Würzburg

7 Tipps für stressfreie Weihnachten

Nur noch wenige Tage, dann ist Heiligabend. Das bedeutet für die meisten: Stress! Wir haben hier ein paar Tipps, wie Sie entspannt durch die Feiertage kommen.
Wünschen sich alle: ein friedliches und stressfreies Weihnachtsfest. Wir haben Fachleute gefragt, wie das gelingt.     Foto: Karina Färber

Die letzten Tage vor Heiligabend könnten eigentlich eine besinnliche, gemütliche und fröhliche Zeit sein. Aber meistens ist das Gegenteil der Fall: Die Anspannung steigt, Weihnachten bedeutet für viele Menschen Stress pur. Der Weihnachtsbaum muss noch gekauft und geschmückt werden, die Weihnachtskarten sind auch noch nicht alle geschrieben und verschickt, Geschenke fehlen, die Einkäufe für das Weihnachtsmenü sind zu erledigen, der Kühlschrank muss gefüllt werden. Und und und . . . Stopp! Geht es vor den Festtagen auch ohne Stress? Hier kommen sieben Tipps von Fachleuten für möglichst stressfreie Weihnachten.

1. Last-Minute-Geschenke aus der Küche

Wer keine Lust mehr hat, in der Stadt oder im Internet schnell noch nach Geschenken zu suchen, der kann Selbstgemachtes verschenken. "Oft hat man die Zutaten schon zu Hause", sagt Iris Graus, Meisterin der Hauswirtschaft beim Verbraucherservice Bayern in Würzburg. Lecker sind zum Beispiel selbstgemachte gebrannte Mandeln oder Kokos-Sahne-Kugeln. Am wenigsten Stress habe man, wenn man gleich eine größere Menge zubereitet und an mehrere liebe Menschen verschenkt, sagt die Hauswirtschafterin. "Schnell aus den Vorräten gemacht sind auch Marmeladen, Brotaufstriche oder Plätzchen."

Kann man auch zu Hause selbst machen und verschenken: gebrannte Mandeln. Foto: Getty Images

Für die gebrannten Mandeln braucht man: 200 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 100 ml Wasser, 200 g Mandeln ganz, etwas Butter, etwas Zimt. Zubereitung: Zimt, Zucker, Vanillezucker und Wasser zum Kochen bringen, Mandeln zugeben und unter Rühren weiterkochen bis der Zucker trocken wird. Dann weiterrühren bis der Zucker wieder leicht zu schmelzen beginnt und die Mandeln glänzen. Ein Backblech mit Butter einfetten, Mandeln draufschütten, zerteilen und abkühlen lassen.

Schnell gemachte Geschenke aus der Küche: Kokos-Sahne-Kugeln. Foto: Iris Graus

Ebenfalls einfach zuzubereiten sind die Kokos-Sahne-Kugeln. Dazu braucht man: 125 g Sahne, 200 g weiße Schokolade, 50 g Kokosöl, 1 Prise Salz, 200 g Kokosflocken, 50 g Kokosflocken zum Wenden. Und so geht's: Sahne erwärmen und die weiße Schokolade und das Kokosfett darin schmelzen. 200 Gramm Kokosflocken unterrühren. Danach die Masse etwa zwei Stunden in den Kühlschrank stellen. Auf einem Blech kleine Bällchen formen. Nun die Bällchen in Kokosraspeln wälzen. Das Ganze am besten kühl lagern. Zum verschenken füllt Iris Graus die Kugeln in ein hübsches Einmachglas oder in Zellophantütchen.  

2. Zeit verschenken

Noch einfacher als selbstgemachte Geschenke und noch viel persönlicher ist es, Zeit oder gemeinsame Erlebnisse zu verschenken. Das geht auch so kurz vor dem Fest. Dazu findet man auf der Internet-Plattform Zeit statt Zeug zum Beispiel viele Anregungen. Wie wäre es, eine Einladung zu einem selbstgekochten Fünf-Gänge-Menü zu verschenken oder einen privaten Kurs im Stricken, Nähen, Häkeln oder Fotografieren, eine persönliche Stadtführung oder eine Nackenmassage? Auch für Kinder gibt es dort Ideen: Wie wäre es mit einem gemeinsamen Zoobesuch? Mit ein wenig Vorbereitung kann man vielleicht sogar ein paar Tiergeschichten dazu zum Besten geben. 

3. Spenden verschenken

Statt Gegenständen kann man auch Spenden verschenken. Viele gemeinnützige Organisationen bieten Spendenurkunden oder Grußkarten auch im Internet als Geschenke an: So spendet man sozusagen im Namen des Beschenkten. Die Stadt Würzburg sucht zum Beispiel noch Baumpaten für Streuobst-Bestände. Für einen Baum, der vom Gartenamt neu gepflanzt wird, bezahlt man 50 Euro. Dafür erhält der Beschenkte eine Urkunde und darf auch am Pflanztermin teilnehmen. Baumpate kann man auch beim Bund für Umwelt- und Naturschutz werden.

Wer helfen möchte, das Bienensterben aufzuhalten, kann eine Bienenpatenschaft verschenken.

Kein Stress beim Geschenkpapier-Einkauf: Besser das verwenden, was schon da ist. Foto: Thomas Obermeier

4. Kreativ sein beim Geschenke verpacken

Wer vergessen hat, Geschenkpapier zu besorgen, hat keinen Grund zur Panik: Es muss nicht immer Geschenkpapier sein, erst recht nicht alubeschichtetes Schmuckpapier. „Weniger ist auch beim Geschenkpapier mehr ", sagt Kirsten Bähr, Umweltreferentin beim VerbraucherService Bayern in Würzburg. Wie wäre es also mit einer Alternativ-Verpackung, die nicht im Müll landet, sondern weiterverwendet oder im kommenden Jahr und für andere feierliche Anlässe wieder benutzt werden kann? 

Viele Geschenkverpackungen findet man zu Hause: zum Beispiel Kalenderblätter, Poster, bunte Zeitschriften, Stoffreste oder Tücher. „Ein Kochbuch macht sich in einer Schürze oder einem neuen Geschirrtuch gleich doppelt gut. Auch ein  Waschlappen eignet sich prima als Verpackung, genau wie ein selbst bemalter Blumentopf", sagt Bähr. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Man kann sogar leere Milchtüten oder Frischkäsedosen als Geschenkverpackungen umfunktionieren. Manches Geschenk benötigt gar keine Verpackung: "Einfach eine Schleife darum und einen frischen Tannenzweig dazu stecken. Fertig."

Klassisches Gulasch kann man gut verlängern, wenn unerwarteter Besuch kommt. 

Foto: Agrarmarketing

5. Ein Blitzmenü kochen

Wie bereite ich stressfrei schnell ein Weihnachtsmenü vor? Andrea Heinzel, Hauswirtschaftsmeisterin an der Klara-Oppheimer-Schule in Würzburg, kocht am liebsten Gulasch aus Wild, Rind oder Schwein. "Gulasch lässt sich sehr gut verlängern, wenn überraschend Besuch kommt", sagt Heinzel. Zum Beispiel mit Gemüse wie Karotten, Schältomaten, Kraut oder Kartoffeln. "So werden aus fünf Portionen gerne zehn." Ihr Gulasch verfeinert die Hauswirtschaftsmeisterin weihnachtlich mit einem Schuss Glühwein oder Lebkuchengewürz. "Das schmeckt interessant." Oft gibt sie auch ein Stück Zartbitterschokolade dazu, das sei vorzüglich. Der Vorteil an einem Eintopf: Er schmeckt aufgewärmt erst recht richtig lecker: "Auch als Mitternachtssuppe", sagt die Kochexpertin. Bei den  Beilagen könne man variieren - zum Gulasch passen Nudeln, Reis, Klöße oder Kartoffelbrei.

Als festliche Vorspeise, die ruckzuck zubereitet ist, empfiehlt Heinzel eine Apfel-Karotten-Rohkost mit Joghurt, Zitrone und  Nüssen als Deko. Oder man kocht eine klare Suppe: "Als Einlage steche ich mit einem Plätzchenausstecher Sterne aus größeren Karotten aus. Das macht viel her und alle Zutaten hat man im Vorrat." Ihr Geheimrezept für unangemeldete Gäste an den Feiertagen ist eine Zwiebelsuppe, die sie mit etwas Weißwein aufgießt. Dazu reicht sie Weißbrot oder Toast mit Käse überbacken. "Aus dem Käse kann man auch weihnachtliche Motive wie Sterne, Tannenbäume oder Nikolausstiefel ausstechen. Als Blitz-Dessert empfiehlt Andrea Heinzel Apfel-Tiramisu, das sie in hübsche Gläser schichtet. "Dazu verwende ich alle möglichen Reste wie Plätzchen, Reste von Schmand, Quark oder Joghurt."   

6. So kommen Sie entspannt durch die Feiertage

Entspannte Feiertage haben die meisten Menschen nach den arbeitsintensiven Wochen mehr als nötig. Was ist wirklich wichtig, um die Feiertage genießen zu können? "Für mich ist das Schönste und Wichtigste, alle meine Lieben um mich zu haben und eine schöne Zeit miteinander zu verbringen", sagt Ingrid Schreiner, Sozialpädagogin und Mutter von drei Töchtern. Die Ausbildungsreferentin für Gemeindeassistenten in der Diözese Würzburg hat mehrer Bücher über die Advents- und Weihnachtszeit geschrieben, wie "Überleben im Advent" oder "Mama rennt, es ist Advent" .

Schreiner rät, sich gerade an Weihnachten auf das Wesentliche zu besinnen. "Es ist, als würden wir alle aus dem umtriebigen Alltag aussteigen, um für eine Weile auf einer Insel zu leben. Vergessen sind Alltag und Verpflichtungen. Wir freuen uns auf kleine und große Überraschungen, die wir uns gegenseitig bescheren." An Weihnachten solle man sich aneinander freuen. Natürlich können in dieser Zeit auch mal die Fetzen fliegen. "Aber das ist menschlich und gehört auch dazu."

7. Aktiv bleiben

Weihnachten gilt zwar als Fest der Liebe. In vielen Familien kommt es jedoch gerade dann zu Streitereien und Konflikten, weil alle durch die Vorbereitung und den Erwartungsdruck genervt und gestresst sind. Noch dazu ist man aus dem Alltag herausgerissen und wird einen ganzen Abend lang mit sämtlichen Familienmitgliedern auf einmal konfrontiert. "Überlegen Sie sich im voraus schon Aktivitäten, die Sie an den Feiertagen mit Ihren Liebsten unternehmen können, wie spielen, spazierengehen oder etwas vorlesen", rät die Psychotherapeutin und Buchautorin Doris Wolf. Denn: "Tatloses Herumsitzen fördert nur die Unzufriedenheit." Wie wäre es, gemeinsam ein Stadt, Land, Fluss zu spielen, im Garten ein Feuer zu machen und Stockbrot zu grillen, gemeinsam Musik zu machen oder in ein Kindertheater zu gehen?

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