Freising/Bonn

Wie werde ich RS-Mechatroniker/in?

Ausbildung zur RS-Mechatronikerin       -  Jalousien, Rollladen oder Markisen - als angehende RS-Mechatronikerin kennt Laura Walig sich mit allen Formen des Sonnenschutzes aus.
Jalousien, Rollladen oder Markisen - als angehende RS-Mechatronikerin kennt Laura Walig sich mit allen Formen des Sonnenschutzes aus. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Es gibt Berufe, die profitieren vom Klimawandel. „Die Rekordsommer der vergangenen Jahre mit ihren hohen Temperaturen und ihrer starken Sonneneinstrahlung haben für eine wachsende Nachfrage nach Sonnenschutzprodukten gesorgt”, sagt Wilhelm Hachtel, Vorstandsvorsitzender der Industrievereinigung Rollladen-Sonnenschutz-Automation (IVRSA).

Laura Walig aus Freising hat bei ihrer Ausbildungswahl erstmal weniger über das Weltklima als über ihre ganz privaten beruflichen Pläne nachgedacht. „Es sollte etwas Handwerkliches sein”, erzählt sie. „Und weil ich alles, was mit Elektrik zu tun hat, besonders spannend finde, habe ich mir die Ausbildung zur Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikerin genau angeschaut.”

Beruf im Wandel: Interesse an moderner Technik

Ihr Ausbilder Meinhard Berger ist Geschäftsführender Gesellschafter der SUW - Berger GmbH im bayerischen Hallbergmoos bei Freising. Während seiner Ausbildung zum Rollladen- und Jalousiebauerstand, wie der Beruf damals hieß, stand die Herstellung und Montage von Sonnenschutzeinrichtungen im Fokus. „Steuerungen und elektrische Antriebe waren noch ein Luxusartikel.”

„Wir mussten damals noch mehr handwerkliches Geschick zeigen, da die Vorfertigung der Herstellerindustrie noch nicht so weit war wie heute.” Rollladenkästen zum Beispiel seien noch selbst aus Holz gebaut worden.

Automatischer Sonnenschutz im smarten Haus

Heute dagegen sind die Mechatroniker Fachleute im Bereich der Sonnenschutz-Automation und der intelligenten Haussteuerung. Gebäude sind heute oft offener konzipiert, die moderne Architektur setzt auf Glas und Stahl. RS-Mechatroniker liefern dafür etwa automatisch gesteuerte Sonnensegel, Rollläden mit Einbruchschutz oder lichtlenkende Jalousien.

Laura Walig findet es gut, dass sie bereits im ersten Ausbildungsjahr eigenständig arbeiten kann. „Am meisten Spaß machen mir kleinere Reparaturen, die ich selbstständig durchführen darf, zum Beispiel Rollladengurte austauschen. Ich tüftele gerne an eigenen Lösungen.” Sie mag auch die Termine bei Kunden vor Ort, wenn Rollläden oder Markisen ausmessen oder montiert werden.

Gespräche mit den Kunden

Neben technischem Know-how ist Kommunikation gefragt, denn Gespräche mit Hauseigentümern und Mietern gehören ebenfalls dazu, erklärt Ingo Plück, Geschäftsführer im Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz (BVRS).

Laut Plück haben Azubis später „ausgezeichneten Berufsaussichten”. Außerdem können Jugendliche, denen Klimaschutz ein Anliegen ist, ihr Interesse im Beruf ausleben. Wird ein Sonnenschutz fachmännisch installiert, bleibt es im Haus im Sommer zum Beispiel auch ohne Klimaanlage kühl. Die Branche leiste damit einen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes.

Ausbildungsvergütung startet etwa bei 500 Euro

Wer sich für die Ausbildung interessiert, sollte mindestens einen guten Haupt- oder Realschulabschluss mitbringen. Die Vergütung unterscheidet sich dann von Betrieb zu Betrieb. Für tarifgebundene Unternehmen gibt die Bundesagentur für Arbeit etwa für das Metallhandwerk Orientierungswerte an.

Die Vergütung bewegt sich demnach je nach Bundesland im ersten Ausbildungsjahr zwischen 500 bis 952 Euro brutto im Monat, liegt im zweiten Jahr bei 565 bis 995 und im letzten Jahr bei 600 bis 1067 Euro.

© dpa-infocom, dpa:200508-99-990506/2

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