Berlin

Die Maske, das Ding des Jahres?

Atemschutzmaske       -  In asiatischen Ländern war die Atemschutzmaske auch schon vor Ausbruch des Coronavirus beliebt.
In asiatischen Ländern war die Atemschutzmaske auch schon vor Ausbruch des Coronavirus beliebt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Sie ist wahrscheinlich schon jetzt das Symbol für das Jahr 2020: die Schutzmaske im Gesicht. Sogar bei der Berlinale am Wochenende war ein Träger zu sehen: Der Künstler Khavn de la Cruz ging damit bei der Preisverleihung über den roten Teppich.

Das Model Bella Hadid zeigte sich bei Instagram maskiert im Flugzeug, genauso wie Gwyneth Paltrow . Die Schauspielerin empfahl dazu: „Schüttelt keine Hände. Wascht euch oft die Hände.” Dazu setzte Paltrow ein gelbes Emoji mit Maske, das wahrscheinlich weltweit gerade oft genutzt wird.

Das Kunstmagazin „Monopol” beschreibt, dass in der Mode der „virale Trend” nicht neu sei, und nennt als ein Beispiel Designerin Marine Serre, die schon 2019 mit dieser Verhüllung arbeitete. Vielleicht sei es der „apokalyptischen Grundstimmung der letzten Jahre” geschuldet, dass Gesichtsmasken bereits vor Covid-19 die westliche Modeszene erobert hätten.

Im Internet wird eine Maske („Resting Risk Face”) beworben, auf der das eigene Gesicht abgedruckt wird. Man kann damit angeblich das Telefon entsperren. Ob das Ganze ein Witz sei? „Ja. Nein. Wir sind nicht sicher. Viren sind kein Witz”, heißt es auf der Homepage .

Experten sagen, dass gesunde Menschen im Alltag eigentlich keine Masken benötigen und die Schutzwirkung vieler Produkte beschränkt ist. Und doch: In Asien gehören sie für viele Menschen zum Alltag, nicht nur in China. Jetzt werden sie knapp. In Metropolen wie Bangkok sind sie schon vor dem neuen Coronavirus verbreitet gewesen. Das lag an der Luftverschmutzung und auch an einem Bedürfnis nach Sauberkeit im Dreck, den es in der Stadt gibt.

Seit der Lungenkrankheit Covid-19 sieht man in der thailändischen Hauptstadt deutlich mehr Träger. Geschäfte haben Mühe, den Bedarf abzudecken, und warten auf Bestellungen. Die Straßenhändler rüsten auf. Sie verkaufen nicht nur die medizinischen Masken, sondern auch Exemplare aus Stoff, in Rosa, in Tarnmuster, mit Eulen oder Hello-Kitty-Katzen gemustert.

„Wenn es keinen Staub und keinen Virus gäbe, würde die niemand tragen”, sagt eine Händlerin. „Sie sind sehr unbequem.” Die Masken sind für thailändische Verhältnisse nicht billig: Zwei Exemplare mit Filter kosten 50 Baht (etwa 1,50 Euro), so viel wie ein Essen an einer Suppenküche.

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