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Röntgen-Jahr 2020: Röntgenstrahlen spielen eine zentrale Rolle in der Medizin

Röntgen-Jahr 2020: Jubiläum für die unsichtbaren Helfer       -  Röntgenstrahlen sind eine feste Größe in der Medizin, vor 125 Jahren ebenso wie heute.
Die physikalischen Eigenschaften der Röntgenstrahlen sind stets gleich geblieben, die Aufnahmetechnik hat sich in den letzten 125 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Einer der Urahnen hochmoderner CT- und Röntgengeräte ist der Durchleuchtungsschirm aus dem Jahr 1925. Foto: Deutsches Röntgen-Museum Remscheid / Uniklinikum Würzburg; Montage: Jörg Fuchs

„Röntgenstrahlen dienen Medizin und Wissenschaft in vielen Anwendungsgebieten“, erläutert Professor Thorsten Bley, der an der Universitätsklinik Würzburg das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie leitet. „Dank ihrer differenzierten Verwendungsmöglichkeiten sind sie ein zentraler Bestandteil der medizinischen Versorgung. Das reicht von Prävention über Diagnose, Therapie und Verlaufskontrolle bis hin zur wissenschaftlichen Forschung.“ Ihre physikalischen Eigenschaften sind gleich geblieben, ihre Anwendung wurde stets weiterentwickelt und neuen Aufgaben angepasst. Die Fähigkeit, bestimmte Stoffe zu durchdringen, macht sie in der Medizin unverzichtbar.

CT: Revolution der Röntgentechnik

Eine Revolution in ihrer Nutzung für die Diagnostik gab es in den 1970er Jahren: Der britische Elektrotechniker Godfrey Hounsfield und der südafrikanisch-amerikanische Physiker Allan Cormack kombinierten unabhängig voneinander radiologische Diagnoseverfahren mit Computertechnik. Die Computertomografie (CT) war geboren. Schicht- bzw. scheibenweise erzeugt sie Röntgenaufnahmen des Körpers. Anders als bei einem klassischen Röntgenfoto zeigen sie Weichteile und Knochen überlagerungsfrei und gleichermaßen gut erkennbar. Für ihre Arbeiten erhielten Cormack und Hounsfield 1979 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Moderne Röntgenverfahren liefern hochpräzise Aufnahmen des Körpers. Abgebildet ist eine CT-Aufnahme eines gesunden menschlichen Herzens mit seinen Blutgefäßen.
Moderne Röntgenverfahren liefern hochpräzise Aufnahmen des Körpers. Abgebildet ist eine CT-Aufnahme eines gesunden menschlichen Herzens mit seinen Blutgefäßen. Foto: Unklinikum Würzburg

Der deutsche Physiker Willi Kalender entwickelte die Methode weiter: Seine Spiralcomputertomografie liefert keine Scheiben- bzw. Schichtbilder, sondern eine durchgehende Darstellung mit vergleichsweise kurzer Messdauer. „Zu Beginn der Computertomografie dauerte eine Schichtabbildung noch mehrere Minuten; Berechnungen konnten Stunden dauern. Heute erhalten wir die Aufnahme des ganzen Körpers in wenigen Sekunden – dreidimensional und hoch aufgelöst“, skizziert der Radiologe Professor Bley die Entwicklung.

Beeindruckend ist der technische Aufwand dafür: „Unsere modernen Spiral-CT-Geräte rotieren Strahlungsquellen und Detektoren viermal pro Sekunde um die Patientenliege. Diese schiebt sich kontinuierlich durch die Aufnahmeröhre. Die Technik wiegt so viel wie ein PKW – über 1,5 Tonnen“. Dass dabei extrem präzise, räumliche Aufnahmen mit einer Auflösung von weniger als einem Millimeter herauskommen, ist für Außenstehende oft schwer vorstellbar. Die Kantenlänge eines einzelnen dreidimensionalen Bildfelds beträgt nur 400 Mikrometer.

Röntgen-Jahr 2020: Jubiläum für die unsichtbaren Helfer       -  'Röntgenstrahlen sind in der Medizin fest verankert', so Professor Thorsten Bley, der an der Universitätsklinik Würzburg das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie leitet.
"Röntgenstrahlen sind in der Medizin fest verankert", so Prof. Thorsten Bley, der an der Universitätsklinik Würzburg das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie leitet und den Lehrstuhl für Röntgendiagnostik an der Universität Würzburg innehat. Foto: Uni Würzburg

„Menschliches Wissen und technischer Fortschritt sorgen dafür, dass Röntgenstrahlen auch in Zukunft eine zentrale Rolle in der Medizin spielen.“
Professor Thorsten Bley, Leiter des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Ein interdisziplinäres Querschnittsfach

Technische Innovationen und interdisziplinäre Aspekte erweitern kontinuierlich die diagnostischen und therapeutischen Einsatzgebiete des Röntgens. Gleichzeitig prägen sie das Berufsbild von Radiologen.

Deren Aufgabe ist akademisch hoch anspruchsvoll. Viele Patienten des Uniklinikums kommen für Diagnose, Therapie oder Kontrolle des Behandlungsverlaufs in die Radiologie. „Die moderne Radiologie ist ein medizinisches Querschnittsfach. Radiologen arbeiten oft mit Spezialisten aus anderen Disziplinen zusammen – und müssen sich in deren Fachbereichen bestens auskennen.“

CT im Schockraum des Uniklinikums
CT im Schockraum des Uniklinikums Foto: Uniklinikum Würzburg

Menschliches Wissen und Computerkapazität

125 Jahre nach ihrer Entdeckung gehört die Röntgentechnik nicht zum alten Eisen: „Zukünftig helfen uns schnelle Computer bei den Auswertungen der Befunde und strukturieren große Datenmengen aus radiologischen Untersuchungen“, skizziert Professor Thorsten Bley neue Entwicklungen. Angst davor, eines Tages von einem Rechner ersetzt zu werden, hat der Radiologe nicht: „Menschen und Computer besitzen bei der Beurteilung radiologischer Befunde unterschiedliche Stärken. Sinnvoll kombiniert sorgen menschliches Wissen und technische Rechenkapazitäten dafür, dass die Röntgenstrahlen auch in Zukunft eine zentrale Rolle in der Medizin einnehmen.“

  • Weitere Informationen zum Röntgen-Jubiläum und den zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen finden Sie unter: www.roentgen2020.de

Dieser Artikel wurde der Main-Post vom Kunden zur Verfügung gestellt.

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