kann über seine Zunft eine Geschichte erzählen. Doch die wirklich spannenden Fragen wagen viele nicht zu stellen. Dabei ist kaum ein Job langweilig. Diesen Monat: drei Fragen an eine Berufsberaterin.
Petra Cämmerer
Die Berufsberaterin Petra Cämmerer an ihrem Arbeitsplatz im Berliner Stadtteil Neukölln. Foto: Karolin Krämer/dpa-tmn

Petra Cämmerer (50) arbeitet seit 20 Jahren als Berufsberaterin. Im Berliner Stadtteil Neukölln hilft sie als Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit Abiturienten und Hochschülern bei der Wahl des richtigen Berufs. Über das Leben als Berufsberaterin:

Was war die schrägste Beratung, die Sie geführt haben?

Das liegt schon einige Zeit zurück. Ein junges Mädchen wollte partout zur Polizei. Über Inhalte und Anforderungen wusste sie noch nicht viel. Außer: „Dann kann ich am Wochenende immer umsonst in die Konzerte im Stadion.” Wir haben dann zusammen die Anforderungen des Berufs recherchiert - und sie hat Abstand von ihrem Wunsch genommen. Stattdessen hat sie sich zu einer Ausbildung als Industriekauffrau entschieden.

Was stört Sie am meisten bei Beratungen?

In der Regel sind die Gespräche ausgesprochen angenehm und überraschen mich positiv. Mir geht das Herz auf, wie offen die jungen Menschen ihr Herz ausschütten und sich anvertrauen. Was manchmal nervt, sind Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeiten ohne ein kleines „Sorry”.

Gibt es für jeden den einen perfekten Job?

Oft sagen Jugendliche: „Ich möchte eine Ausbildung, die mir Spaß macht.” Und Spaß kann ganz viel machen. In der Schnittmenge aus Interessen, Fähigkeiten, Anforderungen gibt es - Gott sei Dank - mehrere Möglichkeiten, die auf jeden Menschen passen. Deshalb müssen wir nicht die Nadel im Heuhaufen suchen, sondern neben einem Plan A möglichst weitere Alternativen.

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