Würzburg

Würzburger Kulturspeicher bietet Kunst für junges Publikum

Eine Fete auf der Dachterrasse des Würzburger Kulturspeichers im Sommer vergangenen Jahres, veranstaltet von den MiKs.
Foto: Miks | Eine Fete auf der Dachterrasse des Würzburger Kulturspeichers im Sommer vergangenen Jahres, veranstaltet von den MiKs.

Beschäftigung mit Kunst, Besuche von Ausstellungen und Museen oder kulturellen Veranstaltungen in deren Umfeld gehören für viele Menschen in Deutschland nicht zu ihrem Alltag oder zu ihrer normalen Freizeit. (Zu) ernst und ruhig geht es einigen wohl zu in den fast heiligen Hallen und Sälen, wo sich nicht nur bei so manchem jüngeren Museumsgänger schnell der Eindruck einstellt, er könnte etwas falsch machen. Oder auffallen zwischen den Leuten um die 50 Jahre und aufwärts, die von Exponat zu Exponat schlendern, sich flüsternd austauschen und als wahre Kenner geben.

Junge Menschen und Kunstbeschäftigung mit Spaßfaktor – das passt einfach nicht zusammen? Falsch! Die in Würzburg heimischen „MiKs – Junge Freunde des Freundeskreises Kulturspeicher“ sind junge Erwachsene zwischen 18 und gut 30 Jahren, die unter den Fittichen des „Freundeskreis Kulturspeicher“ das Interesse an Kunst und Kultur im Museum im Kulturspeicher ausleben.

Diese „bunt gemischte Gruppe“, der sich neben vielen Kunst-Studierenden und Studis anderer Fächer auch junge Erwachsene in Ausbildung angeschlossen haben, will mit den Mitgliedsbeiträgen auch das Museum im Kulturspeicher finanziell unterstützen. „Der Fokus liegt jedoch darauf, Gleichaltrigen einen leichten, vergnüglichen Zugang zu kulturellen Programmen im musealen Kontext zu bieten, fernab vom konservativ-verschulten Weg“, erläutert Tamara Hauer. Sie fungiert gemeinsam mit Marika Berner, Fee Wedepohl und Katja Hock als MiKs-Sprecherin.

Augenscheinlich beherrschen die MiKs ihre Vereinsklaviatur und wissen, wo und womit sie Kunstinteressierte (oder solche in spe) ansprechen sollten. Dafür lässt sich die 2008 gegründete und inzwischen über 80 Mitglieder zählende Jugendabteilung des Freundeskreises immer wieder etwas Neues einfallen: So lädt sie regelmäßig ein zu Theaterstücken, Sinnesführungen, Lesungen, Filmabenden und Experimenten mit dem Bezug zu den aktuellen Wechselausstellungen und dem Bestand im Museum. Laut der langjährigen Leiterin des Kulturspeichers Marlene Lauter ist sie die erste Gruppe ihrer Art in Bayern.

Reichlich Erfahrung mit Publikum gewinnen können die MiKs auch, wenn sie sich in Zusammenarbeit mit der Museumspädagogik aktiv an Veranstaltungen beteiligen oder eigene Projekte auf die Füße stellen. Ihr Credo: „Kunst ist für alle da – und wir möchten sie gemeinsam erleben!“

Den bisher größten Erfolg in Sachen Eigen- und Mitgliederwerbung landeten die Jung-Freundeskreisler im Sommer des vergangenen Jahres mit der „konkreten fete“. Von den knapp 400 Besuchern der damals zweiten Open-Air-Feier, bei der sich die Dachterrasse des Museums in eine Tanzfläche verwandelte, entschieden sich 37 vom Fleck weg für das attraktive Vereinsangebot der Jungen Freunde: So können sie den verminderten Mitgliedsbeitrag von jährlich 15 Euro beanspruchen, haben freien Eintritt in den Kulturspeicher, erhalten persönliche Einladungen zu allen Ausstellungseröffnungen und Sonderveranstaltungen, können Aktionen im Museum initiieren und wählen aus ihrer Gruppe Sprecherinnen und Sprecher.

Auch die damalige Feten-Besucherin Tamara Hauer ließ sich nicht lange bitten. Die 22-jährige Studentin für Museumswissenschaften, Kunstgeschichte und Geschichte, seit März des laufenden Corona-Jahres mit zuständig für „bisher sehr überschaubare“ Pressearbeit und Kunstvermittlung, versichert: „Man muss absolut kein Kunstfreak sein, um sich uns anzuschließen.“

Aber man sollte Spaß am gemeinsamen Erleben und an gemeinsamen Erlebnissen haben. „Die Gruppe bedeutet für viele neben Bekanntschaften eben auch Freundschaften.“

An jedem zweiten Dienstag im Monat setzt sich am Stammtisch im Würzburger Café Standard inzwischen wieder zumindest der harte Kern zusammen, heißt Interessierte willkommen, brütet über neuen Ideen, organisiert. „Bei aller Ernsthaftigkeit der Anliegen bleibt natürlich immer noch Zeit zum Rumalbern, zum Plauschen und für Geburtstagsfeiern. Das soll auch so bleiben.“

Nichtsdestotrotz seien neue Mitglieder wichtig, die neue Impulse und ihre Talente einzubringen, die teilnehmen an den hoffentlich bald wieder angebotenen Mal-, Zeichnen- und Skulpturen-Workshops, am Auseinandersetzen mit Kunst. Nicht nur mit der im Kulturspeicher. „Auf unserem Programm stehen auch Einblicke in weitere kulturelle Einrichtungen in Würzburg und Ausflüge in andere Städte.“

Da bietet es sich an, andere „Junge Freunde“ zu besuchen, die wie die Würzburger Mitglied des deutschlandweiten Netzwerks „Junge Freunde Kunstmuseen“ sind. Oder durch diese Bundesinitiative Kontakte zu knüpfen, so dass man bei einem Ortswechsel ganz schnell wieder Menschen trifft, für die ein Museumsbesuch nicht zum touristisches Pflichtprogramm gehört.

Weitere Informationen:

www.freundeskreis-kulturspeicher.de

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Foto: Miks | Werbungsobjekte für die Dachterrassenparty Konkrete Fete
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