Berlin/Köln

So funktioniert Social Distancing

Radfahrer       -  Statt Bus oder Bahn: Das Fahrrad ist in Corona-Zeiten das bessere Fortbewegungsmittel. Auch soziale Kontakte hält man lieber auf zwei Meter Abstand.
Statt Bus oder Bahn: Das Fahrrad ist in Corona-Zeiten das bessere Fortbewegungsmittel. Auch soziale Kontakte hält man lieber auf zwei Meter Abstand. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Zu Hause bleiben, soweit es geht: Das ist derzeit der wichtigste Tipp, den jeder Einzelne im Kampf gegen das Coronavirus befolgen sollte. Die Idee dahinter: Je weniger Kontakt Menschen zueinander haben, desto geringer ist die Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2. Vor allem größere Menschenansammlungen sind deshalb tabu. Auch allzu enge persönliche Kontakte können aber zum Problem werden.

Die wichtigsten Regeln zum Social Distancing von Robert-Koch-Institut (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Überblick:

- Kontakte reduzieren: Auch ohne strikte Isolation oder Quarantäne gibt es genug Möglichkeiten, den Kontakt mir anderen auf ein Minimum zurückzufahren. Wer kann und darf, arbeitet im Homeoffice. Verabredungen mit Freunden, Verwandten und Bekannten sollte man absagen, große Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern möglichst verschieben. Und das eigene Auto und Fahrrad sind aktuell bessere Fortbewegungsmittel als Bus und Bahn.

- Reichlich Abstand: Ganz lässt sich der Kontakt mit anderen Menschen sicher nicht vermeiden - sei es aus beruflichen oder aus privaten Gründen. Das RKI rät aber, diesen auf wenige und bekannte Personen zu beschränken - sodass sich Infektionen im Zweifel nachverfolgen lassen. Dabei gelten zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen: Also mindestens ein, besser zwei Meter Abstand halten und auf alle Begrüßungsrituale wie Händeschütteln und Umarmungen verzichten. Und natürlich gilt immer: konsequent Hände waschen!

- Antizyklisch rausgehen - oder gar nicht: Wer es kann, geht nicht zu Stoßzeiten einkaufen, sondern genau dann, wenn Supermärkte oder Apotheken eher leer sind. Von Besuchen in Restaurants und Cafés rät die BZgA generell ab. Vermehrt sind solche Orte ohnehin geschlossen. Gleiches gilt für alle öffentlichen Orte mit Menschenansammlungen, vom Sport- oder Spielplatz bis zum Einkaufszentrum.

- Kinder separat betreuen: Kitas und Schulen zu, Mama und Papa im Homeoffice. Da liegt der Gedanke nahe, die Kinder gemeinsam zu betreuen und so wenigstens einen Teil der Eltern in Ruhe arbeiten zu lassen. Doch davon rät die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) ausdrücklich ab - vor allem, wenn die Betreuungsgruppe sich in ständig wechselnder Besetzung trifft. Wenn überhaupt, sollten die Privat-Kitas aus sehr wenigen und immer den gleichen Kindern und Eltern bestehen.

- Gefährdete unterstützen: Menschliche Kontakte meiden - das gilt umso mehr für Menschen, die zu den Risikogruppen gehören, also vor allem für Ältere und chronisch Kranke. Gleichzeitig sind diese in ihrer Bewegungsfreiheit am meisten eingeschränkt. Wer kann, sollte ihnen daher seine Hilfe anbieten, für Einkäufe und Besorgungen etwa.

Wichtig sei dabei, dass Helfer und Risikopatient keinen direkten Kontakt haben, so Prof. John Ziebuhr, Leiter des Instituts für Medizinische Virologie der Universität Giessen. Am besten organisiert man den Einkauf daher per Telefon und stellt die Tüten einfach vor die Tür. Eine Ansteckung auf diesem Weg - also das Geld oder den Henkel einer Tasche - sei eher unwahrscheinlich.

- Frische Luft: Sonnenlicht und Sauerstoff sind weiter wichtig. Schließlich profitieren davon die physische und die ebenfalls nicht unwichtige psychische Gesundheit. Der Virologe Christian Drosten rät daher, weiter ins Freie zu gehen - nur eben mit Vorsicht. „Es ist nicht so, dass man sich beim Spazierengehen, wenn man sich begegnet, infiziert”, sagte er am Freitag (13. März) in seinem NDR-Podcast.

Allerdings gilt auch und gerade hier: Abstand ist wichtig. Wer laufen will, macht das also am besten allein - und nicht mit seiner Laufgruppe. Und wer in der Sonne seine Zeitung lesen will, sucht sich dafür am besten eine einsame Parkbank.

Rückblick

  1. Corona-Tests für Schulen, Kitas und Pflegeheime geplant
  2. Tipps für Besuche und Treffen an Pfingsten
  3. Der mitunter steinige Weg zur Psychotherapie
  4. Was bei Kopfläusen zu tun ist
  5. Die Rolle der Kinder bei der Übertragung des Virus
  6. Drastischer Rückgang von Facharztbesuchen seit März
  7. Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren sind überflüssig
  8. Krankenkasse muss Exoskelett bezahlen
  9. Die Reiseapotheke in Corona-Zeiten
  10. Trotz Corona: Anschlussrehabilitationen weiterhin möglich
  11. So werden Sie Fremdkörper im Auge wieder los
  12. Wenn der Coronavirus-Detektiv ermittelt
  13. Herzpatienten sollten Blutverdünner wie gewohnt einnehmen
  14. Rückfall in Glücksspielsucht droht
  15. Drei Tipps zum richtigen Umgang mit Zecken
  16. Welche Pflaster und Verbände in die Hausapotheke gehören
  17. Wenn Narzissmus krankhaft ist
  18. Faustregeln für rezeptfreie Medikamente
  19. Augenherpes wegen Mundschutz? Zusammenhang nicht belegt
  20. EU-Verbot für Mentholzigaretten tritt in Kraft
  21. Studie bestätigt Corona-Übertragung vor ersten Symptomen
  22. Führen eines Corona-Tagebuchs kann sinnvoll sein
  23. Warum Impfauffrischung gerade jetzt wichtig ist
  24. Keuchhusten-Impfung für Schwangere und deren enge Freunde
  25. Corona-Verdacht: Mysteriöse Kinder-Erkrankung aufgetreten
  26. Pandemie könnte zu Millionen verschobener Operationen führen
  27. Kann das Tragen einer Maske vor Corona schützen?
  28. Coronavirus befällt auch Nieren und andere Organe
  29. Desinfektionsmittel geschluckt: Mehr Anrufe bei Giftnotruf
  30. Coronavirus: Darf ich im Sommer baden gehen?
  31. Corona: Was hilft, wenn die Alltagsmaske am Ohr drückt?
  32. So finden Sie den richtigen Arzt
  33. Was vor Hautschäden wegen häufigen Händewaschens schützt
  34. Betriebsärztliche Betreuung ab einem Beschäftigten
  35. Remdesivir jetzt für mehr Corona-Patienten möglich
  36. So klappt der Alltag mit Maske
  37. Experten: Auch hinter Schlaganfällen könnte Corona stecken
  38. Neurodermitiker müssen mit Bindehautentzündung zum Arzt
  39. Schlaganfall mit neuer App erkennen
  40. Erste Hilfe ohne erhöhtes Infektionsrisiko
  41. Das Rätsel um die Corona-Wolke: Wie verteilt sich das Virus?
  42. Nahrungsergänzungsmittel können dem Herz schaden
  43. Welche Verhütungsmethode passt zu mir?
  44. Die Wurzelbehandlung kann Zähne retten
  45. Corona-Krise könnte bei mehr Menschen Waschzwang auslösen
  46. Wie sicher sind Corona-Tests?
  47. Psychotherapeuten befürchten Welle von Erkrankungen
  48. Forscher: Corona-Krise kann zu Schlafstörungen führen
  49. Infos zu Corona in einfacher Sprache
  50. Was es mit Lachgas auf sich hat

Weitere Artikel

Schlagworte

  • dpa
  • Gesundheit
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!