VEITSHÖCHHEIM/WÜRZBURG

Michael Jodl und eine aufreibende Angelegenheit

Event-Manager Michael Jodl reibt fürs Foto in der Küche seines Stamm-Italieners. Foto: Joachim Fildhaut

Vor einer Woche organisierte der Event-Manager Michael Jodl in Würzburg das große Sprungbrett-Nachwuchsfestival. Hinter der Posthallen-Bühne gab's Klitzekleinigkeiten zu essen – und zwar gute. Dem Gastgeber sind „Regionalität und Qualität aller Speisen wichtig“. Als Kind wollte er sogar selbst Koch werden. Aber ein Wochenendpraktikum in einem Großhotel als 16-Jähriger habe ihm gereicht: „Nach diesem Wochenende war ich so was von deprimiert, da meine Vorstellung des Kochberufs mit der Wirklichkeit überhaupt nichts zu tun hatte.“ Am ersten Tag musste er Hunderte Frikadellen anbraten, am zweiten ausschließlich Knoblauchöl ansetzen, erzählt Jodl: „Meine Hände rochen noch mindestens ein halbes Jahr nach Knoblauch, ich war am Boden zerstört, mein Lebenstraum dahin.“

Heute blickt er gelassen darauf und zitiert den Schauspieler Siegfried Rauch. Jodls Agentur managte unter anderem die Weihnachtslesungen des „Traumschiff“-Kapitäns: „Wer weiß, für was alles gut ist? Eine Türe geht zu, dafür geht eine andere auf“. Von dem im März verstorbenen Siegfried Rauch hat Jodl „sehr viel für's Leben gelernt, dafür bin ich unendlich dankbar. In meinem Herzen wird er immer einen Platz haben.“

Was der Agent, der deutschlandweit auch Event-Marketing für Firmen und Institutionen betreibt, nicht eigens lernen musste – die Liebe zur einfachen Küche, zur italienischen und spanischen zum Beispiel. Aber er kocht auch gern deutsch, Hauptsache mit hochwertigen Produkten „am besten vom Bauern und vom Gemüsehändler. Fastfood gibt es bei mir nicht.“ Trotzdem lässt sich eins seiner Lieblingsgerichte rasch zubereiten.

Das wird gebraucht:

4 sehr große mehligkochende Kartoffeln

4 Eier

250 g Magerquark

2 EL Leinsamenkörner

3 EL Sesam

Semmelbrösel

Salz

Butterschmalz zum Ausbacken

So wird's gemacht:

Die Kartoffeln schälen und grob reiben. Mit allen Zutaten gut vermischen. Zum Schluss so viel Semmelbrösel hinzufügen, dass der Teig cremig weich bleibt. In einer nichtklebenden Pfanne Butterschmalz erhitzen und die Kartoffelpuffer goldgelb ausbacken. Dazu gibt es Apfelkompott, wenn das Gericht rheinisch süß-herzhaft schmecken soll. Die salzige Alternative schmeckt dem Hobbykoch aber ebenso gut: Dann gibt's zum Kartoffelpuffer einen in Olivenöl gebratenen Saibling.

Der Veranstaltungsmanager ist übrigens ein großer Abend-Esser. Mittagsmahl falle für ihn aus, nachmittags genehmige er sich einen Joghurt, erzählt Jodl. Und so macht der Veitshöchheimer seinen kulinarischen Tageslauf nach vorn hin komplett: „Jeder Morgen beginnt mit einem Honigbrot und Kaffee, Honig von meinem Stamm-Imker.“ Der komme aus Waldbüttelbrunn und auch der Guatemala-Kaffee in der Tasse hat noch was Regionales: Er stammt von der hiesigen Kaffeemanufaktur, Jodl brüht ihn im Handfilter und trinkt dann ohne Zucker, aber mit frischer Heumilch. „Ich liebe dieses Ritual.“

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