WETZHAUSEN

Das Heim in einen Frühlingstraum verwandeln

Osterglocken, auch Narzissen genannt, sind auch bei Henriette Dornberger die beliebtesten Frühlingsblumen.
Osterglocken, auch Narzissen genannt, sind auch bei Henriette Dornberger die beliebtesten Frühlingsblumen. Foto: Thomas Obermeier

Endlich: die Tage werden wieder länger und die Temperaturen steigen. Auch Garten und Balkon erwachen jetzt zu neuem Leben. Kleine und große Frühlingsblüher – Mini-Osterglocken, Traubenhyazinthen bis hin zu mannshohen, strahlend gelben Forsythien – zeigen, dass der Winter vorbei ist. Wie man das eigene Zuhause mit Zweigen, Moos, Blumenzwiebeln, Eierschalen und anderen einfachen Mitteln in einen Frühlingstraum verwandelt, erklärt Henriette Dornberger. Im Garten des Pfarrhauses in Wetzhausen (Lkr. Schweinfurt) und in ihrem Café, dem „Alten Forsthaus“, das sie seit 2013 bewirtschaftet, hat sie schon den Frühling eingeläutet.

Tulpen, Narzissen und Krokusse

„Blumenzwiebeln sind die effektivste Frühlingsbepflanzung“, sagt Dornberger. Wenn es kalt ist, stagniere das Wachstum, bei Wärme treiben sie weiter aus. Alle vorgetriebenen Frühlingsblumenzwiebeln, wie Tulpen, Narzissen und Krokusse, sind jetzt in den Gärtnereien erhältlich. Sie brauchen kaum Wasser und müssen daher nicht gegossen werden. „Höchstens ein- bis zweimal in der Woche mit Wasser besprühen“, empfiehlt Dornberger. „Gelb ist für mich die Farbe des Frühlings“, sagt sie. Und Holz ist ihr Element, denn die Gestalterin arbeitet bei ihren Seminaren am liebsten mit natürlichen Materialien.

Eigentlich ist Henriette Dornberger Fachlehrkraft für Gestaltung und Sport. Mit 40 Jahren hat sie sich selbständig gemacht und beschlossen, etwas Neues auszuprobieren. Dekorieren, backen und schöne Gegenstände sammeln, gehörte schon immer zu ihren Leidenschaften. Zuerst hat sie Seminare für Gestaltung angeboten. „Mir ist es wichtig, bei meinen Seminaren die Natur im Zeichen der fünf Elemente zu vereinen“, sagt die 64-Jährige. „Du erdest dich mit der Natur.“

Holz, Obstbaumschnitt und Fruchtstände

Je nach Jahreszeit verwendet sie alles, was sie in der Natur findet, für ihre Dekoleidenschaft. Auf ihren Spaziergängen sammelt sie Holz, Obstbaumschnitt oder Fruchtstände aus der Natur. Sich selbst bezeichnet sie als Gestalterin mit grünem Daumen. „Meine Erfahrungen habe ich in meinen eigenen Gärten gesammelt“, erzählt sie. Fünf Gärten hat sie bereits im Laufe ihres Lebens bepflanzt und später wieder verlassen.

Heute pflanzt sie Kugel-Primel, Duftveilchen und Bergenien in einen dekorativen Drahtkorb. Später sollen sie durch ihren Duft und ihre Farben die ersten Bienen anlocken. Wichtig sei es, die vorgezogenen Pflanzen von ihren Plastiktöpfen zu befreien. „Nur so bekommen sie Luft und können sich entfalten.“ Moos eignet sich gut zum Dekorieren, denn es sieht frisch und natürlich aus.

Das Ei ist die Frühlingsbotschaft

Eierschalen oder bunt gefärbte Eier dienen als Blickfang. „Das Ei ist die Frühlingsbotschaft schlechthin“, erklärt Dornberger. Ein Osterfest ohne Eier sei undenkbar. Das Ei wird in vielen Ländern als Symbol der Fruchtbarkeit und als Zeichen immer wiederkehrenden Lebens verehrt. Schon vor etwa 5000 Jahren verschenkte man in China bunt gefärbte Eier zum Frühlingsanfang.

Drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, hat Henriette Dornberger großgezogen, bevor sie alles hinter sich gelassen und in Wetzhausen noch einmal ganz von vorne angefangen hat. „Kinder sind wie Vögel, sie möchten losgelassen werden, um immer wieder gerne heimzukommen.“

Wetzhausen war für sie ein Neubeginn. Und das mit 54 Jahren. „Als meine Kinder groß waren , habe ich die Chance genutzt und meinen Lebenstraum verwirklicht.“ Heute arbeitet sie jeden Sonntag mit ihrem Lebensgefährten und ihrer Mutter im eigenen Café und bietet einmal im Monat ein Dekorationsseminar an.

Bemooste Zweige sind ein Blickfang

Auch Efeu macht sich gut in jeder Art von Frühlingsdekoration. Genau wie bemooste Zweige. „Die können auch alleine schon ein Blickfang sein.“ Aus Obstbaumschnitt, den man derzeit überall am Straßenrand findet, baut Dornberger eine Art dekoratives Nest. „Wie ein Vogel schichtet man die Zweige terrassenförmig übereinander“, erklärt sie.

Primeln in drei unterschiedlichen Lila-Tönen werden nun mit etwas Erde in einer Schale in die Mitte des Nestes gesetzt. „Um die Farben noch mehr zum Leuchten zu bringen, setze ich nun eine gelbe Pflanze in die Mitte.“ Auch eine Schlüsselblume mache sich in diesem Gesteck sehr gut.

Wer seine Balkonkästen bepflanzen möchte, sollte darauf achten, dass sie nicht zu klein sind, denn Pflanzen brauchen genug Wurzelraum. Je größer das Erdvolumen, desto langsamer trocknet die Erde aus. Die Kästen sollten mindestens 20 Zentimeter hoch und breit sein, die Länge kann variieren und hängt davon ab, wie viele Pflanzen man darin unterbringen möchte.

Nicht die Erde vom Vorjahr verwenden

Wichtig sei gute Pflanzenerde. „Eine gute Erde hat einen möglichst hohen Humusgehalt“, sagt Dornberger. Der sorge dafür, dass die Nährstoffe gespeichert werden und die Erde gut belüftet ist. Das Wiederverwenden der Blumenerde aus dem vergangenen Jahr sei nicht empfehlenswert. Beim Einsetzen der Pflanzen sollte man darauf achten, sie nicht zu dicht zu pflanzen. „Halten Sie deshalb mindestens eine Handbreit Abstand zwischen den Pflanzen ein.“

Vor dem Einsetzen in den Balkonkasten sollte man jeden Topfballen in einen Wassereimer tauchen, bis keine Blasen mehr aufsteigen – so sind die neuen Pflanzen von Anfang an gut mit Wasser versorgt und wachsen schneller an. „In der Regel ist die Balkonblumenerde bereits mit Dünger angereichert, so dass die Pflanzen in den ersten Wochen nach dem Eintopfen ohne zusätzliche Nährstoffe auskommen“, sagt Dornberger. Die meisten Arten sind aber sehr nährstoffbedürftig und brauchen bald Nachschub. „Verwenden Sie am besten einen flüssigen Balkonblumen-Dünger, den Sie etwa einmal wöchentlich mit dem Gießwasser verabreichen.“

Tipps

Bei der Landesgartenschau auf dem Hubland in Würzburg dreht sich am Eröffnungswochenende im Gärtnerischen Infotower alles um das Thema „Frühling mal anders!“ Drei Gärtnereien stellen vom 12. bis 15. April Pflanzen für den Frühling vor: Gärtnerei Hofmann (aus Kirchaich), die Ideengärtnerei Roth (aus Haßfurt) und Gartenbau Pudell (aus Haßfurt).

Das Café im Alten Forsthaus öffnet am Palmsonntag, 25. März, wieder seine Türen. Bis zum Herbst gibt es dort immer sonntags von 14 bis 18 Uhr Kaffee, Kuchen, Brotzeiten, Bratwürste und Liköre. Adresse: Altes Forsthaus, Alter Schlossweg 2, 97488 Wetzhausen. Infos unter www.atelier- dornberger.de

„Sommerbepflanzung auf Balkon und Terrasse“ heißt ein Seminar am Mittwoch, 25. April, von 9.30 bis 16.30 Uhr, das Henriette Dornberger veranstaltet. Treffpunkt ist das Antonia-Werr-Zentrum in Wipfeld. Mehr Seminare unter: www.atelier-dornberger.de

Buchtipp: „Der Balkon Pflanzen-Guide“ von Dorothee Waechter und Thomas Hagen (blv Verlag, 18 Euro) hilft beim Bepflanzen des eigenen Balkons. Alle für den Balkon geeigenten Pflanzen werden detailliert beschrieben, dabei wird auch genau erklärt, welche Pflege sie brauchen.

Ein eigenes Kapitel ist Gemüsepflanzen gewidmet.
Bildtext
Bildtext Foto: Thomas Obermeier
Dekorativer Korb mit Eiern und Pflanzen.
Dekorativer Korb mit Eiern und Pflanzen. Foto: Thomas Obermeier
Primeln in verschiedenen Farben werden im Obstholznest angeordnet.
Primeln in verschiedenen Farben werden im Obstholznest angeordnet. Foto: Thomas Obermeier

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