Wie empfindlich zu empfindlich ist

Psychische Störungen verstecken sich oft gut. Deshalb braucht es einen Experten, der einschätzt, was pathologisch ist und was nicht. Und selbst ein positiver Befund heißt nicht zwingend, dass eine Therapie nötig ist.
Krankhafte Angst       -  Ein wenig empfindlich zu sein, muss kein Nachteil sein. Behandlungsbedürftig können Ängste sein, wenn sie einen selbst belasten oder den Alltag einschränken.
Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn | Ein wenig empfindlich zu sein, muss kein Nachteil sein. Behandlungsbedürftig können Ängste sein, wenn sie einen selbst belasten oder den Alltag einschränken.

Der Anblick einer Spinne lässt die Frau erschaudern. Aber weil sie in einer Neubauwohnung wohnt, hat sie praktisch keinen Kontakt zu Spinnen. Ihre Arbeit kann sie gut ausführen, und ihr Alltag ist nicht beeinträchtigt. Ist sie nun neurotisch? Wahrscheinlich. Braucht sie eine Therapie? Sofern sie sich nicht belastet fühlt: nein. Viele Menschen zeigen irgendwelche Auffälligkeiten. Entscheidend dafür, ob sie sich in Behandlung begeben sollten, sind andere Dinge. Der im Volksmund immer noch gern gebrauchte Begriff der Neurose ist unter Fachleuten mittlerweile umstritten. Früher unterschieden Psychiater ...

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