München

Wie komme ich nach einem Wasserunfall sicher aus dem Auto?

Auto im Kö-Graben       -  Landet der PKW in einem Gewässer, sollten die Insassen über die Seitenfenster oder das Dachfenster entkommen.
Foto: Martin Gerten/dpa | Landet der PKW in einem Gewässer, sollten die Insassen über die Seitenfenster oder das Dachfenster entkommen.

Bei einer wilden Verfolgungsjagd schießt ein Auto quietschend von der Fahrbahn und landet in einem Fluss. Werden sich die Insassen rechtzeitig befreien können? - Solche Szenen kennt man aus Spielfilmen.



In der Realität kommen Wasserunfälle laut dem ADAC nur sehr selten vor. Ausgeschlossen sind sie aber nicht. Was sollten Insassen dann tun, um sicher herauszukommen?

Je nach Ausgangstempo, Fallhöhe und -winkel schlägt das Auto bei einem Wasserunfall mehr oder weniger hart auf der Oberfläche auf und kann kurz untertauchen. In der Regel schwimmt es dann aber mit den Rädern nach unten für einige Minuten. Und diese Zeit muss man nutzen, um so schnell wie möglich rauszukommen. Sofort nach dem Aufprall - aber nicht vorher - sollten sich alle Insassen abschnallen.

Flucht durch Fenster oder Schiebedach

Der Fluchtweg führt durch heruntergekurbelte Seitenfenster oder ein vorhandenes Schiebedach - und nicht etwa durch die Türen. Denn der Wasserdruck von außen dürfte in der Regel verhindern, dass diese sich öffnen lassen. Selbst wenn bereits Wasser hineingekommen sein sollte, dürften die elektrischen Fensterheber oder das Schiebedach noch eine kurze Zeit lang funktionieren.

Ansonsten bleibt nur der Versuch, die Scheiben einzuschlagen. Das sei aber schon bei Einscheibensicherheitsglas in der Praxis „nur sehr schwer oder gar nicht” möglich, erläutert der Autoclub. Sind die Seitenscheiben aus Verbundsicherheitsglas, ließen sie sich mit normalen Mitteln nicht zerstören.

Keinesfalls warten, bis das Auto geflutet ist

Wenn entsprechend viel Wasser eingedrungen ist, geht das Auto unter. Hat es einen Frontmotor, eher über den Bug - mit Heckmotor sackt es eher hinten zuerst ab. Beim Untergehen kann sich das Auto drehen oder trudeln, wodurch man im Inneren leicht die Orientierung verliert.

Zwar lassen sich die Türen unter Wasser irgendwann öffnen, wenn das Auto komplett geflutet ist. Doch der ADAC warnt ausdrücklich davor, absichtlich so lange zu warten. Denn der Stress in dieser Ausnahmesituation schlage leicht in Panik um und bedeute für größte Gefahr. Sich in allerletzter Sekunde mit angehaltener Luft durch die Türen zu retten, sei dann doch eher etwas für den Stuntman beim Film.

© dpa-infocom, dpa:200720-99-859003/3

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