Würzburg

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Mütterrente

Seit 1. Juli 2014 gibt es die Mütterrente – und zum 1. Januar 2019 wurde sie ausgeweitet. Doch was bedeutet das genau? Hier kommen die wichtigsten Fragen und Antworten.
Wer Kinder erzieht, bekommt von der Deutschen Rentenversicherung Entgeltpunkte gut geschrieben. Foto: Monika Skolimowska, dpa

Bereits seit 1986 erkennt die gesetzliche Rentenversicherung Kindererziehungszeiten an. Damals war es noch ein Jahr pro Kind, bei Geburten ab 1992 wurden dann drei Jahre angerechnet. Um diesen Unterschied auszugleichen, gibt es seit 1. Juli 2014 die Mütterrente- und zum 1. Januar 2019 wurde sie ausgeweitet. Doch was bedeutet das genau? Die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern hat die wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet. 

Was ist die Mütterrente?

Die Mütterrente ist keine eigene Rentenart. Unter dem Schlagwort "Mütterrente" versteht man vielmehr die verbesserte rentenrechtliche Anerkennung von Kindererziehungszeiten für Kinder, die vor 1992 geboren wurden. Die gesetzliche Regelung dazu trat am 1. Juli 2014 in Kraft. Für jedes Kind, das vor 1992 geboren wurde (also bis 31.12.1991), bekommt man zwei Entgeltpunkte gutgeschrieben. Ab 2019 wurde die Mütterrente ausgeweitet. Jetzt gibt es 2,5 Entgeltpunkte pro Kind, das vor 1992 geboren wurde, also einen halben Entgeltpunkt mehr. Für jedes Kind, das ab dem 1.1.1992 geboren wurde, erhält man drei Entgeltpunkte.

Was ändert sich 2019 bei der Mütterrente?

Mit dem neuen Rentenpakt wurde die Mütterrente ausgeweitet. Seit Anfang 2019 bekommen Mütter oder Väter für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, pro Kind einen halben zusätzlichen Entgeltpunkt angerechnet. Dadurch erhöht sich die Rente pro Kind um bis zu 16,53 Euro im Westen und um bis zu 15,95 Euro im Osten. 

Wie hoch ist die Mütterrente?

Mit der Mütterrente erwirbt man Rentenansprüche in Form von Entgeltpunkten. Ein Entgeltpunkt entspricht aktuell 33,05 Euro (West) beziehungsweise 31,89 Euro (Ost). Ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Wer in den alten Bundesländern wohnt und ein Kind erzogen hat, das nach 1991 geboren wurde, erhält drei Entgeltpunkte angerechnet und erwirbt damit einen Rentenanspruch von 99,15 Euro monatlich.

Wird die Mütterrente brutto oder netto ausgezahlt?

Die 33,05 Euro (West) beziehungsweise 31,89 Euro (Ost) sind Bruttowerte – das bedeutet, dass noch Abzüge wie zum Beispiel Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fällig werden. Außerdem muss die Rente gegebenenfalls versteuert werden.

Frauen reduzieren für den Nachwuchs häufig ihre Arbeitszeit oder steigen gar ganz aus dem Job aus.  Foto: Christin Klose, dpa
Wann wird die Mütterrente II ausgezahlt?

Das Rentenplus durch die Mütterrente II kommt zu unterschiedlichen Zeiten auf dem Konto an: Für anspruchsberechtigte Neu-Rentnerinnen und Neu-Rentner ab dem 1.1.2019 wird die Erhöhung direkt mit dem Rentenbeginn ausgezahlt. Bestands-Rentnerinnen und Bestands-Rentner profitieren auch, sie erhielten die Auszahlung im März 2019 - dann aber auch rückwirkend ab Januar.

Können auch Väter die Mütterrente bekommen?

Ja. Erfüllen Väter die Voraussetzungen für die Anrechnung der Kindererziehungszeiten, dann erwerben auch sie den Anspruch auf die erhöhten Kindererziehungszeiten. Das Schlagwort Mütterrente gilt also auch für die Väter. Wichtig ist, dass die Kindererziehungszeiten im eigenen Rentenkonto erfasst sind. Rentenansprüche für die Kindererziehung erwirbt der Elternteil, der ein Kind überwiegend erzogen hat. Die Erziehung muss in Deutschland stattgefunden haben; Erziehungszeiten im Ausland können nur in Ausnahmefällen berücksichtigt werden.

Wie viele Mütter und Väter profitieren von der Mütterrente II?

Von der Mütterrente II profitieren etwa 9,7 Millionen Rentnerinnen und Rentner.

Welche Kosten sind mit dieser Neuregelung verbunden?

Die Kosten für die Mütterrente II werden auf rund 3,8 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Muss man die Mütterrente beantragen?

Zwar muss für die Mütterrente kein extra Antrag gestellt werden, die Kindererziehungszeiten müssen aber auf jeden Fall im Rentenkonto erfasst sein, damit die Mütterrente ausgezahlt werden kann. Zeiten der Kindererziehung werden nämlich nicht automatisch erfasst, sondern müssen beim
Rentenversicherungsträger beantragt werden. Wer seine Kindererziehungszeiten für die Rente noch nicht geltend gemacht hat, muss dies also bei der Deutschen Rentenversicherung tun.

Ist es wichtig, den Versicherungsverlauf zu kontrollieren?

Generell ist es wichtig, den Rentenversicherungsverlauf gut im Blick zu behalten. Denn nicht nur Zeiten der Erwerbstätigkeit können die Rente steigern, sondern auch beitragsfreie Zeiten wie Erziehungszeiten, Schwangerschaft, Ausbildung und andere mehr. Der Versicherungsverlauf kann bei der Deutschen Rentenversicherung – auch online – angefordert werden.

Wird die Mütterrente auf die Grundsicherung im Alter angerechnet?

Wer eine niedrige Rente hat, muss unter Umständen Grundsicherung im Alter beantragen. Die Mütterrente wird als Einkommen auf die Grundsicherung angerechnet. Der Sozialverband VdK fordert, dass es hier einen Freibetrag von 200 Euro geben muss.

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