Berlin

Ich bin geimpft, was gibt es für mich dennoch zu beachten?

Ich bin geimpft, was gibt es für mich dennoch zu beachten?       -  Die Wahrscheinlichkeit, dass man trotz vollständiger Corona-Schutzimpfung positiv getestet wird, ist niedrig, aber nicht auszuschließen.
Foto: Marijan Murat/dpa/dpa-tmn | Die Wahrscheinlichkeit, dass man trotz vollständiger Corona-Schutzimpfung positiv getestet wird, ist niedrig, aber nicht auszuschließen.

Endlich vollständig geimpft: Für viele bedeutet das ein Alltag mit weniger Einschränkungen und Sorgen. Was ist aber nun mit Maske, Abstandsregeln und Tests? Und kann ich trotz Impfung andere anstecken oder sogar selbst infiziert werden? Ein paar Fragen und Antworten.

Kann ich trotz Impfung noch das Virus in mir tragen?

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung PCR-positiv wird, ist bereits niedrig, aber nicht Null, schreibt das Robert Koch Institut auf seiner Seite. Zwar ergeben die Daten, dass die Viruslast bei Menschen, die sich trotz Impfung infiziert haben, stark reduziert und die Virusausscheidung verkürzt ist.

Dennoch bleibt ein geringes Restrisiko, dass sie infektiöse Viren ausscheiden können. „Mit der Zahl der Impfungen steigt auch die Zahl der Durchbruchsinfektionen”, erklärt Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI). „Diese ist zwar reduziert, aber je nachdem wie die Impfung bei mir gewirkt hat und je nachdem welche Viruslast mein Gegenüber in sich trägt, kann es schon dazu kommen, dass ich mich als Geimpfter anstecke.” Gerade für ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen könne es dann gefährlich werden.

Wie verhalte ich mich also am besten?

Viele, vor allem junge Menschen, sind noch nicht oder nicht vollständig geimpft und können schwer an Covid-19 erkranken oder nach einer Infektion an Langzeitfolgen leiden. Auch deshalb sollten Geimpfte bei Treffen mit nicht vollständig Geimpften Abstand halten und einen Mund-Nasenschutz tragen. Auch in der Öffentlichkeit, wo viele Menschen zusammenkommen, wie etwa im öffentlichen Nahverkehr, sollten alle weiterhin vorsichtig bleiben, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrem Online-Informationsportal „Infektionsschutz.de”.

Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen wie Alltagsmasken, Hygieneregeln, Abstandhalten und Lüften einzuhalten. So sei derzeit bei den dominierenden Virusvarianten das Risiko einer Virusübertragung stark vermindert. Gegenwärtig breitet sich aber europaweit die ansteckendere Delta-Variante zunehmend stark aus. „Bei einer Infektion mit der Delta-Variante ist die Virus-Last höher”, so Watzl. Dadurch steige bei Kontakt mit einem Infizierten auch die Ansteckungsgefahr.

Sollte ich mich trotz Impfung weiterhin testen lassen?

Wenn sich Geimpfte und Ungeimpfte privat gemeinsam treffen wollen, wie auf einer Garten-Party, rät Watzl allen, sich vor so einem Treffen testen zu lassen. Denn immer, wenn sich Geimpfte und Nicht-Gemimpfte treffen, steige das Ansteckungsrisiko, auch für die Geimpften. „Da nicht immer klar ist, wer etwa welche Vorerkrankung hat ist es am einfachsten, wenn sich vorher alle testen lassen.” Dabei seien Bürgerschnelltests etwas sorgfältiger als der Selbsttest für zu Hause, reichen tun aber beide.

© dpa-infocom, dpa:210722-99-480600/2

Prof. Dr. Carsten Watzl       -  Prof. Dr. Carsten Watzl ist Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI).
Foto: Carsten Watzl/dpa-tmn | Prof. Dr. Carsten Watzl ist Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI).
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